Aktuelles


Ästiger Stachelbart (Hericium coralloides), gefunden von Hartmut Kempf von der NABU Ortsgruppe Suhl, Mitte Oktober 2017

Diesen schönen und recht seltenen Waldpilz zu finden ist schon sehr sehr selten. Er kommt an mehreren Meter hohen Baumstümpfen vor, wenn die Holzvermoderung einen bestimmten Grad erreicht hat und verschwindet wieder, wenn die Holzfäulnis voranschreitet.
Der Ästige Stachelbart bevorzugt dicke Buchenstämme, soll aber auch auf Eichen und alte Obstbäume mit Totholzanteil übergehen.
Nur wenigen Pilzkennern und Naturfreunden war es bisher vergönnt, diesem Pilz oder verwandten Stachelbart - Arten zu begegnen und wenn, dann blieben das einmalige Beobachtungen. Über 47 Jahre mußte ich warten.
Alle Stachelbartarten sind sehr selten und unbedingt schützenswert (Rote Liste 2 Deutschland).
Der Ästige Stachelbart ähnelt aus der Ferne dem sehr viel häufigeren dottergelben Schwefelporling, aber beim näheren Hinsehen bemerkt man sschnell die auffälligen, aus einem Strunk hervorquellenden stachelbesetzten Verzweigungen und das insgesamt korallenartige oder fast badeschwammartige Aussehen dieses exotisch anmutenden Pilzes.
Insgesamt 59 Pilzkörper hängen an einem 6 m hohen Baumstumpf, der außerdem noch vom Zundeschwamm reichlich besetzt ist (dunkle konsolartige Fruchtkörper). Der gefundene Ästige Stachelbart hatte 15 x 30 x 40 cm Abmessungen und hatte damit Ausmaße, die z. B. beim häufigen Riesenporling oder auch beim Schwefelporling auftreten können. Und als ob noch eine Besonderheit nötig wäre, stand der Kegelhütige Knollenblätterpilz (Amanita virosa), der tödlich ist und viel seltener als der bekannte Grüne

Knollenblätterpilz vorkommt, sowie zerstreut vorkommende Totentrompete in unmittelbarer Nachbarschaft.
Alle Stachelbartbeobachtungen deuten an, dass nur jenes Altholz befallen wird, das sich in der Nähe von Wasser befindet (Quellen, Rinnsale, Kleinbäche).
Jetzt kommt es darauf an, das neuentdeckte Vorkommen des Ästigen Stachelbartes bei Suhl zu sichern, was im Prinzip über sog. Habitatbäume ("H" - Bäume) möglich ist und in diesem Fall zum Glück für den Artenschutz auch durch einen besondes naturverbundenen Förster problemlos eingerichtet werden kann.

Hartmut Kempf, NABU Henneberger Land, Suhl
Biotoppflegereport NABU SHK in 2017

Diesen Herbst haben die aktiven Mitglieder des Kreisverbandes des NABU SHK e.V. im Naturschutzgebiet Spitzenberg - Schießplatz Rothenstein - Borntal, eine ganze Reihe wichtiger Biotoppflege- und Schutzmaßnahmen durchgeführt.
In erster Linie wurden großräumige Wiesenbiotope mit handgeführten Mähern gemäht. Vor allem die große Löschtalwiese im Zentrum des NSG wurde gründlich von der Biomasse befreit. Das anfallende Heu wurde auf einer Deponie entsorgt. Im Anschluß erfolgte ein Abharken der Wiesenflächen per Hand mit dem Rechen.
Teilweise Mahdarbeiten fanden auch auf den Wiesen am Südhang des Lichtersberges im NSG statt. Hier wurden Flächen gemäht, die seit vielen Jahren nicht gepflegt wurden. Die jetzige Pflege wurde durchgeführt, um neue Blumenbiotope für geflügelte Insekten zu schaffen.
Mitte Oktober wurde der ehemalige Russensteinbruch im mittleren Teil des Löschtalsüdhanges entbuscht und gründlich beräumt. Diese aufwendige Arbeit dauerte 2 Tage. Auch das Laufsteggeländer am Steinbruch wurde repariert.
Unsere vielen Nistkästen auf dem TÜP wurden bereits kontrolliert, repariert bzw. erneuert.
Die Jagdpacht auf dem Schutzgebiet hat seit dem 10. Oktober unser Mitglied Gerd Beil aus Jena. Wir wünschen ihm viel Freude bei seiner wichtigen Aufgabe.
Unser Dank für die Umsetzung der Maßnahmen gilt vor allem Hans Kraußer, Volkmar Schmeißer, Roland Seime, Gerd Beil, Günther Oehmigen und all den ehrenamtlichen Helfern aus Jena und aus dem Landkreis.

