Amphibienschutz


Warum ist Hilfe für die heimischen Lurche notwendig?

Der Frühling kommt dieses Jahr etwas später als in den vergangenen drei Jahren und spätestens Mitte bis Ende März bricht die Hauptwanderungszeit unserer heimischen und heimlichen Gras- und Teichfrösche, Erdkröten, Berg- und Teichmolche an. Deshalb wurden am 19. März von den NABU-Aktiven des KV SHK, den Sielmann Rangern Jena nebst Eltern, Jugendlichen vom Lernhof Trockenborn-Wolfersdorf und Familien aus Stadtroda wieder, wie in den vergangenen Jahren, über 2600 m Schutzzäune im Leubengrund bei Kahla und Rote-Hofbachtal zwischen Gneus und Wolfersdorf aufgestellt.
Diese Hilfe ist wichtig, denn die Hochzeit der Lurche steht bevor und die Tiere wollen mit Macht ihr Laichgewässer aufsuchen, dort wo sie geboren sind, soll auch der Nachwuchs zur Welt kommen.
Unser fortpflanzungsbereites Erdkrötenweibchen wird ab einer Erwärmung auf 12 - 14 Grad aufwachen, sich strecken, den warmen Regenguß begrüßen und dann ohne zu zögern dem Laichgewässer zustreben und unterwegs wird sie auf Männchen treffen, das sich an sie klammern wird. Oft muß das Weibchen mehrere Männchen schleppen. Das ist einfach lästig!
Doch nach vielen hundert Metern Huckepack kommt wieder die große Straße wie zwischen Rote-Hofbachsmühle und Gneuß-Wolfersdorf. Da wird unserem Krötenweibchen Angst und Bange, denn es sausen viele Autos darüber und so ist das Risiko, die Straße unbeschadet zu überqueren, groß. Doch im Rote-Hofbachtal, im Leubengrund, bei Tautenburg, bei Quirla, bei Bobek, bei Altendorf und anderen Ecken und Winkeln des Kreises haben die Freunde der Lurche Schutzzäune an den Straßenrändern errichtet und unser Erdkötenweibchen wandert so in einen ebenerdig eingegrabenen Eimer, den fleißige Helfer früh am Morgen und abends über die Straße tragen und so ihr Überleben sichern.
Das geht so 5 bis 6 Wochen und ist auf die Dauer natürlich auch nicht ungefährlich für die ehrenamtlichen Helfer.
Auf diese Weise helfen wir mit, dass der Bestand an Lurchen in diesen Gebieten sich kontinuierlich weiter entwickeln kann, denn in vielen Gegenden wurden die Lebensräume der Lurche beseitigt und verbaut. Unser Erdkrötenweibchen wird sich freuen, dass wenigstens auf diesen Straßenabschnitten sie und ihre Verwandten sicher zum Laichgewässer gelangen und für Nachwuchs sorgen können.
Deshalb bitten Bergmolch, Teichmolch, Erdkröte, Grasfrosch, Moorfrosch alle Autofahrer um Rücksichtnahme, also Gas weg.
Die Laichgewässer befinden sich im Rothe-Hofbachtal zwischen der Abfahrt Meusebach und der Rothe-Hofbachmühle. Die dort bänderartig aufgereihten Teiche sind grundwassergespeiste, klare Gewässer, die schon seit mehreren tausend Jahren von Amphibien als Reproduktiongebiete aufgesucht werden. Nach der Eiablage an Wasserpflanzen oder ins freie Wasser kehren die Tiere im Laufe des Frühlings wieder in ihre Sommerquartiere zurück. Durch die Einzelwanderungen über einen längeren Zeitraum, schaffen es eine Mehrzahl der Amphibien heil über die Straße zurückzuwandern. Im Sommer gibt es dann den sog. Froschregen, wenn die Jungfrösche und kleinen Kröten ihre Teich-Kinderstube verlassen und sich einen Lebensraum in Wald und Wiese suchen. Ihren Geburtsort werden sie nie vergessen und sie kehren immer wieder an das gleiche Gewässer zurück, auch dann, wenn der Mensch das Gewässer beseitigt hat. Wie sie das finden, wird ihr ewiges Geheimnis bleiben.

