Aktuelles


Vogelbruten bis Mitte Juni 2017 im Landkreis

Durch unsere vogelkundigen Mitglieder Jürgen Till aus Kahla und Günther Oehmigen aus Eisenberg wurden Mitte des Monats Juni die Nistkästen in den Kirchen Hainichen, Isserstedt und Schöngleina kontrolliert. Leider konnten wir nur in Isserstedt und Schöngleina nachschauen, während die anderen Türme der Kirchen wegen Abwesenheit der Pfarrer verschlossen waren. In Schöngleina wurde 1 Brutpaar Dohlen festgestellt. Der Höhepunkt war in Nerkewitz, wo in einem Nistkasten erst
1 Brutpaar Dohlen ihren Nachwuchs aufzog und gleich danach brütete eine Nilgans. Das war schon ungewöhnlich und wir waren begeistert !
Auf dem TÜP Rothenstein konnte wir erfolgreiche Bruten von Pirol, Grauammer und Braun- und Schwarzkehlchen sowie vom Wendehals und Neuntöter feststellen. Auch der Wiesen- und Baumpieper wurden beobachtet. Leider konnte kein Brutnachweis von Rebhuhn erbracht werden, obwohl vom Biotop her optimale Lebensräume vorhanden sind. Wir gehen davon aus, daß durch die frei laufende Hunde die Tiere vergrämt wurden. Bereits seit mehr als fünf Jahren fehlen die Feldhühner im Schutzgebiet.
Beobachtungen im Jenaer Stadtgebiet zeigen, daß nur wenige Mauersegler und Mehlschwalben am Himmel bis zum 21. Juni zu beobachten waren. Im Durchschnitt konnten nicht mehr als ein halbes Dutzend dieser Vogelarten beobachtet werden. Hingegen Hausrotschwanz, Stieglitz und Kohlmeise sowie sogar der Buchfink brüten in den Gärten in Jena - West.

Jürgen Till, Günther Oehmigen


Foto: Dr. Jochen Eislöffel


Antwort auf Petition nach 18 Monaten - und nichts wird sich zur Nitratproblematik ändern

Antwortschreiben (.pdf Datei)
Das Osterwasser

Osterwasser, geschöpft aus heiligen Quellen, gehörte bereits in vorchristlicher Zeit zu den heidnischen Bräuchen der Menschen auch in Thüringen.
Wasser ist das Symbol der Reinheit und Fruchtbarkeit. Deshalb schöpften die jungen Mädchen in der Nacht vom Ostersonnabend zum Ostersonntag vor Mitternacht das Quellwasser schweigend. Das Schweigen durfte nicht gebrochen werden, damit das Wasser seine Segens- und Heilkraft behielt. Es darf ein kein Tropfen aus dem Krug vergossen werden oder auslaufen.
Dieses Wasser, dann am Morgen des Ostersonntages getrunken, soll ein ganzes Jahr vor Krankheiten und anderem Unglück schützen.
Noch heute werden zur Verehrung des Wassers in den Dörfern auch im Saaleholzlandkreis Brunnen und Quellen bunt geschmückt; so wie in Naschhausen, Bad Klosterlausnitz, Großlöbichau und Großbockedra.

Euer Klaus
Amphibienschutz 2017 - 2800 m Schutzzäune vom NABU SHK installiert !

Am Sonnabend, dem 11. März, haben wir den Amphibienschutzzaun im Rotehofbachtal aufgebaut und uns sehr über die vielen Helfer, die uns bei der ehrenamtlichen Arbeit unterstützt haben, gefreut. Vor allem die Sielmannranger unter der Anleitung ihres Führers Horst Ertel aus Jena waren nicht nur ein große Hilfe, sondern auch Lernende, die mit Eifer und Lust die Zäune unter Anleitung unserer Männer um Volkmar Schmeißer mit installierten. Zu so einem frühen Zeitpunkt haben wir die Schutzzäune mit einer Gesamtlänge von 2800 m, über 4 km verteilt, noch nicht aufgebaut.
Selbst die Vorwitzigsten unter den Frühlaichern können damit erfaßt werden. Unsere Helfer müssen ab heuer jeden Morgen nund jeden Abend die über 200 Eimer leeren und die einzelnen Tiere nach Art erfassen und registrieren.
Wir hoffen, dass die Autofahrer Rücksicht auf unsere freiwilligen Helfer nehmen und vom Gas gehen.