Klaus Götze, Ehrenvorsitzender


Sichtbarer Klimawandel nach langjährigen Beobachtungen

Wir haben es wieder einmal in diesem heißem Sommer 2017 gemerkt, daß der Klimawandel ständig voran schreitet. Das ist das Ergebnis der Auswertung von jahreszeitlich wiederkehrenden Erscheinungen in der Pflanzenwelt durch den Deutschen Wetterdienst.
Der DWD betreibt seit 1951 ein phänologisches Beoachtungsnetz mit über 2000 Stationen zur Beobachtung wild wachsender Pflanzen, landwirtschaftlicher Kulturen, von Obstgehölzen und Wein in Deutschland.
Hier die wichtigsten Erkenntnisse der 50 - jährigen phänologischen Beobachtungen in Deutschland:
Beobachtet wurde ein immer früheres Einsetzen von der Blattentfaltung und Blüte um 1,3 bis 3,1 Tage pro Dekade, also alle 10 Jahre. Beständige immer weitere Hinausschiebung der Herbstphasen wie die Blattverfärbung und Fallen der Blätter um 0,3 bis 1,6 Tage je Dekade.
Im Laufe der 50 Jahre hat es auch eine deutliche Erhöhung der Dauer der Vegetationszeit um mehr als 10 bis 12 Tage bei der Beobachtungszeit von 1951 und 2000 in Deutschland gegeben.

Und wie ist es hier vor Ort im Saaleholzland und in Jena:
Auch das frühzeitige Ablaichen von einigen Amphibienarten wie Bergmolch, Erdkröte und Moorfrosch um 2 bis 3 Wochen wie bei Stadtroda und Kahla im Saaleholzlandkreis beobachtet ist ein deutliches Zeichen für wärmere Winter. Auch die häufigere Überwinterung von Zugvögeln bzw. ihre vorzeitige Rückkehr sowie der Zuzug von wärmeliebenden Vogelarten sind ebenfalls Anzeichen einer Klimaverschiebung. Auch das frühzeitige Auftreten von Tagschmetterlingen bereits im März sowie der Rückgang einiger Arten von Bergorchideen in den Mittelgebirgen wie im Thüringer Wald und im Thüringer Schiefergebirge sind sichtbare Folgen des Klimawandels in Deutschland.
Mit dem Klimawandel haben auch die Extremwetterlagen wie lokale Starkregen, Stürme, rasche Temperaturwechsel, häufigere Überschwemmungen an der Saale und ihrer Nebenbäche und mehrfach auftretende Trockenperoden im Sommer und Herbst zugenommen. Zu diesen bereits in Gang befindlichen Umweltveränderungen, kommen noch weitere menschliche Eingriffe hinzu. Insbesondere die Überdüngung des Bodens, der Eintrag von Nährstoffen ins Grundwassers und in die oberirdischen Gewässer (Fließgewässer, Seen, Teiche und Tümpel) bergen zusammen mit den intensiven landwirtschaftlichen Bewirtschaftungsformen
inkl. des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln und Pflanzenvernichtungsmitteln auch Risiken für die Tier - Pflanze - Interaktion. Das bedeutet u.a., dass die Synchronisation der Insekten als Bestäuber der Natur- und Nutzpflanzen gestört werden könnte, da die Aktivität blütenbesteubender Insekten wie beispielsweise der Bienen, Hummeln, Faltern Fliegen und Käfer vor allem durch den sich daraus ergebenden Temperaturwechsel, aber auch durch die Veränderung des Wasserhaushalts bestimmt wird und langfristig zum weiteren Rückgang der biologischen Vielfalt führen kann. Die aktuelle Rote Liste der bedrohten Pflanzen- und Tierarten in Thüringen 2011 liefert dazu eindeutige Beweise.

Klaus Götze
Es war einmal...

