Wenn die letzten Sonnenstrahlen verblassen und die Dämmerung hereinbricht beginnt ihre Zeit. Die letzten Rufe der Vögel verklingen und wie plötzlich schießen sie lautlos mit irrwitziger Geschwindigkeit auf einen zu - um im letzten Augenblick gerade noch auszuweichen. Besonders in lauen Sommernächten können wir ihre tänzelnden Schatten vorbeihuschen sehen. Faszinierend und Sonderbar zu gleich. Beim genauen Beobachten der akrobatisch spielerischen Flugmanöver fallen dem Einen oder Anderen die unterschiedlichen Größen der Fledermäuse auf.
So gibt es größere Arten, z. B. das Große Mausohr oder den Abendsegler, mit einer Flügelspannweite von "nur" 40 cm und einem Gewicht von 50 g und viele Kleinere, so die Zwergfledermaus. Sie hat dagegen einmal eine Flügelspannweite von nur 20 cm und wiegt allerhöchstens 8 g. Im Verhältnis zu vielen anderen der ca. 900 weltweit nachgewiesenen Arten gehören alle samt zu den "Minis" - sind aber nicht weniger interessant - eher im Gegenteil.
Alle unsere einheimischen Fledermäuse sind Insektenjäger und suchen in der Luft, an der Wasseroberfläche, oder entlang der Baumreihen und Hecken hauptsächlich nach Käfern, Mücken und Nachtfaltern.
Als kleiner Hinweis am Rande für alle, welche mit blutsaugenden Mücken arg zu kämpfen haben - gebt diesen Batman´s eine Unterkunft in eurer Nähe (z. B. in Form eines Fledermauskastens, eines zugänglichen Dachbodens oder einer Spechthöhle) und ihr seit euer Mückenproblem ziemlich schnell los !!!! Denn mit ihren spitzen Zähnen erbeuten sie im nu die kleinen Tierchen (Mücken) im Flug!!!
Leider sind alle Fledermausarten bei uns ziemlich selten geworden. Einige stehen sogar auf der Roten Liste, eingestuft als sehr selten bis hin zu vom Aussterben bedroht. Es fehlt ihnen an geeigneten Wohnquartieren für die Sommer- und Wintermonate, wie eben alte, hohle Bäume, Dachböden, Bergwerkstollen usw., weiterhin Lebensräume zum Jagen (blütenreiche Wiesen, Hecken und strukturreiche Waldränder) - in deren Bereichen sie leider immer weniger Insekten als Nahrung finden und Ecken zum Reproduzieren und zur Jungenaufzucht (Wochenstuben genannt).
Aber wenden wir unseren Blick auf die lokale Ebene, in den Saale - Holzlandkreis:
Jeder Bewohner und Besucher kann sich glücklich schätzen. Durch den (noch) bestehenden Naturreichtum in Form strukturierter Kulturlandschaften (so die Gleistalhänge oder die Umgebung von Jena mit ihren Muschelkalkhängen) gibt es hier noch eine sehr artenreiche Fledermausfauna, mit solchen Raritäten, wie der Mopsfledermaus, Bechsteinfledermaus und nicht zu vergessen die vom Aussterben bedrohte Kleine Hufeisennase, mit dem individuenreichsten Vorkommen in ganz Deutschland.
Wohlklingende Namen für jeden der sich einmal näher mit Fledermäusen beschäftigt hat.
Insgesamt gibt es im Kreis ca. 18 Arten, deren wichtigsten Vertreter in einem nachfolgenden kleinen Steckbrief vorgestellt werden sollen (es handelt sich hierbei nur um eine Auswahl).
Beginnen wir also mit der:
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Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
Aussehen: Sie ist eine mittelgroße, sehr dunkle Fledermaus mit mopsartig gedrungener Schnauze, kleinem Mund und zartem Gebiss.