Klaus Götze, Ehrenvorsitzender
Bilder: Horst Ertel, Jena
 
 
 
 

Natur pur: Energiewunder Baum kommt nach der Winterruhe wieder in Fahrt

Bereits ab Mitte März mit der wärmenden Sonne und den immer länger werdenden Tagen vermehren sich die Anzeichen dafür, dass die Zeit der kahlen Äste nun bald vorbei sein wird.
Weiden und Erlen sowie Hasel treiben und deren Pollen sind oft die einzige Nahrung der Königinnen von Hummeln und Bienen für den Beginn ihrer Brut zum Aufbau des neuen Insektenstaates für dieses Jahr.
Kaum später und ebenfalls vor dem Laubaustrieb blühen bald die Schlehen und die Kornelkirschen. Dann folgen mit schwellenden Knospen die Eberesche, Kastanie, Birke, Lärche, Holunder, Weißdorn, Pfaffenhütchen, Traubenkirsche und Berberitze. Wochen später dagegen sind die Lindenarten, die recht unterschiedlich austreibenden Rotbuchen, die Eichen und die Eschen und ganz zuletzt begrünt sich recht zaghaft die mit unserem Klima noch immer nicht so recht vertraute Robinie, auch falsche Akazie genannt.
Die Bäume fahren ihren Stoffwechsel im Frühjahr erst dann an, wenn es eine Zeitlang wärmer draußen ist. Dazu nehmen sie über ihre Wurzeln wieder mehr Wasser auf und mobilisieren gleichzeitig Reservestoffe, die im Wurzelsystem aber auch im Stamm und den Ästen im letzten Jahr gespeichert wurden. Aus diesen Stoffen werden im Frühling die ersten Blätter gebildet und die vor dem Laubaustrieb erscheinenden Blüten. Erst wenn die grünen Blätter ausgebildet und sich die Photosynthese in Gang setzt und selbst aus dem Kohlendioxyd der Luft wieder Zucker, Stärke, Eiweiße und ähnliche Verbindungen hergestellt werden, braucht der Baum nicht mehr auf seine Speicher zurückzugreifen. Ein Quadratmeter Blattfläche produziert stündlich etwa 1 Gramm Zucker, eine große Buche pro Sommer etwa 1,5 Tonnen. Als Nebenprodukt entsteht der Sauerstoff, den die Tiere und Menschen als lebensspendendes Element benötigen. Der Sauerstoff von einem Baum reicht aus, um eine 5 - köpfige Familie mit dem lebensnotwendigen Wundergas zu versorgen!

Klaus Götze, Ehrenvorsitzender
Klaus Götze
Freiberuflicher Hydrogeologe
Semmelweisstraße 14
07743 Jena

Thüringer Landtag
Präsident
Herrn Christian Carius
Jürgen-Fuchs-Straße 1
99098 Erfurt

Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in Thüringen

Sehr geehrter Herr Landtagspräsident,

hiermit bitte ich Sie um Hilfe in folgender Angelegenheit:
Im September 2015 habe ich im Namen des NABU Kreisverband Saale-Holzland-Kreis e.V. eine Petition an den Petitionsausschuss des Thüringer Landtags gesendet.

