Presseinformationen
Nabu - Kreisverband zieht Bilanz
Mitglieder retteten tausenden Molchen und Fröschen das Leben. Viel Zuspruch gibt es für die Wanderangebote.
An die 7000 Kröten, Molche und Frösche haben dieses Jahr die Mitglieder des Nabu - Kreisverbandes im Rothehofbachtal und im Leubengrund das Leben gerettet. Kinder und Jugendliche halfen Ende Februar beim Aufbau der Zäune mit, die dann über vier Wochen durch die Familie Steinhardt nebst Freunden betreut wurden, berichtet Klaus Götze, Vorsitzender des Vereins. Zum Ende des Jahres zieht er eine positive Bilanz. Mit vielen Aktivitäten haben die Mitglieder auf die Vereinsarbeit aufmerksam gemacht. Schnee und Kälte sorgten dafür, dass im Januar 2011 die heimischen Singvögel im Mittelpunkt der Naturschützer standen und mit Futter versorgt wurden. Die Vogelwelt, aber auch die Orchideen waren Themenschwerpunkte der regelmäßig angebotenen Exkursionen im gesamten Landkreis. Besonders gut besucht waren die Wanderungen auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in Rothenstein. "So konnten wir Hunderten von Besuchern die Schönheiten der heimischen Flora und die artenreiche Tierwelt zeigen", sagt Götze.
Kräftig anpacken mussten die Mitglieder im Spätsommer und Herbst, als es darum ging, die Wiesen in den Naturschutzgebieten "Gleistalhänge" und "Spitzenberg - Schießplatz Rothenstein - Borntal" zu mähen und von der Biomasse zu befreien. "Die sinnvolle Verwendung des Heus bleibt ein Problem, denn weder eine Biogasanlage noch eine Biomasseanlage in der Region nimmt das kohlenstoffreiche Heu ab", berichtet der Vorsitzende. Um die Arbeit auf den oft steilen Trockenwiesen künftig zu erleichtern, wurde ein Gebirgsrasenmäher gekauft. Die Stiftung Naturschutz Thüringen stellte dafür Fördermittel zur Verfügung. Abgeschlossen wurde in diesem Jahr auch der Umbau des ehemaligen Pumphauses in Magersdorf. Unter Leitung von Rudi Heyer, Volkmar Schmeißer und Ekkehardt Rauche entstand ein Refugium für höhlenbrütende Singvögel und Fledermäuse. Dominik Huber setzte sich für den Einbau von Nistkästen für Fledermäuse am Walpersberg und auf dem ehemaligen T ruppenübungsplatz in Rothenstein ein.
Neu ist auf dem Rothensteiner Platz seit 2011 auch ein Eigenjagdbezirk, den Hugo Wissink betreut. Geehrt wurden in diesem Jahr über vier Dutzend schwalbenhausfreundliche Hausbesitzer, die Bruten der Mehl- und Rauchschwalben duldeten. Und Familie Seime bot erneut vielen Igeln Quartier und stand Igel - Findern mit Rat und Tat zur Seite.
Quelle: OTZ vom 31.12.2011
Schwalben bei Schwalbes willkommen
Ihre Untermieter hat sich Familie Schwalbe in Orlamünde nicht ausgesucht. Vielmehr haben die Schwalben sich im Frühjahr auf der Suche nach einem Nistplatz das freundliche hellgrüne Haus mit den weißen Dachsparren in der Pletzarstraße 22 in der Orlamünder Oberstadt als Zuhause auserkoren.
Und Norman und Antje Schwalbe mit ihren Kindern Jonas und Lara-Jean haben sich mit den gefiederten Untermietern arrangiert.
Dafür wurden sie jetzt vom Naturschutzbund (Nabu) als "Schwalbenfreunde" geehrt. Jürgen Sünkel vom Nabu Thüringen e.V. überbrachte der Familie die Plakette "Hier sind Schwalben willkommen", mit der das Bemühen von Hausbesitzern um den Schutz der kleinen Zugvögel gewürdigt wird.
