Igelstation


Wir helfen bei der Rettung von Fundigeln !

Die Igelzeit ist angebrochen und viele Igel werfen ihre Jungen. Daher sind die Stacheltiere vor allem nachts und in der Dämmerung zur Nahrungssuche unterwegs, um ihren Nachwuchs zu versorgen. Oft werden auch Wege und Straßen von ihnen gequert. Deshalb bittet der NABU SHK um Rücksichtnahme aller Fahrzeugführer bei Sicht eines Igels, sprich um langsamere Fahrt, um dem stachligen Gesellen eine Chance zu geben, heil auf die andere Seite zu kommen.
Unsere Igelhelfer sind bereits im Einsatz und helfen jedem Igelfreund über das Telefon. Da unsere Igelauffangstation nur eine begrenzte Kapazität hat (2 - 3 Dutzend Igel), bitten wir die Igelfinder sich selbst um ihren Fundigel zu kümmern, falls das möglich ist und dabei unsere Ratschläge und Hinweise zu beachten.
Nur in Ausnahmefällen werden Igel abgeholt und in der Station aufgenommen und versorgt.
Telefon: Igelauffangstation Familie Seime: 03641 / 393904, nach 19 Uhr.

Klaus Götze, Vors.
Neues von der Igelstation

Bereits seit Ende September sind wir, Ingrid und Roland Seime, schwer beschäftigt, um nicht nur gefundene Igelkinder zu füttern und zu pflegen, sondern tagtäglich klingelt das Telefon und viele Igelfinder aus ganz Thüringen werden beraten, wie sie mit den stachligen Kleinen umgehen sollen. Auch junge Igel mußten wir bei Findern abholen, die in der Igelstation in Winzerla untergebracht und ständig gefüttert werden müssen.
Derzeit ist wieder viel Betrieb in unserer Auffangstation und etwa ein Dutzend Kleinigel werden von uns betreut. Auch Anrufe kommen ständig und werden höflich beantwortet. Wir bitten die Igelfinder ganz herzlich, unsere Ratschläge zu berücksichtigen und selbst den Igel zu betreuen, denn der Platz in unserer Igelstation ist beschränkt.

Wir sind nur abends nach 18 Uhr unter 03641 / 393904 erreichbar.

Roland Seime


Naturnahe Gärten für Winterschläfer

Wer kommt da nicht ins Schwärmen, wenn einem aus dem Laubhaufen zwei kleine Knopfaugen entgegenleuchten. Der Igel zählt zu einem der beliebtesten Wildtiere in Deutschland und hat einen festen Platz in unseren Märchen und Geschichten gefunden. Doch meist bleibt es nur bei der bloßen Sympathie für den Igel. Aktive Hilfe gibt es in der Regel nur sehr selten. Viele Gärten sind sogar igelfeindlich angelegt. Laut NABU Thüringen ist es aber ganz einfach aktiv zu werden, damit sich der Igel im Garten wohl fühlt.
Gärten sind für die stacheligen Tiere gerade auch jetzt im Herbst und Winter wichtige Lebensräume. Schon ab Mitte Oktober wird das Nahrungsangebot deutlich knapper, die Alttiere beginnen ihr Winternest zu bauen und Jungigel versuchen noch weiter an Gewicht zuzulegen. Das ideale Winterquartier besteht aus einem Haufen aus totem Holz, Reisig und Laub. Ihre Winterquartiere suchen die Igel bei anhaltenden Bodentemperaturen um null Grad auf. Schutz gegen Kälte finden sie in Erdmulden, unter Hecken oder eben in Reisighaufen. Wer Tieren einen dauerhaften Platz bieten möchte, kann den Reisighaufen mit einer Basis aus Feldsteinen versehen. Den besten Schutz erfahren unsere heimischen Igel durch einen giftfreien und mit heimischen Pflanzen bestückten Naturgarten. Dort findet er genügend Nahrung, wie Schnecken, Würmer, Insekten und kleine Mäuse.
Vorsicht ist geboten beim Mähen sowie bei Aufräumungs- und Rodungsarbeiten. In Haufen und Holzstapeln können sich Igelnester befinden. Da sich Igel auch gerne in Reisighaufen verstecken, ist es wichtig vor dem Abbrennen den Haufen vorsichtig umzusetzen. Noch besser ist es natürlich den Haufen vor Ort zu belassen, um dem Igel einen Unterschlupf für den Winter zu bieten. Kleinmaschige Zäune sind oft Hindernisse für Igel und schränken ihn in seinem Bewegungsradius ein. Hier gilt es Lücken zu schaffen, damit der Igel sich frei bewegen kann. Zur tödlichen Falle könne Kellerschächte und Gruben werden. Eine Abdeckung mit ein paar einfachen Brettern verhindert, dass Tiere darin verenden. Ebenso gefährlich sind Teiche und Wasserbecken mit einem steilen glatten Rand. Rettungsplanken können den Tieren dort das Leben retten.