Thema: Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in Thüringen

Bis zum heutigen Tag habe ich keine Antwort auf meine Anfrage erhalten, obwohl mittlerweile offiziell die Bundesrepublik Deutschland und damit auch das Land Thüringen 1 Milliarde Euro Strafe für die Nichteinhaltung der WRRL an die EU zahlen muss.
Ich bitte sie Ihren Einfluss geltend zu machen, damit baldigst eine Klärung oder eine Antwort an mich erfolgt. Ich bin gern bereit, Ihnen fachlich mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Götze


Forderungen des NABU:

Das Problem kann nur gelöst werden, wenn das Land Thüringen in Zusammenarbeit mit dem Bund eine nationale Stickstoffverhinderungsstrategie erarbeitet. Diese Strategie ergibt sich auch aus den Prämissen der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie und aus der Nationalen Strategie zum Erhalt der biologischen Vielfalt.
Aus unserer Sicht sind folgende Schwerpunkte zu setzen:

1. Als Leitgröße muss ein noch zu akzeptierender Gesamteintrag von reaktivem Stickstoff für Deutschland festgelegt werden. Dieser berücksichtigt die verschiedenen Ökosysteme, die pedologischen Standortverhältnisse und die Gewässersysteme.

2. Zur Ermittlung der Leitgrößen für Stickstoff sind alle zur Verfügung stehenden Daten länderbezogen auszuwerten und zusammen zu führen.

3. Die Einträge aus der Landwirtschaft müssen durch eine lautere EU-Agrarpolitik drastisch reduziert werden. Bei Halbzeit der EU-Förderperiode in 2017 muss das unbedingt erfolgen!

4. Die ökologische Landwirtschaft ist deutlich mehr zu fördern und zu subventionieren, um endlich Ansätze zur Stickstoffreduzierung im Bundesgebiet zu schaffen.

5. Die Düngeverordnung als zentrales Instrument für die spürbare Minderung der Stickstoffeinträge muss reformiert werden.
Schwerpunkte:
- Einbeziehung organischer Düngemittel inkl. Gärreste aus Biogasanlagen
- Ausbringung begrenzen und strengere Anforderungen an die Technik zur Ausbringung der Dünger
- Einführung der Hoftorbilanz für jeden Landwirtschaftsbetrieb
- Ordnungsrechtliche Maßnahmen
- Einführung einer Stickstoffüberschussabgabe

6. Verstärkter Schutz von Trinkwasserschutzgebieten und von Naturschutzgebieten inkl. FFH-Gebieten

7. Verringerung der Einträge in Hot-Spot-Regionen

8. Schrittweise Änderung des Lebensmittelkonsums

Durch die Änderung des Konsumverhaltens lassen sich Stickstoffüberschüsse ausreichend verringern. Der moderne hohe Konsum an tierischen Produkten sollte gesenkt werden und der Preis sollte erhöht werden. Ohne öffentliche Verbraucherinformationen sind diese neuen Konsummuster kaum zu beeinflussen.

Fazit:
Wir erwarten von der Thüringer Landesregierung und den nachgeordneten Ministerien endlich Aktivitäten zur Reduzierung der hohen Nährstoffeinträge in die Gewässer, Böden und Ökosysteme.


Kommission verklagt Deutschland, und damit auch Thüringen, vor dem Gerichtshof der EU wegen Gewässerverunreinigung durch Nitrat

Deutschland wegen Wasserverschmutzung und Nitrat vor Gericht.

Die Europäische Kommission verklagt Deutschland vor dem Gerichtshof der EU, weil es versäumt hat, strengere Maßnahmen gegen die Gewässerverunreinigung durch Nitrat zu ergreifen. Nitrat ist für das Wachstum von Pflanzen von entscheidender Bedeutung und wird häufig als Düngemittel eingesetzt. Allerdings führen überhöhte Mengen zu starken Wasserverunreinigungen mit entsprechenden Folgen für die menschliche Gesundheit, die Wirtschaft und die Umwelt. Der heutige Beschluss folgt auf eine mit Gründen versehene Stellungnahme, die den deutschen Behörden im Juli 2014 übermittelt wurde.
Die von Deutschland zuletzt im Jahr 2012 übermittelten Zahlen sowie mehrere Berichte deutscher Behörden aus jüngster Zeit zeigen eine wachsende Nitratverunreinigung des Grundwassers und der Oberflächengewässer, einschließlich der Ostsee.
Trotz dieser Entwicklungen hat Deutschland keine hinreichenden Zusatzmaßnahmen getroffen, um die Nitratverunreinigung wirksam zu bekämpfen und seine einschlägigen Rechtsvorschriften entsprechend den für Nitrat geltenden EU-Vorschriften zu überarbeiten (Richtlinie 91/676/EWG des Rates). Da die Kommission der Auffassung ist, dass die Verunreinigung der Gewässer durch Nitrat auch im Rahmen der laufenden Überarbeitung des nationalen Aktionsprogramms nicht ausreichend angegangen wird, hat sie beschlossen, Deutschland vor dem Gerichtshof der EU zu verklagen.