"Früher gab es hier keine Schwalben", erinnert sich Antje Schwalbe, die 35 Jahre in der Oberstadt zu Hause ist. Die Zugvögel seien erst hier aufgetaucht, als der Hausneubau fertig war. Die Schwalben fanden den Platz zwischen den Dachsparren sehr passend zum Nestbau. "Erst waren wir davon nicht so begeistert und wollten die Nester abschlagen", gesteht die junge Frau. "Doch dann ist keiner hinauf gekommen und wir haben gemerkt, dass die Vögel gar nicht so viel Dreck machen, wie immer behauptet wird", ergänzt sie. Seitdem leben Schwalbes mit den Schwalben unter einem Dach.
In diesem Sommer haben neun Pärchen ihre Jungen aufgezogen. "Im April sind die Schwalben hier gewesen, haben zweimal gebrütet und Anfang September war auf einmal Ruhe unterm Dach, da waren die Tiere ausgeflogen", erzählt sie.
Wie Rudolf Heyer zu berichten weiß, der sich beim Nabu im Saale - Holzland - Kreis besonders um die Schwalben kümmert, sind die kleinen Vögel aus den nördlichen Ländern und Mitteldeutschland jetzt auf ihrer Tausende Kilometer langen Reise über die Straße von Gibraltar nach Afrika. Nicht alle werden es schaffen, denn obwohl Mehl- und auch Rauchschwalben europaweit unter Schutz stehen, werden in Spanien und Portugal viele gefangen und als Delikatesse verspeist" erzählt er. Mit der Auszeichnung der "Schwalbenfreunde" im SHK wurden etwa 30 Plaketten verliehen will der Nabu den Schutzgedanken weiter in die Breite tragen.
Quelle: TLZ vom 29.09.11
Bioenergiedorf Schlöben wird sichtbar
Symbolischer Spatenstich für Hackschnitzelheizwerk am Schlöbener Familienzentrum. Baubeginn für Biogasanlage in Mennewitz folgt unmittelbar. Gesamtprojekt soll Mitte 2012 beendet sein.
Mit dem Spatenstich am Familienzentrum in Schlöben wurde gestern Nachmittag der Baustart für das Hackschnitzelheizwerk vollzogen. Mit dem Bau der Anlage, samt 5,8 Kilometer langem Nahwärmenetz für die Orte Schlöben und Zöttnitz, setzt die Genossenschaft Bioenergiedorf Schlöben e.G. jetzt auch äußerlich ein sichtbares Zeichen. Der Baubeginn für eine Biogasanlage in Mennewitz soll unmittelbar folgen.
"Eigener Strom und Wärme werden dann für die beiden Orte, in denen 560 Einwohner leben, produziert. Rund 700 000 Euro für Strom und Heizung, die die Bürger bisher aus der Region abgaben, bleiben dann hier. Das ist echte Wertschöpfung", freut sich Bürgermeister Hans-Peter Perschke (SPD).
Im Oktober soll das Heizhaus fertig sein. Der kleine Ort Zöttnitz soll noch in diesem Jahr angeschlossen werden. Für das erste Quartal 2012 ist die Fertigstellung der Biogasanlage vorgesehen. "Alles in allem wird das Projekt, das vor über vier Jahren konzeptionell entwickelt worden ist, Mitte 2012 abgeschlossen sein", kündigt Thomas Winkelmann, Projektmanager der Regionalen Arbeitsgemeinschaft Saale-Holzland e.V. (RAG), an.
Dass in Schlöben das erste Bioenergiedorf in Thüringen entstehen kann, hat viele Gründe. Nicht zuletzt haben Bürgermeister, Gemeinderat und das Agrarunternehmen Wöllmisse Schlöben e.G. an einem Strang gezogen. Und man habe die Leute im Ort frühzeitig mitgenommen, sie informiert und mit der Gründung der Genossenschaft Bioenergiedorf Schlöben eingebunden, skizzierte Ina John, RAG-Managerin, wichtige Meilensteine. Heute zählt das Bioenergiedorf 82 Genossenschaftsmitglieder. "Das sind über einhundert Haushalte", ergänzt Thomas Winkelmann.
Für das nachahmenswerte und im ländlichen Raum alternativlose Projekt warb auch Vorstandschef des Agrarunternehmens und zugleich Vorstand im Bioenergiedorf, Matthias Klippel.