Christiane Steinhardt


Fleißige Helfer der Sielmann Ranger mit Roland Seime Vom NABU. (Foto: H. Ertel)

Ergebnisse der Amphibienwanderung 2013 im Rotehofbachtal

Bericht über die Betreuung der Lurchschutzzäune durch Dr. Norbert und Yvonne Kasch

Die diesjährige Amphibienwanderung im Rotehofbachtal zwischen Tröbnitz und Trockenborn Wolfersdorf (Saale - Holzland - Kreis) setzte im Gegensatz zu den vergangenen Jahren recht spät ein. Bedingt durch den langen Winter wurden unsere Amphibienzäune erst am 06.04.2013 aufgebaut. Die ersten Wanderaktivitäten registrierten wir dann am 10.04. Durch frostfreie Nächte mit Temperaturen um 7 - 8 °C mit Regen und den danach heiteren bis sonnig - warmen Tagen standen viele Amphibien bereits in den Startlöchern und begannen ihre jährliche Wanderung zu ihren Laichgebieten fast invasionsartig. So hatten wir in den folgenden Tagen alle Hände voll zu tun. Bis zu 2.800 Erdkröten, Knoblauchkröten und Bergmolche wurden täglich gezählt. Bereits am 17.04. war der große Ansturm vorüber. Einige Nachzügler zählten wir noch bis zum 21.04. Danach liefen die Zahlen gegen Null und die Zäune konnten abgebaut werden, um die Rückwanderung nicht zu gefährden. Durch die optimale Bereitstellung der Amphibienzäune wurden die Verluste auf ein äußerstes Maß reduziert. An dieser Stelle sei auch ein großer Dank an alle PKW - und LKW - Fahrer ausgesprochen, die größten Teils entsprechend der aufgestellten Hinweisschilder vorsichtig und aufmerksam gefahren sind.
Zusammenfassend wurde im Jahr 2013 an unseren Amphibienzäunen im Rotehofbachtal 9.566 Amphibien über die Straße geholfen. Darunter waren 6.562 Erdkröten, 200 Teichfrösche, einige Knoblauchkröten und über 400 Bergmolche sowie über 1.900 Teichmolche. Nur wenige Lurche wurden durch Autos überfahren.
Wir bedanken uns bei allen Helfern aus den Reihen des NABU SHK e.V. und Freunden des Vereins, die beim Ab- und Aufbau der Amphibienzäune mitgeholfen und uns bei unseren Aktivitäten zum Schutz der Amphibienpopulationen unterstützt haben. Ein riesengroßes Dankeschön geht auch an die Familie Bödefeld aus Geisenhain, deren tatkräftige Hilfe eine große Unterstützung war. Der Abbau der Zäune erfolgte am 21. / 22. April 2013 durch Volkmar Schmeißer.
Im Leubengrund wurden wie bereits in den letzten 10 Jahren die Lurchschutzzäune an der Trompetermühle bis zur Linzmühle von der Familie Larws, 4 Kinder nebst Mama und an der Lindenmühle durch Frau Fiedler und Tochter Annett betreut. Insgesamt wurden 1.500 Amphibien im Leubengrund registriert.

An dieser Stelle vielen vielen Dank an alle Helfer !