Gedanken zur Artenvielfalt auf der Erde

Bei uns zuhause auf dem Dorfe hing in der Küche eine Fliegenklatsche an der Wand; ganz einfach ein bierdeckelgroßes Stück Leder mit einem Stöckchen durch einen Draht verbunden. Damit war es möglich, der vielen Stubenfliegen Herr zu werden. Heutzutage braucht man das nicht mehr! Fliegen sind selten geworden wie auch Hummeln, Wespen, Hornissen, Wildbienen, Schmetterlinge, Käfer und Spinnen. Mit unserer Zivilisation und dem Hang nach Ordnung haben wir alle dafür gesorgt,
dass weltweit die Artenvielfalt zurück geht. Die Ornithologen jammern, es gibt nur noch Dreiviertel der Vögel im Vergleich zu Anfang des 19. Jahrhunderts, die Botaniker meinen gar, dass fast ein Drittel der Pflanzen bei uns in Deutschland gefährdet sind und die Herpetologen gehen davon aus, daß bereits über 60% der Amphibien verschwunden sind. Von den Insekten gar nicht zu sprechen, da ist der Artenschwund atemberaubend und betrifft 80% aller Arten. Woran liegts? An der Landwirtschaft, am Verkehr, am Bauen und Versiegeln, am Lebensraumverlust. Nun, wahrscheinlich von allem etwas und wohl kaum einzudämmen. Die Welt hat mitlerweile über 7 Milliarden Menschen, die wollen erst mal mit Lebensmitteln versorgt sein und zu allem Überfluß werden noch Lebensmittel weltweit vernichtet.
Man denke nur an die Intensivlandwirtschaft mit der Anwendung von Pestiziden, Herbiziden und gespritztem Saatgut und an die wahnsinnige Fleischproduktion mit hohem Gülleaufkommen und Rückständen von pharmazeutischen Mitteln, das unser aller Wasser belastet. Wasser ist Gemeingut und muß geschützt und verteidigt werden, das geht jeden etwas an.

Helfe auch Du aktiv mit !
Jeder kann bei uns mitmachen zum Erhalt der biologischen Vielfalt in unserer Heimat.

Pflege von bunten Wiesen, Betreuung von Amphibienzäunen, Bau von Nisthilfen für Sing- und Greifvögel, Hilfe für Igel in der Igelstation, Schutz von Quellen und Fließgewässern, Pflege von Streuobst, Erhalt von Fledermausquartieren, Roden der Zackenschote, Bau von Insektenhotels, Mitarbeit bei der Naturschutzjugend, Exkursionen, Vorträge, Betreuung von Schutzgebieten, faunistische und floristische Kartierungen usw.

Klaus Götze, Ehrenamtsvorsitzender

   

Pestizide vernichten Arten auf Äckern und Fluren

Nach einer aktuellen europaweiten Studie der EU führen die auf Äckern und deren Umgebung aufgebrachten Spritzmittel zur massiven Reduzierung der Pflanzen und Tiere dieser Flächen.
Während auf einem ökologisch bearbeiteten Feld rund 1000 Arten vorkommen, sind es bei mit Pestiziden behandelten Äckern nur noch rund die Hälfte; also 500.
Für die Studie sind 150 Weizenfelder in Deutschland, den Niederlanden, Schweden, Irland, Spanien, Polen, Estland und Frankreich untersucht worden.
Die Wissenschaftler haben die spezielle Lage der Felder, den Charakter der Landschaft, die Bodenbeschaffenheit, die Nähe zu anderen Biotopen und besonders die Art des Landbaus und des damit verbundenen Einsatzes verschiedener Geräte und Substanzen bewertet.
Das Resultat sei eindeutig, sagte Prof. Tscharntke von der Uni Göttingen: Der Hauptgrund für die Verringerung der Tier- und Pflanzenvielfalt sind Spritzmittel wie Pestizide und Fungizide. Vor allem Kleinsäugetiere, Schmetterlinge, Bienen, Hummeln sowie Laufkäfer und Vögel sind besonders betroffen, so berichtete Prof. Tscharntke.