Erneuerbare Energien zu erzeugen sei zwingend geboten. Bürgermeister Hans-Peter Perschke forderte daher die Landespolitiker auf, in eine ernsthafte, parteiübergreifende Diskussion zu treten, damit weitere Projekte in den Kommunen befördert werden können. Nur so habe der ländliche Raum Zukunftschancen, erklärte er.
Quelle: OTZ vom 24.09.11
Im Saale - Holzland rechnerisch Platz für zwei Rudel Wölfe
In Altenburg tagt am Sonnabend die bundesweite Arbeitsgruppe Wolf, die den Rückkehrern den Weg ebnen will. Auch das Saale - Holzland ist potentielles Wolfshabitat, sagt Expertin Katharina Weinberg vom Nabu Brandenburg. Wir sprachen mit ihr:
Wir haben hier keine Wölfe, warum eine Wolfstagung in Ostthüringen?
Deutschland ist in allen seinen Flecken Wolfserwartungsland. Viele Bundesländer haben wieder welche. In Ostthüringen würde er sich definitiv auch wohl fühlen.
Im Saale - Holzland?
Das kann ich nicht ausschließen. Auch deshalb sind wir hier. Um vorher aufzuklären, was sagt man der Bevölkerung, wenn der Wolf erst im Revier ist. Und um mit einigen Märchen aufzuräumen.
Haben Sie einen Favoriten das dümmste Märchen aus Sicht des Wolfsfreundes?
Ist eindeutig "Rotkäppchen". Weil ein Wolf keinen Menschen frisst. Erst recht nicht zwei.
Warum glauben das dann die Leute?
Richtig ist, dass Wölfe zum Beispiel im 30-jährigen Krieg die Leichen von den Schlachtfeldern verwertet haben, sie sind auch Aasfresser. Daher kommen so einige verdrehte Ansichten.
Der Saale - Holzland - Kreis hat 817 Quadratkilometer, wieviel Wolf hat darin Platz?
Rein rechnerisch: Man spricht von einer Reviergröße von 290 bis 350 Quadratkilometern. Je mehr Nahrung vorhanden ist, um so kleiner werden die Reviere und umgekehrt.
Nun ist der SHK nicht gerade eine ausgeprägte Wildnis.
Der Wolf braucht keine Wildnis. Was er braucht, ist genug Nahrung. Bei dem Wildüberschuss, den wir haben, wäre es eher gut, einen großen Beutegreifer zu haben. Zum anderen braucht er eine Stelle zum in Deckung gehen, und das findet er eigentlich überall. Er kann sich auch im landwirtschaftlich geprägten Raum aufhalten.
Und sich von Nutztieren ernähren.
Ja, er ist kein Blümchenfresser. Seine Hauptnahrung ist Schalenwild, zu 50 Prozent Rehe. Kommt er allerdings leichter an ein Schaf heran, wird er auch das wählen. Wer Nutztiere hat, sollte die entsprechend schützen. Wir müssen uns wieder daran gewöhnen, mit ihm zusammen zu leben.
Weshalb sollten wir das müssen?
Weil er zu diesem Verbund, der heimischen Flora und Fauna immer schon gehört hat, er ist nichts Neues. Und weil wir Menschen dafür gesorgt haben, dass er verschwindet. Wir haben ihn ausgerottet.
Also eine Art Wiedergutmachung?
Brauchen wir nicht. Der Wolf kommt von allein zurück. Das ist ja das Schöne.
Was heißt, er kommt? Wo steht er denn gerade?
In Polen gab und gibt es immer noch Wölfe und von dort wandern sie herüber. Die Jungtiere verlassen nach etwa zwei Jahren den Familienverbund und verteilen sich, so wurden im Jahr 2000 in Sachsen die ersten Familien gegründet. Das heißt: er siedelt sich natürlich an, da hat kein Naturschützer einen hingestellt.
Ist es gefährlicher, in freier Wildbahn einen Wolf oder ein Wildschwein zu treffen?
Ein Wolf ist deutlich weniger gefährlich, aber Sie werden in der freien Wildbahn keinem begegnen. Ich arbeite jetzt seit über 25 Jahren mit den großen Grauen und habe zweimal einen gesehen. Sie meiden aktiv den Menschen. Nach 300 Jahren Verfolgung können sie genau einschätzen, wann und wo ein Mensch sich bewegt und gehen ihm aus dem Weg.