Lebensraum: Typischer Lebensraum sind waldreiche Gebiete. Manchmal ist sie aber auch in Siedlungen anzutreffen. Den Sommer verbringt die Mopsfledermaus in Baumhöhlen, sowie hinter abstehender Borke alter Bäume, ist aber auch häufiger in Spalten von Gebäuden und Fensterläden zu finden und nimmt sogar Fledermauskästen an. Den Winter verschläft sie in Höhlen und Stollen. Die Mopsfledermaus ist auf Kleinschmetterlinge als Beutetiere spezialisiert.
Bestandssituation im SHK: (nach Herrn Klaus Krahn) "Sie wird regelmäßig bei den Kontrollen in den Winterquartieren angetroffen, was belegt, dass sie im SHK vorkommt, auch wenn hier noch keine Vermehrungsquartiere festgestellt wurden. Sie ist eine "frostfeste" Art und wurde sogar in den kalten und zugigen unterirdischen Gängen der Jagdanlage "Rieseneck" Hummelshain nachgewiesen". |
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Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii)
Aussehen: Die mittelgroße Bechsteinfledermaus, die eine Flügelspannweite von ca. 25 - 28,6 cm hat, besitzt, im Vergleich
z. B. zum Großen Mausohr (welche zur gleichen Gruppe gehören), auffällig lange Ohren.
Lebensraum: Sie ist eine typische Waldfledermaus und kommt vor allem in Laub- und Mischwäldern mit zahlreichen alten und höhlenreichen Baumriesen vor. Baumhöhlen sowie Vogel- und Fledermauskästen werden als Sommerquartier genutzt. Den Winter verschläft sie meist einzeln in Höhlen und Stollen, seltener auch in Baumhöhlen. Als Nahrung dienen ihr die verschiedensten Insekten, wie Schmetterlinge, Käfer bis zu Spinnen und Hundertfüßlern.
Bestandssituation im SHK: (nach Herrn Klaus Krahn) "Die Art wurde als ausgesprochen "Waldfledermaus" bisher oft übersehen, weil man den in Gebäuden vorkommenden Arten mehr Aufmerksamkeit widmete. In den ausgedehnten Waldgebieten des SHK ist sie jedoch nicht selten".
Wie alle Waldfledermäuse ist die Bechsteinfledermaus durch eine Forstwirtschaft, die gar keine oder nur wenige alte und höhlenreiche Bäume zulässt, in ihrer Existenz gefährdet. Daher muss es möglich sein mit dem Revierförster die Bäume, in denen Fledermäuse festgestellt wurden, aus der Bewirtschaftung herauszunehmen. |
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Große Bartfledermaus (Myotis brandtii) und Kleine Bartfledermaus (Myotis mystacinus)
Aussehen: Es handelt sich bei beiden, für den Laien kaum zu unterscheidende, Arten um recht kleine Vertreter der heimischen Fledermäuse. Sie haben recht langes an Oberseite nussbraunes bis graubraunes und an der Bauchseite ehr graues Fell. Ohren, Schnauze und Flughäute sind zu meist schwarzbraun. Die Ohren haben eine lange und spitze Form. Allerdings wirkt die Kleine Bartfledermäuse insgesamt eher dunkler als ihr größerer Vetter.
Lebensraum: Sie bevorzugen offene und halb offene ehr ländlich geprägte Kulturlandschaften mit einzelnen Gehölzbeständen und Hecken. So jagen sie auch gern in der Nähe von Siedlungen, in Streuobstbeständen, Gärten, in Feuchtgebieten und an Gewässern Als Sommerquartier nutzen beide Arten unter anderem enge, von außen zugängliche Spalten an Gebäuden, hinter Fensterläden usw. Es werden aber auch Dehnungsfugen von Brücken, Baumhöhlen, abgeplatzter Rinde, Teerpappen-verkleidung von Jagdkanzeln und Fledermauskästen genutzt. Als Winterquartiere werden zu meist Höhlen, Stollen und Kellern aufgesucht.
