Gewässerschutz


Viel zu viel Stickstoff - Eutrophierung der Gewässer nimmt zu!

Der Begriff "eutroph" kommt aus dem Griechischen und heißt soviel wie "gut ernährt". Mit Eutrophierung wird die Zunahme von pflanzlichen Nährstoffen, Phosphat und Stickstoff, in einem Gewässer bezeichnet. Man kann auch schlicht und einfach von Überdüngung sprechen. Nach Untersuchungen des Bundesumweltamtes gelangen jährlich 2,3 Millionen Tonnen Rein - Stickstoff auf die Ackerflächen in Deutschland. Mit dieser Menge können 128.000 Bahnwaggons gefüllt werden, die zusammen eine Länge von 2.300 Kilometern ergeben! Dabei liegt der Anteil der Landwirtschaft an der Ammoniakbelastung bei aktuell 95%. Derzeit liegt der Stickstoffüberschuß pro Hektar im Bundesdurchschnitt bei etwa 100 kg / Jahr. Ziel ist 80 kg / Jahr.
Im Rahmen unserer Umweltbeobachtungen im Gewässerschutz wurden die vorliegenden Analysen der Karstquelle Grümpelborn bei Wichmar im Saaleholzlandkreis hinsichtlich der Nitratbelastung überprüft. Dabei hat sich folgender Trend ergeben:
Bereits im Jahre 1989 lag der Nitratwert mit fast 70 mg / l über dem Grenzwert der Trinkwasser VO der BRD mit 50 mg / l. Seit den neunziger Jahren bis Ende 2007 stieg der Nitratgehalt weiter an und erreichte Ende 2007 einen Rekordwert von 114,6 mg / l. Bis 2010 sind Nitratwerte bis 92 mg / l festzustellen. Derzeit liegt der Nitratwert bei 90 bis 95 mg / l. Die Quelle schüttet zwischen 10.000 und 20.000 Kubikmeter am Tag. Dieses Wasser würde ausreichen, um die Großstadt Jena mit Trinkwasser zu versorgen. Das Quellwasser wird nicht als Trinkwasser genutzt und entwässert, hoch mit Stickstoff belastet, in die Saale.
Das unterirdische Einzugsgebiet der Quelle erstreckt sich östlich von Steudnitz bis Rockau und Mertendorf und entwässert damit ein etwa 30 Quadratkilometer großes Gebiet, das vorwiegend landwirtschaftlich genutzt wird.
An dem rasanten Anstieg des Nitratgehaltes im Quellwasser wird deutlich, daß die landwirtschaftliche Nutzung den Stickstoffeintrag verursacht.
Ähnliche Verhältnisse konnten wir auch an anderen Quellen in Jena und im Landkreis beobachten.
Es verwundert daher nicht, daß viele Quellfassungen aus der Trinkwassernutzung herausgenommen und die Trinkwasserschutzzonen gelöscht wurden.
Als Umweltschutzverband stellen sich folgende Fragen an den zuständigen Minister für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt- und Naturschutz:
Ich habe eine 2. Petition über die Stickstoffproblematik ausgearbeitet, die der Thüringer Ministerin für Landwirtschaft zugesendet werden wird.