Was ist denn für Sie das Faszinierende am Wolf?
Ich finde ihn als Wildtier spannend, weil er sich an sehr viele Gegebenheiten anpassen kann. Und ich glaube, dass er ein zutiefst missverstandenes Tier ist. Es gibt viele Geschichten, die nicht stimmen. Deshalb habe ich es mir auch zur Aufgabe gemacht, Wölfen, wenn sie von allein zurückkommen, hier den Weg zu ebnen.
Wie ist Ihr Verhältnis zu Jägern?
Zu den meisten habe ich einen sehr guten Draht. Im Gespräch kann man viele Vorurteile aufheben, zumal die meisten Jäger und Förster von sich aus Artenschützer sind.
Quelle: OTZ vom 25.08.11
Der NABU SHK bittet um Kommentare von den Mitgliedern!!!
Sommerzeit - Wespenzeit
NABU - Info zum richtigen Umgang mit Wespen
Sie schwirren, surren, brummen und summen. Man trifft sie beim Einkaufen in Bäckereien, beim Sporttreiben im Freien, beim Entspannen auf der Wiese oder beim gemütlichen Kaffeetisch auf der Terrasse. Die Rede ist von den gelb-schwarzen Brummern, den Wespen, die im August und September vermehrt Bürger und Bürgerinnen zur Verzweiflung bringen.
"Die Angst vor Wespen ist meist unbegründet", erzählt Rainer Hanke, Hornissenbeauftragter und stellvertretender Landesvorsitzender des NABU Thüringen. "Wenn die Tiere auf Nahrungssuche unseren Kaffeetisch besuchen, haben sie normalerweise gar kein Interesse uns anzugreifen".
Wespen wehren sich erst, wenn es um ihr Leben geht. Als Verteidigungswaffe zücken sie dann ihren Stachel und stechen zu. Außer für Allergiker sind Wespenstiche für Menschen zwar schmerzhaft, aber nicht weiter gefährlich. Den allgemeinen schlechten Ruf haben die Wespen vor allem der Deutschen Wespe und der Gemeinen Wespe zu verdanken. Sie sind es, die in erster Linie den Kaffeetisch und die Grillfeier belagern. Die Tiere benötigen Kohlenhydrate aus der süßen Nahrung für ihre eigene Versorgung und Proteine, z.B. aus Grillfleisch, zur Aufzucht ihrer Brut.
Der NABU bekommt zur Zeit verstärkt Meldungen über Wespennester am Haus oder Gartenhäuschen. "Die Nester von Wespen werden meist erst im August bemerkt, Mensch und Wespen leben dann schon seit einiger Zeit friedlich nebeneinander. Jetzt das Nest zu entfernen ist sinnlos. Das Wespenvolk stirbt im Herbst sowieso ab und nur die Jungkönigin überlebt", sagt der Hornissenbeauftragte. Um an einem Wespennest mit den surrenden Bewohnern nicht in Konflikt zu geraten empfiehlt sich ein Sicherheitsabstand von zwei bis drei Metern. Sind Kleinkinder auf dem Grundstück, ist eine Absperrung empfehlenswert. "Nützlichen Insekten wie Schwebfliegen und Marienkäfern können die alten Nester ein Winterquartier bieten, deshalb ist es sinnvoll diese zu belassen. Ein weiterer Grund, um Wespen zu dulden, ist ihr Bedarf an unerwünschten Insekten wie Mücken, Fliegen und Blattläusen", so Hanke.