Bei uns im Saale - Holzland - Kreis sind durch den jahrzehntelangen Einsatz von Spritzmitteln die Feldhamster ausgestorben sowie viele Ackerunkräuter vernichtet worden. Auch werden jedes Jahr vom NABU SHK immer weniger auf Äckern brütende Vögel wie Fasan, Wachtel und Feldlerche beobachtet. Kiebitz und das Rebhuhn brüten seit etwa 12 Jahren nicht mehr bei uns in der Flur. Auch die Jäger klagen! Hinzu kommen Rückgänge bei den Amphibien und der massive Rückgang der Insekten. Die Naturfreunde hoffen auf die baldige Umsetzung der neuen Düngemittelverordnung in der Landwirtschaft und auf Ackerrandstreifenprogramme.
Der NABU SHK e.V. wird sich auch weiterhin für den Erhalt der heimischen Flora und Fauna einsetzen und die Öffentlichkeit darüber informieren.

Klaus Götze, Ehrenvorsitzender NABU SHK e.V.


Vogelhochzeit im Stadtgarten

Erst mal eine Braut finden, so sagte es das Amselmännchen und fing schon im April in aller Frühe zu singen an. Bereits im Morgengrauen konnte jeder im Haus den melodischen Klang hören. Einige Tage später stimmten allmählich auch die anderen im und am Garten lebenden Singvögel ihre Paarungsgesänge an und dieses wunderschöne Konzert reichte bis in den Juni hinein. Verhört wurden Stieglitz, Amsel, Girlitz, Hausrotschwanz, Ringeltaube, Haussperling, Star, Schwanzmeise und die Kohlmeise. Die Weibchen hörten wohl gerne mit und suchten sich den besten Sänger heraus, um mit ihm eine Familie zu gründen für die Saison. Nicht alle diese Vogelarten, die uns mit ihrem Gesang verwöhnten, blieben hier im Garten, sondern die meisten Singvögel brüteten außerhalb, weil hier einfach nicht genug Platz und Quartiere für alle Vögel vorhanden ist. Aber unsere Amseln blieben im Garten und suchten sich ein sicheres Versteck zum Nestbau in der immergrünen Lebensbaumhecke an der nördlichen Gartengrenze. Beide Vögel bauten ein sehr atraktives Rundnest aus Gräsern und Federn sowie Moos. Die Heirat wurde dann vollzogen. Dann brütete das bestimmt "glückliche" Amselweibchen die 5 Eier geduldig aus. Bereits nach 14 Tagen schlüpften die Jungen, die immer Hunger hatten. Etwa 2 Wochen später, so Mitte Juni, wurden die Jungen flügge und flogen aus. Aber sie mußten gefüttert werden von den Eltern, die fleißig und unermüdlich Würmchen, Beeren, Raupen und Käfer suchten und verfütterten. Und das konnte jeder Bewohner miterleben, wenn er nur wollte !
Wir saßen auf der Bank und schauten zu wie das braun gefärbte Weibchen heruntergefallene Kirschen den Jungvögeln, die munter hinter ihr herwatschelten, verfütterte und das im Abstand von 1 bis 2 Meter neben uns. Auch das tiefschwarze Amselmänchen mit dem gelben Schnabel fütterte fleißig mit. Nach weiteren drei Wochen waren die beiden Jungvögel soweit, daß sie sich selbsständig ernähren konnten.
Gegen Ende Juni wurde sehr heiß und da haben wir eine kleine Tränke errichtet; dort wo jetzt die Sonnenblumen blühen. Und siehe da, nach nur einem Tag hatten unsere Amseln diese Oase entdeckt. Und dann wurden wir überrascht von der Anpassungsfähigkeit der Amsel. Das Amselmännchen lief unter den Autos durch, kam kurz hinter dem Standort der Vogeltränke durch den Gitterzaun gehüpft und lief zur Tränke, labte sich am Wasser und benetzte sein Gefieder, guckte uns an und verschwand nach ein paar Minuten wieder so wie es gekommen war - also unter den Autos, wo es ja Schatten gab !
Charles Darwin läßt grüßen - die Anpassung der Vogelarten an ihre spezielle Umwelt ist wieder mal bewiesen ! Mal sehen was der Sommer noch so bringt !

Klaus Götze, Ehrenvorsitzender NABU SHK e.V.