Klaus Götze, Vors.
Uranbelastung für das Trinkwasser durch Phosphatdünger

Am 19.03.2012 wurde vom ZDF eine Sendung zur Uranbelastung im Trinkwasser aus Tiefbrunnen ausgestrahlt. Dabei wurde dokumentiert, daß Uran in vielen untersuchten Proben von Phosphatdüngern verschiedener Düngemittelhersteller erhöhte Urangehalte festgestellt wurden.
Uran kommt weltweit verbreitet in sehr geringen Konzentrationen in allen Gesteinen der Erde vor. Für Deutschland trifft das auch zu. So wurde in Bayern durch das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in über 150 Mineralwässern der Urangehalt geprüft. Davon wiesen 16 Proben Urangehalte auf, die über 5 Mikrogramm/l lagen. Auch in Thüringen wurden im Trinkwasser einiger Brunnen geringe Urangehalte festgestellt.
Nach der Wertempfehlung der WHO (Weltgesundheitsbehörde) aus dem Jahre 2003 ist der vorläufige Richtwert von 9 Mikrogramm/l für Uran bei einer lebenslangen Aufnahme von 2 Litern Trinkwasser am Tag je Person gesundheitlich unbedenklich.
Seit dem 01.11.2011 darf unser Trinkwasser nach der Änderung der Trinkwasserverordnung nicht mehr als 10 Mikrogramm/l enthalten.
Deutschland ist damit das erste Land innerhalb der EU, das den Grenzwert für Uran in das Gesetz aufgenommen hat.
Leider bietet das Trinkwasser aber keinen sicheren Schutz für Babys und Kleinkinder. Das zeigt eine Studie der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA. Bisher ignoriert die Bundesregierung diese Einschätzung der EFSA und verletzt damit ihre Gesundheitsvorsorgepflicht gegenüber uns Bürgern.
Auch für Mineralwasser gibt es derzeit noch keinen allgemein gültigen Urangrenzwert. Nur Mineralwasser, das nicht mehr als 2 Mikrogramm/l Uran enthält, darf zur Zubereitung von Säuglingsnahrung verwendet werden.
Auf Grund der alarmierenden Uranwerte in Phosphatdüngern sind aus unserer Sicht wissenschaftliche Untersuchungen notwendig, um das Gefährdungspotenzial für das Grundwasser durch Uran aus im Handel befindlichen Düngemitteln einschätzen zu können. Dazu muß man wissen, daß 70% des Trinkwassers aus dem Grundwasser gewonnen wird.

Klaus Götze, Hydrogeologe
Auszüge aus der Petition des NABU SHK e.V. vom 01.03.2012

Mängel in der Umsetzung der WRRL in Thüringen

Nach dem Umweltbericht 2011 der TLUG Jena ergibt sich folgender Stand:
Grundwasser:
Von 46 bewerteten Grundwasserkörpern im Einzugsgebiet der Elbe in Thüringen sind 26 gut und 20 nicht gut einzustufen. Bei 17 Grundwasserkörpern wurden diffuse Quellen angegeben.
Oberflächenwasser:
Bei den Fließgewässern im Saaleeinzugsgebiet als wichtigster Nebenvorfluter der Elbe in Thüringen sind von 39 Beprobungsstellen zur Bestimmung des Phosphorgehaltes als essentieller Nährstoff in stehenden und fließenden Gewässern 25 gut und 14 nicht gut zu bewerten.
Nach den Ausführungen im Umweltbericht 2011 der TLUG stellt Phosphor ein erhebliches Qualitätsproblem bei über 63% der Fließgewässer dar.

Bisherige Maßnahmen zur Reduzierung der Nährstoffeinträge
Im Teil Wasser des KULAP Thüringen werden zur Reduzierung der Stickstoff (N) - Austräge als Maßnahmen des Gewässerschutzes fixiert. Dabei honoriert die Maßnahme W1 die Reduzierung des Stickstoffsaltos im Ackerbau auf unter 50 kg/ha. Durch die Maßnahme W2 wird der Anbau von Zwischenfrüchten gefördert. Beide Maßnahmen haben das Ziel der Verminderung von Einträgen ins GW und ins Fließgewässer. Am Beispiel der Karstquelle Grümpelborn wurde trotz des Beginns der Maßnahme W1 in 2008 kein Rückgang der NO3 - Kontamination im Quellwasser festgestellt. Auch für andere GW - Meßstellen ergibt sich keine positive Entwicklung trotz der Maßnahme W1 in allen Gebieten. Vor allem die Regelungen der sogenannten guten fachlichen Praxis sind in Gesetzen und Verordnungen unbestimmt formuliert. Hinzu kommt, daß die Verwaltungsseite eine defensive Haltung gegenüber den Landwirten einnimmt und ordnungsrechtliche Handlungsspielräume fehlen. Deshalb muß kurzfristig eine fachliche Konkretisierung erfolgen, über die eine Verschärfung der geltenden Düngeverordnung, eine Stickstoffüberschußabgabe der Landwirte und die Einführung der Hoftorbilanz ins Auge gefaßt werden muß.