Bestandssituation im SHK: Nach der Aussage der TLUG Jena kann die Kleine Bartfledermaus eher zu den häufigeren Arten angesehen werden und wird ab und zu im SHK im Siedlungsraum nachgewiesen. Dagegen kommt die Große nur noch in einigen Lokalitäten vor. Sie scheint sich wesentlich stärker an Wälder und Gewässer zu orientieren als die Kleine Bartfledermaus. |
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Wasserfledermaus (Myotis daubentonii)
Aussehen: Sie gehört mit einer Flügelspannweite von 24 - 27,5 cm zu den mittelgroßen Arten. Charakteristisch sind der weiße Bauch und die großen Füße (in Bezug zu den anderen Fledermausarten), welche selbst vom Nichtfachmann beim genaueren Betrachten erkannt werden können.
Lebensraum: Sie bevorzugt Jagdgebiete über ruhigen Fließgewässern und über Seen und Teichen. Dort erbeutet sie vor allem Eintagsfliegen und Mücken, die sie im Tiefflug, nur wenige Zentimeter über der Wasseroberfläche erbeutet. Hauptsächlich bewohnt die Wasserfledermaus Baumhöhlen, da besonders gern Gewässer begleitenden Gehölzstreifen oder Wälder in deren Nähe Gelegentlich findet man sie aber auch in Spalten (z. B. unter Brücken), an Fassaden Den Winter bevorzugt sie Höhlen und Stollen.
Bestandssituation im SHK: (nach Herrn Klaus Krahn) "Sie wurde bei Kartierungen entlang der Saale, in alten Bäumen und auch in Brückenbauwerken wiederholt festgestellt. Auch in Winterquartieren ist sie regelmäßig, wenn auch nicht in größerer Anzahl anzutreffen". |
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Großes Mausohr (Myotis myotis)
Aussehen: Das Große Mausohr ist mit einer Flügelspannweite von 35 bis 43 cm mit die größte heimische Fledermausart. Zwei besondere Charakteristika sind feststellbar: im Winterquartier sind die großen, meist freihängenden Tiere recht leicht zu entdecken und im Sommer bilden sie große Wochenstuben ("Geburtsstätten") in den Dächern von großen Gebäuden oder Kirchen.
Lebensraum: Das Mausohr ist ein typischer wärme liebender Hausbewohner Mitteleuropas. Ihre schon erwähnten oft individuenreichen Wochenstuben sind charakteristisch vor allem in Dachböden und Kirchtürmen. Im Winter kann man sie in frostsicheren Quartieren (Höhlen, Stollen) entdecken. Ihre Jagdreviere liegen in geschlossenen Waldbeständen, so in Laubwäldern, weiterhin in Obstgärten, Äcker und frisch gemähte Wiesen. Es werden dort verschiedene Laufkäferarten und weitere größere Insekten wie Maikäfer, Maulwurfsgrillen und verschieden Laubheuschreckenarten erbeutet.
Bestandssituation im SHK: (nach Herrn Klaus Krahn) "Ihr Bestand ist europaweit gefährdet und die Vorkommen im SHK erlangen vor diesem Hintergrund noch mehr an Bedeutung. Die bekannten Wochenstuben in den Kirchen der Orte Jena/Kunitz (600 weibliche Tiere), Kahla (350), Bürgel (50) u. a. belegen die über 1000-köpfige Population des Gebietes.
Diese bei uns zu den größten Fledermäusen zählende Art überwintert aber nur in einzelnen Exemplaren im mittleren Saaletal. Sie scheinen jährlich im Herbst wie Zugvögel das Gebiet zu verlassen und anderswo zu überwintern. Wer weiß wo?" |
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Fransenfledermaus (Myotis nattereri)
Aussehen: Die mittelgroße Fransenfledermaus erreicht eine Flügelspannweite von 24,5 - 28 cm. Namen gebend sind die zwei Borstenreihen ("Fransen") am unteren Rand der Flughaut.