Fragen zu diesem Thema an uns:

Baumschutz - Rechtliche Grundlagen

Schutzstatus von Bäumen

Die Grundlage des gesetzlichen Schutzes von Bäumen bildet das Bundesnaturschutzgesetz. In § 1 "Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege" heißt es, dass Natur und Landschaft aufgrund ihres eigenen Wertes und als Grundlage für Leben und Gesundheit des Menschen zu schützen sind, damit die biologische Vielfalt, Eigenart und Schönheit unserer Natur und der Landschaft gesichert sind; auch für die folgenden Generationen. Das schließt selbstverständlich Pflege, Entwicklung und Wiederherstellung von Natur und Landschaft mit ein.
Jeder kann sich dafür einbringen, so steht es im § 2 BNatSchG.
Soweit es um Bäume geht, also auf Parkanlagen, Grünanlagen und an Waldrändern, um Einzelbäume und Gehölze, gilt dieser Schutz unmittelbar !
Welchem gesetzlichen Schutz der einzelne Baum untersteht ist davon abhängig, ob der Baum im Geltungsbereich einer Baumschutzsatzung steht, in einem B - Plan festghesetzt ist, ein Naturdenkmal ist, etc.
Eines ist aber bei allen gesetzlich geschützten Bäumen gleich: Fällungen oder mutwillige Beschädigungen ohne Genehmigung sind rechtswidrig und können ordnungsrechtlich geahndet werden mit Geldbußen bis zu 200.000 Euro !! So steht es in § 69 Abs. 3 Nr. 1 und § 13 BNatSchG und § 213 Abs. 1 Nr. 3 BauGB.

Wir beraten Sie kostenlos bei allen Fragen des Baumschutzes !

Klaus Götze, Ehrenvorsitzender Tel: 03641 / 3167690
Vogelbruten bis Mitte Juni 2017 im Landkreis

Durch unsere vogelkundigen Mitglieder Jürgen Till aus Kahla und Günther Oehmigen aus Eisenberg wurden Mitte des Monats Juni die Nistkästen in den Kirchen Hainichen, Isserstedt und Schöngleina kontrolliert. Leider konnten wir nur in Isserstedt und Schöngleina nachschauen, während die anderen Türme der Kirchen wegen Abwesenheit der Pfarrer verschlossen waren. In Schöngleina wurde 1 Brutpaar Dohlen festgestellt. Der Höhepunkt war in Nerkewitz, wo in einem Nistkasten erst
1 Brutpaar Dohlen ihren Nachwuchs aufzog und gleich danach brütete eine Nilgans. Das war schon ungewöhnlich und wir waren begeistert !
Auf dem TÜP Rothenstein konnte wir erfolgreiche Bruten von Pirol, Grauammer und Braun- und Schwarzkehlchen sowie vom Wendehals und Neuntöter feststellen. Auch der Wiesen- und Baumpieper wurden beobachtet. Leider konnte kein Brutnachweis von Rebhuhn erbracht werden, obwohl vom Biotop her optimale Lebensräume vorhanden sind. Wir gehen davon aus, daß durch die frei laufende Hunde die Tiere vergrämt wurden. Bereits seit mehr als fünf Jahren fehlen die Feldhühner im Schutzgebiet.
Beobachtungen im Jenaer Stadtgebiet zeigen, daß nur wenige Mauersegler und Mehlschwalben am Himmel bis zum 21. Juni zu beobachten waren. Im Durchschnitt konnten nicht mehr als ein halbes Dutzend dieser Vogelarten beobachtet werden. Hingegen Hausrotschwanz, Stieglitz und Kohlmeise sowie sogar der Buchfink brüten in den Gärten in Jena - West.

Jürgen Till, Günther Oehmigen


Foto: Dr. Jochen Eislöffel


Antwort auf Petition nach 18 Monaten - und nichts wird sich zur Nitratproblematik ändern

Antwortschreiben (.pdf Datei)
Das Osterwasser

Osterwasser, geschöpft aus heiligen Quellen, gehörte bereits in vorchristlicher Zeit zu den heidnischen Bräuchen der Menschen auch in Thüringen.
Wasser ist das Symbol der Reinheit und Fruchtbarkeit. Deshalb schöpften die jungen Mädchen in der Nacht vom Ostersonnabend zum Ostersonntag vor Mitternacht das Quellwasser schweigend. Das Schweigen durfte nicht gebrochen werden, damit das Wasser seine Segens- und Heilkraft behielt. Es darf ein kein Tropfen aus dem Krug vergossen werden oder auslaufen.
Dieses Wasser, dann am Morgen des Ostersonntages getrunken, soll ein ganzes Jahr vor Krankheiten und anderem Unglück schützen.
Noch heute werden zur Verehrung des Wassers in den Dörfern auch im Saaleholzlandkreis Brunnen und Quellen bunt geschmückt; so wie in Naschhausen, Bad Klosterlausnitz, Großlöbichau und Großbockedra.