Teure Folgen der verfehlten Wasserpolitik
In Thüringen existierten in 2011 etwa 1300 Trinkwasserschutzgebiete. Im Jahre 1990 waren es noch über 4000! Die meisten wurden durch die Überschreitung des Nitratgrenzwertes von 50 mg/l behördlich aufgehoben. Als Ersatz wurden Talsperren zur Versorgung mit Trinkwasser errichtet. Die Kosten für den Bau allein der Leibistalsperre mit Aufbereitung und Nebenanlagen lag bei 500 bis 600 Mio Euro. Andere Talsperren zur Trinkwasserversorgung mußten wegen der hohen Kontamina- tion durch Stickstoff und Phosphor geschlossen werden. Durch die weiter zunehmenden Belastungen des Grundwassers werden ständig (vgl. Amtsblätter der LK und Städte) Trinkwasserschutzzonen für örtliche Versorgungen aus dem Grundwasser aufgehoben. Durch die Nährstoffüberschüsse auf einem Großteil der Ackerflächen Thüringens besteht die Gefahr für das Grundwasser im allgemeinen und für die Trinkwassergewinnungsgebiete aus dem Grundwasser im besonderen. Bei den Oberflächengewässern ist es vor allem der Phosphor, der die Flüsse und Seen zur vermehrten Phythoplanktonproduktion anregt mit schlimmen Folgen für die Gewässer wie Algenblüte, Sauerstoffschwund, Fischsterben usw.

Unsere Fragen an die politisch Verantwortlichen:
1. Kennen Sie das Problem der Eutrophierung der Gewässer in Thüringen?
2. Wurden Ihnen jedes Jahr die Berichte über den Zustand der Fließgewässer und des Grundwassers von den zuständigen Behörden und Landesanstalten vorgelegt?
3. Welche Fachgutachten bilden die Grundlagen der Berichte?
4. Wurden diese Gutachten von Ihnen bei Ihrer politischen Arbeit berücksichtigt?
5. Warum wurden bis zum jetzigen Zeitpunkt keine wirkungsvollen Maßnahmen zur Reduzierung des Nährstoffeintrages in die Schutzgüter Wasser und Boden von der Landesregierung festgelegt?
6. Warum und in welcher Höhe wurden Gelder an die Landwirte gezahlt, obwohl die Ziele zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie nicht erreicht werden?
7. In welcher Höhe wurden Fördermittel für W1 und W2 Maßnahmen und für die neuen flächenbezogenen Förderkulissen bei Ackerland für Stickstoff- und Phosphorüberschußgebiete an Landwirte gezahlt?
8. Sind die derzeitigen Praktiken der sog. ordnungsgemäßen Landwirtschaft mit der Nachhaltigkeitsstrategie vertretbar?

Wir bleiben dran !

Klaus Götze
Nitratproblem Grümpelborn kein Einzelfall !

Nach Recherchen bei der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie mußten wir feststellen, dass viele Grundwassermeßstellen zwischen Weimar - Apolda - Jena und Schkölen seit Jahren durch Nitrat kontaminiert sind. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um Meßstellen, die in intensiv landwirtschaftlichen Gebieten liegen. Dort treten Nitratkonzentrationen mit bis zu 150 mg / l auf, die damit den Grenzwert von 50 mg / l um das Dreifache überschreiten.
Wir fragen uns, wie soll bei Nichtbeachtung dieser negativen Entwicklungen die Wasserrahmenrichtlinie ( WRRL ) der EU bis 2015 in Thüringen umgesetzt werden? Wo liegen die Versäumnisse des Thüringer Landwirtschaftsministeriums? Warum wird durch die landwirtschaftlichen Betriebe so intensiv gedüngt? Wurden wenig und zu selten Fachkontrollen durchgeführt?

Hier einige Bespiele zur NO3 - Kontamination des Grundwassers im Saale - Holzland - Kreis:

Hy Wildschütz / alte Biolandquelle : niedrigster Wert : 61,2 mg / l ; höchster Wert : 96 mg / l
Schkölen / Kiefergrund : niedrigster Wert : 75,2 mg / l ; höchster Wert : 101,0 mg / l
Karstquelle Grümpelborn : 71,5 mg / l ; höchster Wert : 114,6 mg / l


Wir bleiben dran !
Eutrophierung der Gewässer nimmt zu !