Lebensraum: Ihre Sommerquartiere ist sie zu meist in Baumhöhlen und Fledermauskästen im Wald und gewässerreichen Parkanlagen zu finden. Hier jagt sie nach Spinnen und Fliegen. Die Fransenfledermaus nutzt aber auch gerne Spalten und Risse z. B. in und an Kuhställen oder in unverfugten Hohlblocksteinwänden. Ihre Winterquartiere sind Stollen, Höhlen und Keller mit hoher Luftfeuchtigkeit.
Bestandssituation im SHK: Es können noch keine detaillierten Aussagen zur Häufigkeit im SHK vorgenommen werden. Sie scheint überall und nirgends zu sein. Wahrscheinlich müsste einfach einmal systematischer danach geschaut werden. In Winterquartieren werden immer mal Einzeltiere angetroffen. |
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Großer Abendsegler (Nyctalus noctula)
Aussehen: Der Abendsegler ist eine große, kräftige mittelbraune Fledermaus mit breiten, abgerundeten Ohren. Er zählt übrigens zu den größten heimischen Fledermausarten mit einer Flügelspannweite von 32 bis 40 cm und einem Gewicht von bis zu 40 g.
Lebensraum: Diese Fledermausart war bisher in den Sommermonaten ein typischer Baumhöhlenbewohner (Specht- und Fäulnishöhlen), besonders der tieferen Lagen (Auewälder, Buchen- und Eichenwälder). Doch zunehmend werden auch Lebensräume besiedelt, die im näheren Siedlungsbereich liegen (wie Parks und Ufergehölze, in Flachdächern und Plattenbauten), wenn sie im näheren Umkreis einen ausreichend großen Baumbestand und eine hohe dichte hoch fliegender Insekten (z. B. über Gewässern) aufweisen. Als Jagdgebiet dient der offene Luftraum, vor allem über Flüssen und anderen Gewässern. Hier erbeutet er schwärmende Fluginsekten. Winterquartiere finden sich ebenfalls in hohlen Bäumen, oder in Spalten von Gebäuden.
Bestandssituation im SHK: (nach Herrn Klaus Krahn) "Sie ist bei uns weiter verbreitet, als bisher angenommen. Kartierungen ergaben mehrere Wochenstuben in Baumhöhlen älterer Bäume entlang der Saale. In einigen dieser Bäumhöhlen überwintern jährlich mehrere Tiere. Damit ist die bisherige Annahme, dass der Abendsegler Thüringen nur als Durchzugsgebiet nutzt, widerlegt.
Dem Naturschutz entsteht daraus die Aufgabe, diese Quartierbäume so lange wie möglich zu erhalten. Fragen der Verkehrssicherungspflicht, z. B. in öffentlichen Parks, müssen einvernehmlich gelöst werden". |
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Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus)
Aussehen: Sie ist eben mit ihrer Flügelspannweite von 18 bis 24 cm eine unserer kleinsten heimischen Fledermausvertreter und passt ohne Probleme (mit angelegten Flügeln) in eine Streichholzschachtel. Mit einem Gewicht von ca. fünf Gramm wiegt sie so viel wie ein Würfelzuckerstück.
Lebensraum: Sie kann vorwiegend als "Hausfledermaus" bezeichnet werden, kommt sowohl in Dörfern aber auch in Städten vor und liebt die Nähe von Wäldern und Gewässern. Sommerquartiere sind enge Spalten zwischen Bretterverschalungen, Wandverkleidungen und Fensterläden an Gebäuden. Auch schmale Fledermausnistkästen werden gerne angenommen. Im Winter kann man sie zu meist in trockenen Stollen und Höhlen, sowie trockenen Gewölben von Burgen, Schlössern und in tiefen Felsspalten und in Kellern finden.