Wer ein paar nützliche Tipps zum richtigen Umgang mit Wespen befolgt, der kann auch einen unbeschwerten Sommer verleben. So dürfe beispielsweise der Nestbereich nicht erschüttert und das Einflugloch nicht verstellt werden. Eine Grundregel ist es, nicht nach Wespen zu schlagen, sie wegzupusten oder anzuatmen. Außerdem sollten süße Speisen und Getränke im Freien abgedeckt werden. Hanke: "Genauso ist es sinnvoll, Kinder nicht aus offenen Flaschen trinken zu lassen, sondern Strohhalme zu benutzten. Nach dem Verzehr von Speisen ist es empfehlenswert den Kindern den Mund und die Finger abzuwischen". Um Stiche zu vermeiden, ist das Barfußlaufen auf Wiesen mit Fallobst zu vermeiden. Desweiteren ist sparsam mit Parfum, Haarspray, Rasierwasser, Cremes, Holzmöbelpolitur und anderen duftenden Substanzen umzugehen. Wespen werden von Düften, wie sie zum Beispiel in Rasierwassern verwendet werden angezogen. Außerdem fliegen die Tiere gerne bunte Kleidung an.
Wer trotzdem von einer Wespe gestochen wird, so Hanke, der sollte Ruhe bewahren und den Stich schnell kühlen. Bei Allergieverdacht muss sofort ein Arzt aufgesucht werden. Weitere Praxistipps bietet Ihnen die Broschüre "Bienen, Wespen und Hornissen - Kein Grund zur Panik" oder das Internet unter
www.NABU-Thueringen.de. Die Broschüre erhalten Sie gegen Einsendung eines Unkostenbeitrags von 3,00 Euro inklusive Porto, beim NABU Thüringen in Leutra 15, 07751 Jena, Tel.: 03641/605704, E-Mail: Lgs@NABUThueringen.de.
Quelle: NABU - Thüringen, Pressedienst
Wohnungsnot in Kahla
Weil der Kirchturm eingerüstet ist, findet Mauersegler Nistplätze nicht.
Es ist manchmal nicht einfach, alle Interessen unter einen Hut zu bekommen. In Kahla hat die dringend nötige Sanierung der Fassade des Stadtkirchturms begonnen. Aus Sicht der Naturschützer jedoch zum ungünstigsten Zeitpunkt: Normalerweise steuert pünktlich zum 1. Mai der Mauersegler seine Brutquartiere an. 21 Einschlüpfe zählte gestern Ornithologe Rudolf Heyer am Turm. Allerdings wurden die kleinen Hohlräume in diesem Jahr nicht bezogen, weil die Vögel sie unter der Gerüstplane nicht finden konnten.
Seit Donnerstag nisten einige Tiere unterm Kirchdach. Für die Männer auf dem Gerüst kaum zu überhören. Trotzdem sei die Brut in diesem Jahr um etwa zwei Drittel eingebrochen, sagt Heyer. Grund zur Sorge für den Experten: Um 60 Prozent sind Singvögel in Europa rückläufig. Bis zu 15 Paare mehr als überall sonst im Landkreis fliegen normalerweise St. Margarethen an. Heyer hofft, dass die Plane wenigstens von den obersten Ebenen in den nächsten zwei Tagen abgenommen werden kann, damit vielleicht noch einige Vögel zum Nisten finden. Die ortstreuen Tiere ließen die Brut sonst ausfallen, weiß Heyer.
Quelle: OTZ vom 25.05.2011
Einladung zur Familienwanderung auf dem TÜP Rothenstein
Der NABU Saale - Holzlandkreis e.V. lädt zu einer etwa zwei- bis dreistündigen, geselligen Familienwanderung in das NSG "Spitzenberg - Schießplatz Rothenstein - Borntal" am Samstag, den 28. Mai um 8.00 Uhr, ein. Die Führung der naturkundlichen Wanderung übernehmen Herr Dr. Jörg Ozegowski, Herr Dietrich Berger und Herr Rudolf Heyer, die Groß und Klein in die Wunderwelt der Orchideen, der Vögel und anderer Wildtiere die es auf dem ehemaligen Schießplatz der Sowjetarmee gibt, einführen werden. Auch werden die NABU Aktiven über die Bedeutung und Wichtigkeit des artenreichen europäischen Schutzgebietes und seiner Pflege und Gefährdung berichten.
Spenden zur alljährlichen Pflege werden gerne entgegen genommen. Eine Mitgliedschaft im NABU SHK e.V. wäre noch besser !!