Der Begriff "eutroph" kommt aus dem Griechischen und heißt soviel wie "gut ernährt". Unter Eutrophierung wird die Zunahme von pflanzlichen Nährstoffen - Phosphat und Stickstoff - in einem Gewässer verstanden. Man kann auch schlicht und einfach von Überdüngung sprechen. Nach Untersuchungen des Bundesumweltamtes gelangen jährlich 2,3 Millionen Tonnen Rein-Stickstoff auf die Ackerflächen in Deutschland. Mit dieser Menge können 128.000 Bahnwaggons aufgefüllt werden, die zusammen eine Länge von 2.300 Kilometern ergeben! Dabei liegt der Anteil der Landwirtschaft an der Ammoniak - Belastung bei aktuell 95%. Derzeit beträgt der Stickstoffüberschuß pro Hektar im Bundesdurchschnitt etwa 100 kg / ha / Jahr. Ziel ist 80 kg / ha / Jahr.
Im Rahmen unserer Umweltbeobachtungen im Gewässerschutz wurden die vorliegenden Analysen der Karstquelle Grümpelborn bei Wichmar im Saaleholzlandkreis hinsichtlich der Nitratbelastung überprüft. Dabei hat sich folgender Trend ergeben:
Bereits im Jahre 1989 lag der Nitratwert mit fast 70 mg / l über dem Grenzwert der Trinkwasser VO der BRD mit 50 mg / l. Seit den neunziger Jahren bis Ende 2007 stieg der Nitratgehalt weiter an und erreichte Ende 2007 einen Rekordwert von 114,6 mg / l. Bis 2010 sind Nitratwerte zwischen 75 und 92 mg / l festzustellen. Die Quelle schüttet zwischen 10.000 bis 20.000 Kubikmeter am Tag. Dieses Wasser würde ausreichen, um die Großstadt Jena mit Trinkwasser zu versorgen. Das Quellwasser wird jedoch nicht als Trinkwasser genutzt.
Das potenzielle unterirdische Einzugsgebiet erstreckt sich östlich von Steudnitz bis Rockau und Mertendorf und entwässert damit ein etwa 30 Quadratkilometer großes Gebiet, das vorwiegend landwirtschaftlich genutzt wird.
An dem rasanten Anstieg des Nitratgehaltes im Quellwasser wird deutlich, daß die landwirtschaftliche Nutzung den Stickstoffeintrag verursacht.
Ähnliche Verhältnisse konnten wir auch an anderen Quellen in Jena und im Landkreis beobachten. Es wundert daher nicht, daß viele Quellfassungen aus der Trinkwassernutzung herausgenommen und die Trinkwasserschutzzonen gelöscht wurden. Als Umweltschutzverband stellen wir folgende Fragen an den zuständigen Minister für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt- und Naturschutz:

Wie will das Land Thüringen seine Verpflichtungen gegenüber der Einhaltung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) erfüllen, wenn doch der Trend des Stickstoffeintrags nach oben geht?
Wie lassen sich Stickstoff - Saldo auf landwirtschaftlichen Flächen reduzieren?

Diese Fragen wurden schriftlich an unseren Minister für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt- und Naturschutz gestellt. Die Antworten werden wir bewerten und veröffentlichen!

Klaus Götze, Vors.

Grümpelborn

Für Erhalt der ehemaligen Wasserspeicher

Nach Presseberichten der OTZ bestehe für 22 von ehemals 56 herrenlosen Wasserspeichern Verbruchgefahr. Die Sanierung der Ministauseen würde den Freistaat
ca. 35 Mio. Euro kosten. Für die Unterhaltung der Speicher ist die TLUG zuständig.
Die Kommunen sind nicht in der Lage die Speicher zu erhalten, da Kosten von 20.000 bis 40.000 Euro auflaufen. Nur bei Anlagen, die dem lokalen Hochwasserschutz dienen, seien Fördermittel möglich.
Aus der Sicht das NABU KV SHK e.V. muss das Land aber alles versuchen, einen Teil der Speicher für den Naturschutz zu erhalten. Dazu müßten Untersuchungen an allen Speichern erfolgen, welche Wassermengen sie aufnehmen können, ohne den Menschen, die unterhalb der Speicher ihren Wohnsitz haben, zu Schaden. Vor allem für Amphibien und Vögel sind diese in unserer Landschaft rar gewordenen Wasser- und Feuchtgebiete von großer Bedeutung für den Erhalt der biologischen Vielfalt in Thüringen. Hier kann die Landesregierung beweisen, wie ernst sie es mit der Biodiversitätsstrategie in Thüringen nimmt !
Positives Beispiel ist die Übernahme (Kauf) des Podelsatzer Speichers durch den Jenaer Angelverein. Hier lassen sich Angeln und Naturschutz sehr gut vereinbaren.