Bestandssituation im SHK: Sie scheint im SHK keine seltene Art zu sein und kommt gelegentlich sogar in Vogelkästen vor. Im Siedlungsbereich wird man öfters auf sie aufmerksam, wenn ein Jungtier an der Gardine hängt (verflogen), oder im Lichte einer Straßenlaterne nach Insekten jagt. |
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Braunes Langohr (Plecotus auritus)
Aussehen: Das Braune Langohr zählt zu den mittelgroßen heimischen Fledermausarten und hat Flügelspannweite von
24 - 28,5 cm. Ihr besonderes Markenzeichen sind die auffällig langen Ohren.
Lebensraum: Sie scheint recht flexibel bei der Auswahl ihrer Sommerquartiere zu sein. So findet man das Braune Langohr sowohl in Baumhöhlen, Fledermaus- und Vogelkästen wie auch auf Dachböden, hinter Verkleidungen, in Balkenkehlen und Zapfenlöchern.
Ebenso weist diese Art ein breites Spektrum an Jagdstandorten auf, wie Waldgebiete, so auch strukturarme Nadelholzforste, weiterhin Parks und Gärten. Den Winter verbringt sie in Kellern, Stollen und Höhlen, die oft nur wenige Kilometer
vom Sommerquartier entfernt liegen.
Bestandssituation im SHK: (nach Herrn Klaus Krahn) "Diese Art ist im Gebiet […] weit verbreitet […]". In einzelnen Kirchen konnten in letzter Zeit Einzeltiere bzw. Wochenstuben festgestellt werden. Nach Aussage der Artensteckbriefe der TLUG Jena: "ist sie in Thüringen weit verbreitet und relativ häufig. Obwohl flächendeckend verbreitet, gibt es aus den Auen und Niederungen jedoch wenig Nachweise. Quartiere werden vor allem in waldreichen Tallagen der Mittelgebirge gefunden". |
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Kleine Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros)
Aussehen: Die Kleine Hufeisennase gehört zu den kleinsten einheimischen Hufeisennasenarten mit einer Flügelspannweite von 19,2 - 25,4 cm. Erwachsene Tiere haben zu meist ein weiches, graubraunes Fell, das am Bauch deutlich heller ist, die Jungtiere sind dagegen deutlich grau. Unverwechselbar ist ihr hufeisenförmiger Nasenansatz.
Ein weiteres Charakteristikum ist ihr Verhaltensmuster: im Sommer-, wie im Winterquartier hängt sie frei, oft im Abstand zu den Artgenossen und ist eingehüllt in ihre nackten Flughäute.
Lebensraum: Es handelt sich um klein strukturierte Kulturlandschaften (oft Klima begünstigt). Sie jagt dort in lichten Wäldern, Hecken, Waldrändern, Streuobstwiesen, benötigt aber Leitstrukturen, in Form von Hecken oder Baumreihen vom Quartier ins Jagdgebiet. Weiche, langsam fliegende Insekten wie Mücken, Schnaken und Falter sind ihre bevorzugte Nahrung. Im Sommer benötigt sie zugluftgeschützte, warme Dachböden von Kirchen, Burgen und Wohnhäusern. Dagegen findet man sie im Winter in frostsicheren Stollen, Kellern, Bergbauschächten sowie in natürlichen Felshöhlungen. Die Kleine Hufeisennase wird in der Literatur als eine ortstreue Art beschrieben und legt zwischen Sommer- und Winterquartier meist nur wenige Kilometer zurück.
Bestandssituation im SHK: (nach Herrn Klaus Krahn) "Deutschlands wohl größte Wochenstube der Art befindet sich in der Kirche Altenberga, wo jährlich über 100 Weibchen ihre Jungen gebären. Das Winterquartier liegt nicht weit entfernt. In einem aufgegebenen Bergwerkstollen überwintern jährlich bis zu 300 Tiere der Art.
Beide Quartiere sind seit 2004 als FFH - Objekt an die EU gemeldet und genießen deren besonderen Schutz.