Quelle: NABU Pressedienst
Der NABU Saale - Holzland - Kreis hat auf Grund von Anfragen aus der Bevölkerung und aus der Sicht des aktiven Artenschutzes eine bescheidene Igelstation eingerichtet. Diese befindet sich in einem naturbelassenen Garten der Familie Roland Seime in Winzerla. Dort können verletzte, kranke und geschwächte Igel aufgenommen und gepflegt werden. Allerdings ist die Aufnahmekapazität beschränkt.

Wir wollen
  • damit einen kleinen Beitrag zur Erhaltung des Igels, unseres Igels namens Bert, in der Region leisten
  • die Öffentlichkeit über die Lebensweise und Gefährdung aufklären
  • alle Rat suchenden Igelfinder telefonisch beraten
Bitte wenden Sie sich bei Fragen zum Igel an folgende Adresse:

Roland Seime
Ernst-Schneller-Straße 14
07747 Jena-Lobeda
Tel: 03641 / 39 39 04


Spenden "Pro Igel" unter:

Volksbank Saaletal e. G. Kahla
BLZ: 830 944 54
KTO: 207 40 400

Igelhilfe im Herbst? - Pro Igel informiert

Rascheln im Laub: ein Paar Knopfaugen, graubraunes Stachelkleid – kleiner Igel auf der Pirsch... Aufräumarbeiten im Garten: ein rundlicher «Widerstand» – Igel im zerstörten Nest... Heimfahrt bei Nacht: Stachelkugel, platt gewalzt am Straßenrand – Opfer der Zivilisation... So treffen Tausende Jahr für Jahr Igel im Herbst an, Begegnungen, die aufmerksam machen und das Engagement von Tierfreunden herausfordern. Was kann und soll man tun?