Klaus Götze, Vors.
Wasserkraftwerk ohne Stauwehr

Während kleine Stauwehre immer unbeliebter werden, suchen österreichische Erfinder scheinbar unermüdlich nach Alternativen, die Wasserkraft doch noch umweltschonend und dezentral zu nutzen. Nachdem Franz Zotlöterers Wasserwirbelkraftwerke bereits am Netz angeschlossen sind, testet nun die Firma Aqua Libre die Strom-Boje: Eine schwarze Boje, die wie ein verirrter Wal in der Donau schwimmt, trägt einen grossen Rotor mit Generator, um die Wasserkraft in Strom umzuwandeln. Weil das schwimmende Strömungskraftwerk nur den Rand der Schifffahrtsrinne nutzt, kann sie zwar nur etwa einen Siebtel des Stroms eines Stau-Kraftwerks liefern, stört dafür weder das Landschaftsbild noch die Fische. Gemäss Aqua Libre könnten Strom-Bojen in ganz Österreich Strom für eine halbe Million Haushalte erzeugen. Die Erfindung ist bereits mit zwei nationalen Klimaschutz-Preisen ausgezeichnet worden.
Neuer Grenzwert für Uran im Trinkwasser

Am 29.11.2010 hat der Bundesrat einen neuen Grenzwert für Uran im Trinkwasser beschlossen. Mit 10 µg/l liegt der ab Juni 2011 verbindliche Grenzwert unter dem von 15 µg/l der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Wert. Vor allem Säuglinge sollen dadurch vor möglichen Schädigungen durch das radioaktive Uran im Trinkwasser geschützt werden.
Bereits vor 4 Jahren hatte der Gesetzgeber einen Höchstwert von 2 µg/l für deutsche Mineral- und Tafelwasser festgelegt.
Auch im Saale - Holzland - Kreis mußten in den vergangenen Jahren einige Tiefbrunnen wegen zu hohen Urangehaltes aus der Nutzung herausgenommen werden. Damit haben die Wasserversorger ein hohes Verantwortungsbewußtsein gezeigt, um die Menschen vor schädlichen Einwirkungen durch Uran prophylaktisch zu schützen.

Klaus Götze
Uranbelastung des Grundwassers - gesundheitsschädlich?

Uran kommt weltweit verbreitet in sehr geringen Konzentrationen in allen Gesteinen der Erde vor. Für Deutschland trifft das auch zu. So wurde in Bayern durch das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in über 150 Mineralwässern der Urangehalt geprüft. Davon wiesen 16 Proben Urangehalte auf, die über 5 µg/l lagen. Auch in Thüringen wurden im Trinkwasser einiger Brunnen geringe Urangehalte festgestellt.
Nach der Wertempfehlung der WHO - Weltgesundheitsbehörde aus dem Jahre 2003 ist der vorläufige Richtwert von 9 µg/l für Uran bei einer lebenslangen Aufnahme von 2 Liter Trinkwasser am Tag je Person gesundheitlich unbedenklich. Trinkwasser mit Werten bis 20 µg/l kann nur bis zu 3 Jahren unbedenklich getrunken werden. Diese beiden Richtwerte gelten auch für Thüringen.
In der Trinkwasserverordnung sucht man Uran vergeblich und das muss baldigst geändert werden, aber dazu braucht es einer verbindlichen Festlegung des Urangrenzwertes in Deutschland. Doch das ist nicht in Sicht.
Machen Sie Druck, rufen Sie doch einfach im Thüringer Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz an und fragen Sie nach, das empfielt Ihnen der NABU SHK e.V.