Hintergrund:
Die Nitratrichtlinie (Richtlinie 91/676/EWG des Rates vom 12. Dezember 1991) hat zum Ziel, die Wasserqualität in Europa zu verbessern, indem die Verunreinigung von Grund- und Oberflächenwasser durch Nitrat aus landwirtschaftlichen Quellen verhindert und der Einsatz beispielhafter landwirtschaftlicher Verfahren gefördert wird. Die Mitgliedstaaten müssen ihre Gewässer überwachen und jene bestimmen, die durch Verschmutzung bedroht sind. Des Weiteren müssen sie geeignete Aktionsprogramme einrichten, um derartige Verunreinigungen zu verhindern und zu verringern. Die Richtlinie stellt einen wesentlichen Bestandteil der Wasserrahmenrichtlinie (Richtlinie 2000/60/EG) dar und ist eines der Schlüsselinstrumente für den Schutz der Gewässer vor Belastungen durch die Landwirtschaft.
Überhöhte Nitratwerte können das Süßwasser und die Meeresumwelt schädigen, indem sie Algenwachstum begünstigen und dadurch anderes Leben ersticken. Dieser als Eutrophierung bezeichnete Prozess hat eine gravierende Verschlechterung der Wasserqualität und einen Verlust an biologischer Vielfalt zur Folge. Eine Nitratkonzentration von über 50 mg/l kann erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung, insbesondere auf schwangere Frauen und Kleinkinder, haben. Die Entfernung von Nitrat aus Trinkwasser ist sehr kostspielig; sie wird vor allem durch Haushalte und Behörden finanziert.

Weitere Informationen:
- ausführliche Darstellung der wichtigsten Beschlüsse in Vertragsverletzungsverfahren im April 2016: MEMO/16/1452
- zu Vertragsverletzungsverfahren im Bereich Umwelt
- Vertragsverletzungsverfahren allgemein: MEMO/12/12
- Informationen über Vertragsverletzungsverfahren
15 JAHRE Bestehen des NABU SHK e.V. !

Wir sind stolz auf unsere Erfolge!
In den Monaten Mai und Juni sind wieder botanische und ornithologische Exkursionen geplant, die von erfahrenen Fachexperten aus den eigenen Reihen geleitet werden. An diesen Exkursionen können Mitglieder des NABU und Naturfreunde aus nah und fern teilnehmen. Daneben wollen wir uns wieder dem Arten- und Biotopschutz in unserem Landkreis widmen. Schwerpunkte bilden hier die Orchideenwiesen auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Rothenstein.
Die Kindergruppe NAJU Rothenstein trifft sich jeden Monat in der alten Schule in Rothenstein und sucht noch Kinder und Eltern, die mitmachen möchten. Betreut werden die Kinder von jungen Leuten aus unseren Reihen, die den Kindern über Spiele, Basteln und Wanderungen mit der Natur vertraut machen.
In den Herbst- und Wintermonaten finden Vorträge zu Themen des Biotop- und Artenschutzes jeden letzten Freitag im Monat im Vereinszimmer des Gasthauses "Goldenes Schiff" in Maua statt. Die Exkursionen und Vorträge sind kostenfrei. Spenden werden aber gern entgegengenommen und finden Verwendung für die Pflege und den Erhalt der Naturschutzgebiete.