Daraus wird ersichtlich, welche Verantwortung der Naturschutz hier trägt. Interessierte Helfer sind gefragt". |
Weitere zu erwähnende Arten sind die:
Breitflügelfledermaus (Eptesicus serotinus)
Aussehen: Bei der Breitflügelfledermaus handelt es sich um eine der größeren heimischen Fledermausarten, mit einer Flügelspannweite von 31,5 - 38 cm. Sie ist beim genaueren Hinsehen mittel- bis dunkelbraun gefärbt und hat eine breitere Schnauze und abgerundete, schwarzbraune Ohren. Typisch ist ihr leicht schaukelnder Flug.
Lebensraum: Sie ist ebenfalls eine typische Hausfledermaus. Die Sommerquartiere dieser Art finden sich meist im First von Dachstühlen. Den Winter verbringt die Breitflügelfledermaus nicht nur in Stollen und Höhlen, sondern auch in Dachstühlen, hinter Bildern in Kirchen und in Holzstapeln. Die Winterquartiere können sich somit im denselben Gebäuden befinden. Die Breitflügelfledermaus jagt oft in Gruppen, vorwiegend nach Käfern (Dung-, Mai- und Junikäfer, Laufkäfer).
Graues Langohr (Plecotus austriacus)
Aussehen: Das Graue Langohr ist eine mittelgroße braune bis graubraune Fledermausart mit ebenfalls auffallend großen Ohren. So sind beide hier vorkommenden Langohrarten (Braunes und Graues) sehr ähnlich und nur durch erfahrene Fledermauskundler auseinanderzuhalten.
Lebensraum: Sie ist eine charakteristische Dorffledermausart in klein strukturierten und wärmebetonten Kulturlandschaften. Das Graue Langohr trifft man beim Jagen vorwiegend in siedlungstypischen Biotopen (wie dem Innenhof oder der Viehweide) an. Auch im siedlungsnahen Wald kann man sie beobachten, bevorzugt am Waldrand und in Laubwäldern. Das Sommerquartier liegt immer in Gebäuden, häufig in Mauerwerksspalten. Typisch sind Kirchen, alte Gutshöfe sowie Burgen und Schlösser. Dagegen hängt diese Art im Dachbodenbereich häufiger frei und ist daher relativ leicht zu entdecken, zudem hat sie deutliche Fraßplätze, da ihre Nahrung einen hohen Anteil an Nachtfaltern aufweist. Diese Art ist sehr kältehart und überwintert teilweise in den gleichen Quartieren wie im Sommer. Weiterhin werden auch kleine verputzte Hauskeller genutzt.
Zweifarbfledermaus (Vespertilio murinus)
Aussehen: Die mittelgroße Zweifarbfledermaus (Flügelspannweite 27 - 33 cm) ist durch ihre Fellfärbung eine relativ auffällige Erscheinung unter den heimischen Fledermausarten.
Wie der Name schon sagt mit dunklem Gesicht und hellem Bauch sowie gedrungenen Ohren. Auffällig für jeden Laien ist das silbern - weißlich bereifte Rückenfell bei den erwachsenen Tieren.
Lebensraum: Die Zweifarbfledermaus scheint eine Art zu sein, welche gern Lebensräume mit Wald und Felsstrukturen in den Sommermonaten bevorzugt. Als Ersatz für diese Strukturen werden gerne Gebäude (wie hinter Verkleidungen usw.) angenommen, so in den Jenaer Wohnblocksiedlungen. Im ländlichen Raum des SHK scheint sie dagegen recht selten zu sein. In den Winterquartieren treten nur Einzeltiere auf, scheinen aber in ihrer Auswahl sehr flexibel zu sein: Höhlen, Keller oder Spalten an Gebäuden werden angenommen. Einzelne Tiere wurden auch schon den ganzen Winter über in oder an Hochhäusern gefunden. Dabei erträgt sie Temperaturen bis unter -2 °C. |