Euer Klaus
Amphibienschutz 2017 - 2800 m Schutzzäune vom NABU SHK installiert !

Am Sonnabend, dem 11. März, haben wir den Amphibienschutzzaun im Rotehofbachtal aufgebaut und uns sehr über die vielen Helfer, die uns bei der ehrenamtlichen Arbeit unterstützt haben, gefreut. Vor allem die Sielmannranger unter der Anleitung ihres Führers Horst Ertel aus Jena waren nicht nur ein große Hilfe, sondern auch Lernende, die mit Eifer und Lust die Zäune unter Anleitung unserer Männer um Volkmar Schmeißer mit installierten. Zu so einem frühen Zeitpunkt haben wir die Schutzzäune mit einer Gesamtlänge von 2800 m, über 4 km verteilt, noch nicht aufgebaut.
Selbst die Vorwitzigsten unter den Frühlaichern können damit erfaßt werden. Unsere Helfer müssen ab heuer jeden Morgen nund jeden Abend die über 200 Eimer leeren und die einzelnen Tiere nach Art erfassen und registrieren.
Wir hoffen, dass die Autofahrer Rücksicht auf unsere freiwilligen Helfer nehmen und vom Gas gehen.

Klaus Götze, Ehrenvorsitzender
Bilder: Horst Ertel, Jena
 
 
 
 

Natur pur: Energiewunder Baum kommt nach der Winterruhe wieder in Fahrt

Bereits ab Mitte März mit der wärmenden Sonne und den immer länger werdenden Tagen vermehren sich die Anzeichen dafür, dass die Zeit der kahlen Äste nun bald vorbei sein wird.
Weiden und Erlen sowie Hasel treiben und deren Pollen sind oft die einzige Nahrung der Königinnen von Hummeln und Bienen für den Beginn ihrer Brut zum Aufbau des neuen Insektenstaates für dieses Jahr.
Kaum später und ebenfalls vor dem Laubaustrieb blühen bald die Schlehen und die Kornelkirschen. Dann folgen mit schwellenden Knospen die Eberesche, Kastanie, Birke, Lärche, Holunder, Weißdorn, Pfaffenhütchen, Traubenkirsche und Berberitze. Wochen später dagegen sind die Lindenarten, die recht unterschiedlich austreibenden Rotbuchen, die Eichen und die Eschen und ganz zuletzt begrünt sich recht zaghaft die mit unserem Klima noch immer nicht so recht vertraute Robinie, auch falsche Akazie genannt.
Die Bäume fahren ihren Stoffwechsel im Frühjahr erst dann an, wenn es eine Zeitlang wärmer draußen ist. Dazu nehmen sie über ihre Wurzeln wieder mehr Wasser auf und mobilisieren gleichzeitig Reservestoffe, die im Wurzelsystem aber auch im Stamm und den Ästen im letzten Jahr gespeichert wurden. Aus diesen Stoffen werden im Frühling die ersten Blätter gebildet und die vor dem Laubaustrieb erscheinenden Blüten. Erst wenn die grünen Blätter ausgebildet und sich die Photosynthese in Gang setzt und selbst aus dem Kohlendioxyd der Luft wieder Zucker, Stärke, Eiweiße und ähnliche Verbindungen hergestellt werden, braucht der Baum nicht mehr auf seine Speicher zurückzugreifen. Ein Quadratmeter Blattfläche produziert stündlich etwa 1 Gramm Zucker, eine große Buche pro Sommer etwa 1,5 Tonnen. Als Nebenprodukt entsteht der Sauerstoff, den die Tiere und Menschen als lebensspendendes Element benötigen. Der Sauerstoff von einem Baum reicht aus, um eine 5 - köpfige Familie mit dem lebensnotwendigen Wundergas zu versorgen!

Klaus Götze, Ehrenvorsitzender
Klaus Götze
Freiberuflicher Hydrogeologe
Semmelweisstraße 14
07743 Jena

Thüringer Landtag
Präsident
Herrn Christian Carius
Jürgen-Fuchs-Straße 1
99098 Erfurt

Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in Thüringen

Sehr geehrter Herr Landtagspräsident,

hiermit bitte ich Sie um Hilfe in folgender Angelegenheit:
Im September 2015 habe ich im Namen des NABU Kreisverband Saale-Holzland-Kreis e.V. eine Petition an den Petitionsausschuss des Thüringer Landtags gesendet.