Norbert Kasch, Yvonne Kasch


Hilfe für unsere heimischen Lurche - Schutzzäune sind aufgebaut

Etwa ein Dutzend Mitglieder und Freunde des NABU - Kreisverbandes Saale - Holzland haben am Wochenende wieder mit viel Fleiß 2500 Meter Lurchschutzzäune im Rotehofbachtal zwischen Wolfersdorf bis zur Abzweigung der Kreisstraße nach Weißbach aufgebaut. Mit Warnschildern, auf denen ein Ausrufezeichen über einem Lurch zu sehen ist, wird den Autofahrern ein Signal gegeben, dass zum vorsichtigen Fahren hinweist. Auch wurde auf unsere Anregung hin eine Geschwindigkeits-begrenzung auf 50 km / h über die Untere Naturschutzbehörde für die Dauer der Wanderung der Molche, Kröten und Frösche mit behördlicher Genehmigung festgelegt. Vielen Dank für die gute Zusammenarbeit!
Wir bitten die Autofahrer um Rücksichtnahme für unsere Helfer, die ab Samstag bis Ende April täglich früh und am Abend die Amphibien einsammeln und in die Laichgewässer tragen, die auf der anderen Straßenseite liegen. Ungefähr 70 bis 80 mal müssen die Helfer die Straße überqueren. Die tägliche Einsatzzeit dauert 4 bis 5 Stunden. Der Lurchzaun im kühlen Rotehofbachtal ist der längste in ganz Thüringen.
In diesem Jahre hat sich durch den lang anhaltenden und kalten Nachwinter die oft massive Wanderung (bis zu mehreren hundert Exemplaren) unserer heimischen Lurche um 10 bis 12 Tage gegenüber den Vorjahren verzögert. Vor allem die Erdkröten als Frühlaicher sitzen schon in ihren Verstecken unter der Erde und so bald es dort 5 bis 6 Grad warm wird, graben sie sich aus und wandern oft kilometerweit zu ihren Gewässern, wo sie geboren wurden. Zeitlich etwas später folgen die Molche und dann die Frösche. Nach dem Ablaichen verbleiben die Tiere noch einige Zeit im Gewässer und wandern dann einzeln zurück in ihre Landlebensräume.
Der NABU - Vorstand möchte sich bei den vielen Helfern zum Aufbau der Amphibienschutzzäune herzlich für ihren Einsatz zum Wohle der Allgemeinheit im Artenschutz bedanken. Unser Dankeschön geht auch an den Inhaber des Schnellimbisses Jörg Eismann aus Reinstädt, der wie schon in den letzten Jahren vor Ort unsere tüchtigen Helfer mit Rostbrätchen, Bratwürsten und warmen Getränken versorgte.

Mit freundlichen Grüßen
Christiane Steinhardt, Schatzmeisterin


Foto: H. Kraußer, NABU SHK e.V.

Foto: H. Kraußer, NABU SHK e.V.

Aktiv zum Schutz der Lurche und zum Erhalt der biologischen Vielfalt

Die Mitglieder des NABU - KV SHK e.V. haben auch in diesem Frühjahr erfolgreich aktiven Artenschutz im Landkreis praktiziert. In der Zeit vom 26.03. bis 11.04.2011 wurden täglich zwei Mal die Amphibienschutzzäune im Rote - Hofbachtal abgegangen.
Durch die sonnigen und warmen Tage Anfang April wurden die Lurche wieder aktiv und wanderten zu Tausenden in die Laichgewässer ein. An manchen Tagen wurden bei Regen an den Schutzzäunen im Rote - Hofbachtal von mir und Frank Walterhöfer u.a. Helfern über 2000 Tiere in den Eimern gezählt. Da hatten wir oft früh und am Abend 3 bis 4 Stunden zu tun, um die Amphibien aus den Eimern zu bergen, sie zu zählen, nach den einzelnen Arten zu bestimmen und über die Kreisstraße in die Laichgewässer zu schaffen.
Auch die Familien Larws und Fiedler im Leubengrund hatten alle Hände voll zu tun, denn dort werden jedes Jahr mehr Lurche gezählt, die an die zum Teil erst vor 10 bis 15 Jahren neu angelegten bzw. renaturierten Teiche kommen, um für Nachwuchs zu sorgen.
Ein Lob geht an die Autofahrer im Rote - Hofbachtal, die zumeist Rücksicht auf die mit Warnwesten ausgestatteten Helfer nahmen. Wir haben festgestellt, dass die Schutzzäune nicht ausreichen, um im Leubengrund alle aus der Umgebung zu den Teichen wandernden Amphibien zu erfassen. Deshalb würden wir uns sehr freuen, wenn sich Spender für die Anschaffung von 100 bis 200 Meter Schutzaun finden würden (Kosten 100 m ca. 300 Euro).