Klaus Götze
Das Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung Gera beabsichtigt die Durchführung eines Flurbereinigungsverfahrens zwischen Hartmannsdorf und Rauda auf 47 Flächen. Im Mittelpunkt steht die Umsetzung einer Gewässerentwicklungskonzeption im Sinne der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie. Wir sind wie immer als anerkannter Verband beteiligt und werden uns dort mit fachlicher Kompetenz einbringen.
Weltwassertag 2010

Am 22. März wird der Weltwassertag begangen unter dem Motto "Sauberes Wasser für eine gesunde Welt". Die UN möchten hiermit auf die hohe Bedeutung der Wasserqualität aufmerksam machen und dafür appelieren, nachhaltig mit der für unser Leben notwendigen und wichtigsten Naturresource Wasser umzugehen.
Jährlich sterben mehr als 1,5 Millionen Kinder an Krankheiten, die durch den Gebrauch von verseuchtem Grund- und Oberflächenwasser übertragen werden; hinzu kommen etwa 1 Milliarde Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Wir haben es dagegen gut und beziehen gesundes Trinkwasser über Tiefbrunnen, Quellen und aus Talsperren und können es unbedenklich trinken.
Auch die Abwasserbehandlung über Kläranlagen ist bei uns eine Selbsverständlichkeit. Doch gehen wir auch immer pfleglich mit dem Schutzgut Wasser um?
Schauen Sie sich um und sie werden entdecken, das es nicht immer so ist. Durch die intensive Düngung aus der Landwirtschaft mußten im Jenaer Raum und im Landkreis fast alle Quellen aus der Nutzung herausgenommen werden. Beispiele sind die Spaltenquellen an der Glücksmühle bei Plinz und die Ziegenhainer Schichtquellen. Durch den Langzeiteintrag von leichtflüchtigen Kohlenwasserstoffen musste auch die Quelle Zwätzen geschlossen werden. Aber auch der diffuse Eintrag von Stickstoff aus der Landwirtschaft in die Fließgewässer ist nach wie vor zu hoch und führt zur weiteren Eutrophierung der Flüsse, wie der Saale und ihrer Nebenbäche. Oft reichen die Koppeln der Weiden bis an den Rand der Bäche heran wie an der Roda bei Zöllnitz und an der Wethau.
Über Straßen gelangen Streusalze in das oberflächennahe Grundwasser. Auch der Hochwasserschutz muss mehr Berücksichtigung bei der Flächennutzungsplanung erhalten und die Auen der Flüsse wie der Saale, Roda und Weißen Elster sind zu erhalten und von der Bebauung frei zu halten.
Verantwortungsbewusster Umgang mit dem Wasser muß sein und jeder von uns ist aufgefordert, seinen Beitrag leisten.

Klaus Götze
Die Geißlerquellen der Oßmaritz - Leutraer Störungszone

Zu den weniger bekannten, aber stärksten Quellen zählen die Geißlerquellen am Südrand der Gemeinde Leutra. Durch den Autor wurden langjährige Untersuchungen über die hydrologischen Verhältnisse, den Jahresgang der Temperaturen und die hydrochemische Zusammensetzung durchgeführt.

Quellabflüsse:
Die Schüttungen der beiden Quellen sind extremen Schwankungen unterworfen und spiegeln den Jahresgang der Niederschläge wieder. In den beobachteten Zeiträumen zwischen 1998 bis 2001 schwanken die Abflüsse zwischen 3000 m³ / Tag und 14.700 m³ / Tag. Bei Starkniederschlägen reagieren die Quellen mit 2 bis 3 Tagen Verzögerung, so dass von einem günstigen speicherfähigen Volumen in den tektonisch gestörten Kalksteinschichten (Unterer Muschelkalk) in der Oßmaritz - Leutraer Störungs- und Zerrüttungszone auszugehen ist.

Quellwassertemperaturen:
Die Wassertemperaturen schwanken in weiten Grenzen zwischen 8,0 °C und 13 °C, wobei die niedrigsten Temperaturen in den Monaten Dezember und Januar auftreten und die höchste Erwärmung des Quellwassers im Monat September liegt. Bezogen auf das Jahr zeigen die Wassertemperaturen eine weit gespannte Amplitude mit deutlichem Rückgang ab Oktober bis Ende Februar und allmählichen Anstieg mit Beginn der Vegetationsperiode.