Thema: Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in Thüringen

Bis zum heutigen Tag habe ich keine Antwort auf meine Anfrage erhalten, obwohl mittlerweile offiziell die Bundesrepublik Deutschland und damit auch das Land Thüringen 1 Milliarde Euro Strafe für die Nichteinhaltung der WRRL an die EU zahlen muss.
Ich bitte sie Ihren Einfluss geltend zu machen, damit baldigst eine Klärung oder eine Antwort an mich erfolgt. Ich bin gern bereit, Ihnen fachlich mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Götze


Forderungen des NABU:

Das Problem kann nur gelöst werden, wenn das Land Thüringen in Zusammenarbeit mit dem Bund eine nationale Stickstoffverhinderungsstrategie erarbeitet. Diese Strategie ergibt sich auch aus den Prämissen der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie und aus der Nationalen Strategie zum Erhalt der biologischen Vielfalt.
Aus unserer Sicht sind folgende Schwerpunkte zu setzen:

1. Als Leitgröße muss ein noch zu akzeptierender Gesamteintrag von reaktivem Stickstoff für Deutschland festgelegt werden. Dieser berücksichtigt die verschiedenen Ökosysteme, die pedologischen Standortverhältnisse und die Gewässersysteme.

2. Zur Ermittlung der Leitgrößen für Stickstoff sind alle zur Verfügung stehenden Daten länderbezogen auszuwerten und zusammen zu führen.

3. Die Einträge aus der Landwirtschaft müssen durch eine lautere EU-Agrarpolitik drastisch reduziert werden. Bei Halbzeit der EU-Förderperiode in 2017 muss das unbedingt erfolgen!

4. Die ökologische Landwirtschaft ist deutlich mehr zu fördern und zu subventionieren, um endlich Ansätze zur Stickstoffreduzierung im Bundesgebiet zu schaffen.

5. Die Düngeverordnung als zentrales Instrument für die spürbare Minderung der Stickstoffeinträge muss reformiert werden.
Schwerpunkte:
- Einbeziehung organischer Düngemittel inkl. Gärreste aus Biogasanlagen
- Ausbringung begrenzen und strengere Anforderungen an die Technik zur Ausbringung der Dünger
- Einführung der Hoftorbilanz für jeden Landwirtschaftsbetrieb
- Ordnungsrechtliche Maßnahmen
- Einführung einer Stickstoffüberschussabgabe

6. Verstärkter Schutz von Trinkwasserschutzgebieten und von Naturschutzgebieten inkl. FFH-Gebieten

7. Verringerung der Einträge in Hot-Spot-Regionen

8. Schrittweise Änderung des Lebensmittelkonsums

Durch die Änderung des Konsumverhaltens lassen sich Stickstoffüberschüsse ausreichend verringern. Der moderne hohe Konsum an tierischen Produkten sollte gesenkt werden und der Preis sollte erhöht werden. Ohne öffentliche Verbraucherinformationen sind diese neuen Konsummuster kaum zu beeinflussen.

Fazit:
Wir erwarten von der Thüringer Landesregierung und den nachgeordneten Ministerien endlich Aktivitäten zur Reduzierung der hohen Nährstoffeinträge in die Gewässer, Böden und Ökosysteme.


Kommission verklagt Deutschland, und damit auch Thüringen, vor dem Gerichtshof der EU wegen Gewässerverunreinigung durch Nitrat

Deutschland wegen Wasserverschmutzung und Nitrat vor Gericht.