Christiane Steinhardt, Betreuerin der Amphibienschutzzäune
Aktiver Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt im Landkreis

Schaffung neuer Tümpel auf dem TÜP Rothenstein für bedrohte Amphibien

Dieses Wochenende vom 03.09. bis 04.09.2010 war eines der wichtigsten im ganzen Jahr, denn nach den im vorigen Jahre 2009 vergeblichen Bemühens beim LVA Weimar um Projektmittel für den amphibischen Artenschutz im "Jahr der Biologischen Vielfalt" haben wir es nun aus eigener Kraft und mit Hilfe eines hier nicht genannten Sponsors geschafft, ein halbes Dutzend neuer kleiner und größerer Tümpel im NSG / FFH-Gebiet "Spitzenberg - Schießplatz Rothenstein - Borntal" mit Hilfe eines kleinen Baggers in zwei Tagen fertig zu stellen. Damit stehen den streng geschützten Amphibienarten wie Kreuzkröten, Gelbbauchunken und den Kammmolchen wieder neue aquatische Lebensräume zur Verfügung, die nach unseren Erfahrungen in kürzester Zeit von den Lurchen angenommen und besiedelt werden.
Die meisten Tümpel werden nur über Niederschläge gespeist, nennen sich "Himmelslöcher" und werden nur zeitweise Wasser im Winter und Frühjahr führen, während der größere Teich im hinteren Löschtal durch ganzjährig schüttende Quellen aus dem Buntsandstein gespeist wird. Verdichtete, tonige Substrate der Teichböden verhindern eine schnelle Versickerung des Wassers. Die Teiche und Tümpel sind zwischen 20 bis 50 Quadratmeter groß, nur etwa 0,3 bis 1,0 m tief und stellen damit günstige Biotope zum Ablaichen der auf dem TÜP existierenden Amphibienarten dar. Die Lage der Tümpel in der freien Landschaft garantiert die ganztägige Besonnung, so daß sich das Wasser schnell erwärmen kann und bieten damit günstige Ausgangsbedingungen zur Reproduktion von Amphibien. Das unebene Geländerelief mit Runsen, Abgrabungen, locker liegenden Steinen und Ablagerungen der ausgehobenen Erdschichten (Wall) bieten den Tieren Verstecke in der unmittelbaren Umgebung der Tümpel vor Fraßfeinden.
Solche Lebensräume sind auf dem TÜP sehr rar, da fast alle Tümpel aus den Zeiten der von 1946 bis 1993 gehenden militärischen Nutzung des Gebietes durch die Rote Armee im Laufe der Jahre verlandet oder zugewachsen sind. Daher wurde von uns dieses Projekt angeschoben und mit dem Nutzer der Flächen sowie der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes Eisenberg vor Ort abgestimmt.
Wir beabsichtigen, die Besiedlung der Gewässer mit Pflanzen und Tieren in den kommenden Jahren zu beobachten und zu dokumentieren.
An dieser Stelle sei nochmals dem uns befreundeten Tiefbaubetrieb aus Jena und dem Baggerführer Bodo gedankt, der trotz der Nässe alle Arbeiten geschickt und ohne Probleme ausführte, die vor Ort von den NABU - Aktiven Rudi Heyer, Hans Kraußer und Roland Seime begleitet wurden.

Klaus Götze


Foto: H. Kraußer - NABU SHK

Mit Hilfe eines selbst gebauten spezillen Fangkorbes wurden alle permanent das ganze Jahr über mit Wasser gefüllten Teiche im NSG "Spitzenberg - Schießplatz
Rothenstein - Borntal" auf Lurche hin untersucht. dabei konnte festgestellt werden, daß in den Teichen Berg- und Teichmolche sowie mehrere europäisch geschützte
Arten vorkommen.
Dazu gehören u. a. die Gelbbauchunken und Kreuzkröten. Durch weitere Teiche wollen wir im Herbst noch zusätzliche Stillgewässer zur Verbesserung der
Lebnesbedingungen schaffen.
Längster Amphibienzaun in Thüringen steht im Rote - Hofbachtal bei Wolfersdorf