Nachts ist Igelzeit – dann sind die Stacheltiere unterwegs und Obacht im Straßenverkehr ist geboten: Auf der Suche nach Nahrung und Winterquartieren kreuzen die Igel unvermeidlich Straßen in ihren bis zu 100 Hektar großen Lebensräumen. Die Igel rollen sich nicht zur Stachelkugel, wenn ein Auto naht, wie man früher glaubte. Vielmehr versuchen sie zu flüchten und werden dabei allzu oft von Kraftfahrzeugen erfasst. Vorsichtiges, bremsbereites Verhalten am Steuer im durchgrünten Siedlungsbereich kann Igelleben retten.
Bis in den November hinein sind Igel auf der Pirsch und versuchen, sich ein Speckpolster für den Winterschlaf anzufuttern. Besonders die Jungtiere - 80% der Igel in Deutschland werden im August und September geboren - können in der nahrungsarmen Zeit ein Zubrot vertragen. Im Alter von sechs Wochen werden sie selbstständig, sind aber noch nicht allzu geschickt bei der Nahrungssuche. Anfang November sollten Jungigel jedoch wenigstens 500 Gramm wiegen, um den ersten Winterschlaf überstehen zu können. Da hilft ein abendliches Zubrot, etwa ein Schälchen Katzenfeuchtfutter oder angebratenes Hackfleisch, die kleinen Bäuche zu füllen. Solche Igelhilfe in nahrungsarmen Zeiten kann Hilfsbedürftigkeit und Pflege im haus vermeiden helfen. Die Nahrung muss fett- und eiweißreich sein, um dem Igel zu dienen. Entgegen dem weit verbreiteten Volksglauben fressen die Stacheltiere kein Obst: Sie klauben lediglich Insekten und Würmer von Äpfeln und anderen Früchten ab.
Die Igel verbringen die nahrungsarme Zeit zusammengerollt und tief schlafend in einem gut wärmeisolierten Nest, das meist kugelförmig angelegt ist. Die Winterschlafnester sind sorgfältig gebaut: Der Igel schafft eine schuppenförmige Struktur, indem er sich nach Zusammentragen des Materials unter Hecken etc. mitten hinein setzt und sich im Kreise dreht, so dass ein warmes, wettergeschütztes, stabiles Gebilde entsteht. Gärten und Grünanlagen sollte man den Tieren zuliebe möglichst naturnah gestalten und lieber im späten Frühjahr, also nicht im Herbst aufräumen. Dann finden Igel und andere Kleintiere Nistmaterial und Unterschlupf unter Laub, Buschwerk und Hecken. Zusätzlich kann man künstliche Igelbehausungen fertigen oder kaufen und an geschützten Stellen platzieren.
Hilfsbedürftige Igel benötigen aktive Fürsorge, fast immer auch tierärztliche Behandlung. Diesen Tieren darf und sollte man helfen (BNatSchG §43). Guter Wille allein genügt jedoch nicht! Der mitleidige Tierfreund sollte sich unbedingt sachkundig machen (TierSchG §2). Igel, die in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften in menschliche Pflege kommen, müssen so bald wie möglich wieder in die Freiheit entlassen werden. Erreicht ein Igel das für den Winterschlaf in der Natur ausreichende Körpergewicht jedoch erst, wenn der Winter bereits hereingebrochen ist und man kann den stachligen Gast nicht mehr auswildern, dann soll er auch in häuslicher Obhut winterschlafen. Dafür spricht vieles: Der Winterschlaf entspricht dem Biorhythmus des Igels, er entschärft die Zeit der Gefangenschaft für das Tier, bereitet es bei richtiger Unterbringung auf die natürlichen Bedingungen in der Natur vor und schafft zugleich die wünschenswerte Distanz des Wildtiers vom Pfleger.
Während der akut notwendigen Pflege kranker und/oder Auffütterung untergewichtiger Igel müssen die Tiere im Warmen untergebracht sein! Jeder Igel sollte ein etwa 2 qm großes Gehege mit Schlafhaus für sich allein haben. Auch Wurfgeschwister soll man trennen, wenn sie selbstständig fressen. Einzelhaltung gilt auch für den Winterschlaf: Igel sind Einzelgänger, bei Gruppenhaltung gibt es oft gefährliche Beißereien. Ein stabiles Tier siedelt man mit ausreichendem Gewicht aus der Wohnung oder dem geheizten Keller in ein Winterschlafquartier bei Außentemperaturen um. Jungtiere sollten 600-700 g wiegen, Altigel um 1000-1200 g. Der Igel muss natürlich gesundet und therapeutische Maßnahmen abgeschlossen sein.
Das Igelgehege als Winterschlafquartier gehört an einen Standort mit Außentemperaturen, sonst fällt der Igel nur in einen Kräfte zehrenden "Dämmerschlaf", in dem er überproportional abnimmt, da er weder fressen noch wirklich winterschlafen kann. Ein ungeheiztes Zimmer, ein ausbruchssicherer Balkon, ein Gartenhaus oder geschützt platziertes Freigehege im Garten sind empfehlenswert. Kellerräume sind meist zu warm und daher ungeeignet. Ist der gewählte Ort wettergeschützt, genügt es, das bisher benützte Schlafhäuschen in einen größeren Karton mit deckungsgleichem Schlupfloch zu setzen, ansonsten nimmt man besser ein Holzhäuschen. Zwischen beiden Häusern, sowie oben und unten, wird am besten mit zerknülltem Zeitungspapier isoliert. Nachdem man den Igel in sein Winterquartier gebracht hat, füttert man ihn weiter, bis er das Futter nicht mehr anrührt. Bis dahin können Tage, manchmal Wochen vergehen. Schläft der Igel, befestigt man ein Stück Toilettenpapier vor dem Schlupfloch des Schlafhauses. Bei der täglichen Kontrolle ist dann sofort ersichtlich, ob der Igel erwachte und das Haus verlassen hat. Ein Schälchen Wasser und eine Notration Trockenfutter sollte immer bereit stehen.
Wenn der Igel im Frühjahr abgemagert erwacht, muss man ihn mit eiweißreicher Kost auffüttern. Innerhalb von 2 bis 3 Wochen erreicht er meist das Gewicht, das er vor dem Winterschlaf hatte. Das Aussetzgewicht von Jungigeln sollte ca. 700 g betragen, das von Altigeln entsprechend höher um
1000 g. Dann ist ein anfänglicher Gewichtsverlust nach der Auswilderung leicht zu kompensieren. Ideal ist es, wenn besonders junge Igel ohne Erfahrung bei der selbstständigen Nahrungssuche die Zeit bis zum Aussetzen in einem Freigehege verbringen dürfen. Sie können dort ihre Muskeln trainieren und auch schon etwas natürliche Nahrung finden, was die Eingliederung in die Natur erleichtert.

Nicht jeder Igel braucht Hilfe - aber jede Hilfe muss richtig sein! Wie aber kann der Finder eines Igels dessen Zustand richtig einschätzen? Der Verein Pro Igel e.V. bietet mit der «Igel-Hotline» rund um die Uhr jahreszeitlich aktuelle Informationen zum Thema «Igel gefunden - was nun?». Unter der Telefonnummern 01805-555-9551 oder per Faxabruf unter 01805-555-9554 erhält man Auskunft, welche Igel menschliche Hilfe benötigen und wie diese aussehen sollte. Bei der Geschäftsstelle von
Pro Igel e.V., Lilienweg 22, 24536 Neumünster ist ausführliches Informationsmaterial kostenlos erhältlich. Telefonische Beratung ist von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr möglich. Unter www.pro-igel.de kann man sich im Internet umfassend informieren, auch einige der Veröffentlichungen von Pro Igel e.V. zur Igelhilfe stehen dort
unter http://www.pro-igel.de/merkblaetter/merkblaetter.html zum Download bereit.

Christiane Steinhardt