Wasserqualität:
Über den Zeitraum von 8 Jahren wurden vor allem die Stickstoffverbindungen analysiert. Dabei wurde festgestellt, dass die Nitratwerte sehr hoch waren und zwischen 54 mg/l und 72 mg/l schwankten. Diese über dem Grenzwert von 50mg/l der Trinkwasserverordnung liegenden Konzentrationen belegen eindeutig den Einfluß der landwirtschaftlichen Nutzung im Grundwassernährgebiet der Quellen, das auf der Muschelkalkhochfläche zwischen Oßmaritz und Bucha liegt.

Bedeutung der Quellen:
Die beiden Geißlerquellen stellen zusammen mit weiteren kleinen Quellen und den an diese Grundwasseraustritte gebundenen Feuchtwiesen, Sümpfen und Hangquellmooren bedeutende Biotope dar, die unter Naturschutz stehen. Dazu gehören Vorkommen von Akeleiwiesen mit verschiedenen Orchideen der Feuchtstandorte.
Wichtig sind die Quellen für den Landschaftswasserhaushalt zwischen Leutra und Maua mit ihrem hohen biologischen Reinigungsvermögen bei ganzjähriger Schüttung der Karstspaltenquellen. Derzeit werden die Quellabflüsse über automatische Pegelschreiber erfasst, um mögliche Beeinträchtigungen des Quelleinzugsgebietes durch den derzeit stattfindenden Bau des Jagdbergtunnels der BAB 4 erfassen zu können. Der Vorschlag zur Kontrolle der Quellen wurde vom NABU SHK e.V. im Rahmen seiner Beteiligung am Planfeststellungsverfahren unterbreitet.

Literatur:
GÖTZE, K. (2002): Die Geißlerquellen bei Leutra und die Dehnamühlenquellen bei Eichenberg. - Schriftenreihe Angewandter Umwelt- und Naturschutz in Thüringen, Heft 3

GÖTZE, K. (2009): Zur Landschaftsentwicklung und Verkarstung zwischen Saale und Ilm. - Schriftenreihe Angewandter Umwelt- und Naturschutz in Thüringen, Heft 6


Klaus Götze
Die Dehnamühlenquellen bei Eichenberg

Kaum bekannt in der Bevölkerung sind die Spaltenquellen an der Dehnamühle bei Eichenberg im südlichen Teil des Landkreises. Diese aufsteigenden Quellen speisen die dort vorhandene Teichkette. Gebunden sind die Quellen an die südöstliche Fortsetzung des Kleinbuchaer Grabens als tektonisches Element der Erfurt - Blankenhain - Drößnitzer Störungszone.

Quellschüttungen:
Die Schüttungen der fünf erfassten Spaltenquellen sind übers Jahr betrachtet erheblichen Schwan-kungen unterworfen. Im Messzeitraum 2000 bis 2001 schwankten die Abflüsse zwischen ca. 350 bis 2100 m³ / Tag.

Chemismus des Wassers:
Das Wasser besitzt eine hohe Leitfähigkeit von 1300 - 1400 mg / l, die durch die Lösung von sulfathaltigem Gestein (Gips) im Untergrund hervorgerufen wird. Das belegen auch hohe Härtegrade von 44 mg / l. Die Nitrat- und Nitritbelastungen des Wassers lassen auf die Zusickerung stickstoff-haltiger Abwässer aus der Landwirtschaft schließen.

Bedeutung der Quellteiche:
Besonders für die heimischen Lurche stellen die um die Jahrtausendwende renaturierten, großen Quellteiche mit ihren Gehölzen und Schilfbereichen wertvolle Laichgewässer dar. Im zeitigen Frühjahr kann man Erdkröten, Berg- und Teichmolche sowie Grasfrösche bei ihren Wanderungen zu den Gewässern beobachten. Im Mai bis Juni 2009 konnte man den weit hallenden Ruf der Laubfrösche vernehmen. Auch zahlreiche Vögel nutzen das abgelegene Feuchtgebiet als Brut- und Nahrungshabitat. Brutvögel sind u. a. Wasserralle, Teichralle, Eisvogel, Gebirgsstelze, Bachstelze, Rohrammer, Teichrohrsänger, Reiherente, Stockente und Neuntöter. Insgesamt wurden 49 Vogelarten beobachtet, davon 30 Arten als Brutvögel.