Bei frühlingshaftem, sonnigen Wetter wurden von uns am Mittwoch den 24. März 2010 die Schutzzäune für die Lurche installiert. Wie schon in den vergangenen Jahren hat uns der umsichtige Tino Schau aus Jena mit seinem Kleinbus die gesamte Ausrüstung für 2600 m Krötenzaun am frühen Morgen in das Rote - Hofbachtal bei Wolfersdorf / Gneus gefahren und mit angepackt. Dort trafen sich 12 NABU - Aktive aus Kahla, Eisenberg, Jena, Legefeld, Altenberga, Röttelmisch und Hermsdorf, die die Sicherheitszäune fachgerecht aufstellten und sicherten. Diese erste Strecke des Krötenzaunes erstreckt sich über fast 3 Kilometer Länge und gehört mit 2200 m zu den längsten Schutzzäunen in ganz Thüringen. Erst am frühen Nachmittag war alles geschafft und dann gings weiter in den Leubengrund bei Lindig / Kahla, wo 400 m Zäune an der Lindenmühle und an der Trompetermühle gesetzt wurden. Diese Abschnitte werden wie auch in den Jahren zuvor von den Kindern der im Leubengrund wohnenden Familien Fiedler und Larws betreut, während im Rote - Hofachtal die Betreuung durch Herrn Klaus Rücknagel zusammen mit Christiane Steinhardt übernommen wird. Die Schutzzäune werden jeden Tag am frühen Morgen und am Spätnachmittag betreut und das über fünf Wochen! Dabei werden die Amphibien nach den einzelnen Arten und Individuenanzahl erfasst, in einem Eimer über die Landstraße getragen und an ihren Laichgewässern abgesetzt. Allein im Rote - Hofbachtal müssen täglich zwei mal 250 Eimer kontrolliert werden inkl. der Verkehrssicherheit der Zäune wegen des hohen Verkehrsaufkommens.
Durch die schnelle Erwärmung haben sich bereits am Mittwoch die vorwitzigsten der Erdkröten und Grasfrösche auf den Weg zu ihren Laichgewässern gemacht, denn sie kehren jedes Jahr in das gleiche Gewässer zum Laichen zurück, in dem sie geboren sind.
Wir bitten die Autofahrer ganz herzlich bei Sicht der grünen Folienzäune vorsichtig zu fahren und den Fuß vom Gas zu nehmen, denn unsere Helfer könnten auf der Kontrollstrecke sein.
Unser Dank gehört insbesondere Günther Oehmigen, Klaus Rücknagel, Roland Seime, Frank Steinhardt, Volkmar Schmeißer, Dominik Huber, Rudi Heyer, Ekkehard Rauche, Reinhardt Bütow, Lutz Franke und Sandra Hutschenreuther sowie Klaus Götze als Organisator. Bei den Wirtsleuten des Gasthauses "Goldenes Schiff" bedanken wir uns für das Vesperbrot vor Ort.
Mit dieser Ehrenamtstätigkeit leisten wir als NABU SHK einen wesentlichen Beitrag zum Überleben der Lurche und somit zum Erhalt der Artenvielfalt in unserer Heimat.

Jörg Ozegowski / Christiane Steinhardt
Hilfe für Amphibien auf TÜP Rothenstein geplant

Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz (TÜP) Rothenstein, der  als NSG und FFH - Gebiet gesichert ist, kommen neben dem Grasfrosch, Erdkröte, Bergmolch,
Teichmolch und Kreuzkröte auch europäisch geschützte Arten mit Laubfrosch, Gelbbauchunke und Kammmolch vor. Durch die Aufgabe der militärischen Nutzung im
Jahre 1993 sind viele der Teiche, Tümpel, Fahrrinnen und wassergefüllten Senken verlandet und teilweise ausgetrocknet.
Gemäß der nationalen und internationalen Verpflichtungen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt, die sich aus der FFH- RL und dem UNESCO - Programm
"Der Mensch und die Biosphäre" ergeben, haben wir uns entschlossen, in 2010 einen kleinen Beitrag konkret mit einem Hilfprogramm zum Erhalt und der Weiterentwicklung der Amphibienlebensräume zu leisten.
Geplant sind von uns als Kreisverband die Renaturierung von Standgewässern und die Neuschaffung weiterer stehender Gewässer im NSG. Dazu sind Fremdleistungen mit entsprechender Technik vorgesehen. Das Vorhaben wird mit der Unteren Naturschutz behörde naturschutzfachlich abgeglichen. Ein Antrag auf Gewährung einer Zuwendung zur Förderung von Maßnahmen zur Entwicklung von Natur und Landschaft im Rahmen der Richtlinie des TMLNU vom 14.5.08
(Thür.St.AnzNr. 23 / 2008) über die Förderung der Entwicklung des ländlichen Raumes durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds (ELER) wurde erarbeitet.
Mit diesem Projekt wollen wir zur Verbesserung  der Lebensräume, Stabilisierung und weiteren Verbreitung aller Amphibienarten auf dem TÜP beitragen.

Christiane Steinhardt

Amphibien besiedeln neue Laichgewässer im Leubengrund bei Lindig


Im Jahre 2002 wurde im Leubengrund ein neues Stillgewässer geschaffen, das im Laufe von 6 bis 7 Jahren sukzessive von Amphibien neu besiedelt wurde. Das zeigen unsere feldherpetologischen Untersuchungen. Im ersten und zweiten Jahr nach der Schaffung eines kleinen, etwa 120 bis 130 Quadratmeter großen und 0,5 bis 1 m tiefen Teiches 250 m unterhalb des Ehrenmals für die KZ-Häftlinge des Lagers im Leubengrund, konnten keine Amphibien beobachtet werden.
Bereits im Frühjahr des 3. Jahres, also 2005 wurden einzelne Erdkröten in der Laichzeit Anfang April von uns gesichtet. Mit Beginn des Frühlings im Jahre 2006 konnten wir etwa 1 bis 2 Dutzend Erdkrötenmännchen und nur wenige Weibchen bei ihren Wanderungen beobachten. Die langen schwarzen Laichschnüre waren der Beweis für die Erstbesiedlung durch diese Art.
Im Jahre 2007 wurden neben den dominanten Erdkröten auch die ersten Bergmolche angetroffen, die das Gewässer zum Laichen nutzen. Auch Teichfrösche ließen sich durch ihr Rufen an warmen Tagen im Juni 2007 feststellen. Wenige Teichmolche konnten erst ab 2008 beobachtet werden.
Im Frühjahr 2009 konnten durch ganztägige und nächtliche Beobachtungen neben den Erdkröten,
Berg- und Teichmolchen auch die ersten Wasserfrösche verhört werden. Die Gruppe der früh laichenden Amphibien haben das Biotop aus zweiter Hand angenommen. Wir hoffen, dass noch  weitere Arten wie beispielsweise der Laubfrosch das Biotop annehmen.

Christiane Steinhardt
Winterquartier für Erdkröten

Auf der Suche nach einem Winterquartier enden die Erdkröten manchmal in tödlichen Fallen am Haus. Sie stürzen in die Schächte der Kellerfenster und überstehen den Winter dort vielleicht unter Laub. Aber im kommenden Frühjahr verhungern die Amphibien, weil sie es nicht die senkrechten Wände hoch schaffen. Die einfachste Lösung: Legen Sie ein Brettchen schräg in den Kellerfensterschacht oder noch besser, bringen Sie ein feinmaschiges Drahtgeflecht unterhalb des Gitterrostes an, so dass die Kröten auf Wohnungssuche gar nicht erst abstürzen können. Ein einfaches Quartier können Sie selbst bauen. Heben Sie eine flache Mulde aus, füllen Sie die Vertiefung mit Herbstlaub und legen eine dicke Steinplatte darüber - fertig !

Klaus Götze