Die Europäische Kommission verklagt Deutschland vor dem Gerichtshof der EU, weil es versäumt hat, strengere Maßnahmen gegen die Gewässerverunreinigung durch Nitrat zu ergreifen. Nitrat ist für das Wachstum von Pflanzen von entscheidender Bedeutung und wird häufig als Düngemittel eingesetzt. Allerdings führen überhöhte Mengen zu starken Wasserverunreinigungen mit entsprechenden Folgen für die menschliche Gesundheit, die Wirtschaft und die Umwelt. Der heutige Beschluss folgt auf eine mit Gründen versehene Stellungnahme, die den deutschen Behörden im Juli 2014 übermittelt wurde.
Die von Deutschland zuletzt im Jahr 2012 übermittelten Zahlen sowie mehrere Berichte deutscher Behörden aus jüngster Zeit zeigen eine wachsende Nitratverunreinigung des Grundwassers und der Oberflächengewässer, einschließlich der Ostsee.
Trotz dieser Entwicklungen hat Deutschland keine hinreichenden Zusatzmaßnahmen getroffen, um die Nitratverunreinigung wirksam zu bekämpfen und seine einschlägigen Rechtsvorschriften entsprechend den für Nitrat geltenden EU-Vorschriften zu überarbeiten (Richtlinie 91/676/EWG des Rates). Da die Kommission der Auffassung ist, dass die Verunreinigung der Gewässer durch Nitrat auch im Rahmen der laufenden Überarbeitung des nationalen Aktionsprogramms nicht ausreichend angegangen wird, hat sie beschlossen, Deutschland vor dem Gerichtshof der EU zu verklagen.

Hintergrund:
Die Nitratrichtlinie (Richtlinie 91/676/EWG des Rates vom 12. Dezember 1991) hat zum Ziel, die Wasserqualität in Europa zu verbessern, indem die Verunreinigung von Grund- und Oberflächenwasser durch Nitrat aus landwirtschaftlichen Quellen verhindert und der Einsatz beispielhafter landwirtschaftlicher Verfahren gefördert wird. Die Mitgliedstaaten müssen ihre Gewässer überwachen und jene bestimmen, die durch Verschmutzung bedroht sind. Des Weiteren müssen sie geeignete Aktionsprogramme einrichten, um derartige Verunreinigungen zu verhindern und zu verringern. Die Richtlinie stellt einen wesentlichen Bestandteil der Wasserrahmenrichtlinie (Richtlinie 2000/60/EG) dar und ist eines der Schlüsselinstrumente für den Schutz der Gewässer vor Belastungen durch die Landwirtschaft.
Überhöhte Nitratwerte können das Süßwasser und die Meeresumwelt schädigen, indem sie Algenwachstum begünstigen und dadurch anderes Leben ersticken. Dieser als Eutrophierung bezeichnete Prozess hat eine gravierende Verschlechterung der Wasserqualität und einen Verlust an biologischer Vielfalt zur Folge. Eine Nitratkonzentration von über 50 mg/l kann erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung, insbesondere auf schwangere Frauen und Kleinkinder, haben. Die Entfernung von Nitrat aus Trinkwasser ist sehr kostspielig; sie wird vor allem durch Haushalte und Behörden finanziert.

Weitere Informationen:
- ausführliche Darstellung der wichtigsten Beschlüsse in Vertragsverletzungsverfahren im April 2016: MEMO/16/1452
- zu Vertragsverletzungsverfahren im Bereich Umwelt
- Vertragsverletzungsverfahren allgemein: MEMO/12/12
- Informationen über Vertragsverletzungsverfahren
15 JAHRE Bestehen des NABU SHK e.V. !

Wir sind stolz auf unsere Erfolge!
In den Monaten Mai und Juni sind wieder botanische und ornithologische Exkursionen geplant, die von erfahrenen Fachexperten aus den eigenen Reihen geleitet werden. An diesen Exkursionen können Mitglieder des NABU und Naturfreunde aus nah und fern teilnehmen. Daneben wollen wir uns wieder dem Arten- und Biotopschutz in unserem Landkreis widmen. Schwerpunkte bilden hier die Orchideenwiesen auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Rothenstein.
Die Kindergruppe NAJU Rothenstein trifft sich jeden Monat in der alten Schule in Rothenstein und sucht noch Kinder und Eltern, die mitmachen möchten. Betreut werden die Kinder von jungen Leuten aus unseren Reihen, die den Kindern über Spiele, Basteln und Wanderungen mit der Natur vertraut machen.
In den Herbst- und Wintermonaten finden Vorträge zu Themen des Biotop- und Artenschutzes jeden letzten Freitag im Monat im Vereinszimmer des Gasthauses "Goldenes Schiff" in Maua statt. Die Exkursionen und Vorträge sind kostenfrei. Spenden werden aber gern entgegengenommen und finden Verwendung für die Pflege und den Erhalt der Naturschutzgebiete.