Treffpunkt: Sonnabend 28.05.2011, 8.00 Uhr Rothenstein SCONTO - Parkplatz
Klaus Götze, Vorsitzender
Klagerechte von Umweltverbänden erweitert
Europäischer Gerichtshof stärkt Zugang zu deutschen Gerichten
Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat mit einem am 12. Mai 2011 verkündeten Urteil die Klagerechte von Umweltverbänden erweitert. Das Umwelt-Rechtsbehelfsgesetz (UmwRG), das seit Dezember 2006 anerkannten Umweltvereinigungen den Zugang zu Gerichten ermöglicht, setzt danach die Vorgaben des europäischen Rechts nicht vollständig um. Deutschland muss nun das UmwRG an das europäische Recht anpassen. Bis zum Inkrafttreten der Gesetzesänderung können sich anerkannte Umweltvereinigungen zur Begründung ihrer Klagerechte unmittelbar auf europäisches Recht berufen.
Bundesumweltminister Norbert Röttgen begrüßte, dass mit dem Urteil jetzt Rechtsklarheit herrsche: "Es stellt sich immer mehr heraus, dass die frühzeitige Beteiligung von Bürgern und Verbänden bei großen Infrastrukturvorhaben am Ende der Akzeptanz und damit der Realisierbarkeit dient. Das sollten wir bei der Umsetzung des Urteils berücksichtigen."
Nach Ansicht des EuGH wird der Zugang von Umweltverbänden zu Gerichten in Deutschland unzulässig eingeschränkt. Anerkannte Umweltvereinigungen können bisher nur Verletzungen derjenigen Umweltvorschriften rügen, die auch betroffene Bürgerinnen und Bürger zu einer Klage berechtigen würden (sogenannte "subjektive Rechte"). Damit gibt es bislang keine Rechtsschutzmöglichkeiten gegen die Verletzung von Vorschriften, die die Umwelt als solche schützen, beispielsweise Vorsorgeregelungen im Immissionsschutzrecht oder weite Teile des Gewässerschutzrechts. Das europäische Recht verlangt jedoch nach Ansicht des EuGH einen weitergehenden Zugang zu Gerichten in Umweltangelegenheiten. Dem Urteil zufolge müssen Umweltverbände zumindest alle für die Zulassung eines Vorhabens maßgeblichen Umweltvorschriften vor Gericht geltend machen können, die auf Recht der Europäischen Union basieren.
Das Urteil des EuGH erging auf Vorlage des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen. Bei dem Gericht ist eine Klage des BUND Nordrhein-Westfalen gegen die Zulassung eines Steinkohlekraftwerks in Lünen anhängig.
Krötenzäune nahe Wolfersdorf aufgestellt
![]() |
Mitglieder des Nabu errichten am Sonnabend den Krötenschutzzaun entlang der L1077 kurz vor der Rothenhofsmühle. Melina Steinhart, Christiane Steinhart, Layla Heinze, Mark Steinhart, Vanessa Frais und Rudi Hayer (v. l.) sind nur einige der zahlreichen Helfer. |
Am Sonnabend errichteten rund 20 freiwillige Helfer, darunter sechs Kinder, entlang der Landstraße (L 1077) zwischen Geisenhain und Wolfersdorf auf einer Gesamtlänge von 2,6 Kilometern einen Krötenschutzzaun.
"Das war höchste Zeit, dass wir damit anfangen, die Kröten wandern bereits seit Tagen. Auf den Straßen sind schon sehr viele überfahrene Tiere zu sehen", berichtete Christiane Steinhart. Sie ist als Schatzmeisterin im Naturschutzbund tätig und leitete am Sonnabend die Arbeiten. "Gegen 8 Uhr haben wir hier angefangen und hoffen, gegen 15 Uhr diesen besonders gefährdeten Abschnitt abgeschlossen zu haben". Im Anschluss sollte noch im Kahlaer Leubengrund auf einer Länge von etwa 1,5 Kilometern der Zaun errichtet werden.
Von nun an muss der Abschnitt für drei Wochen täglich zweimal auf der gesamten Länge kontrolliert, die Eimer, in denen sich die Kröten sammeln, entleert werden. Gleichzeitig werden die Arten erfasst und gezählt.
"Das sind im Schnitt zwischen 6500 und 7000 Tiere, die in ihre Laichgründe wandern", weiß Christiane Steinhart zu berichten. Die Zäune stellt der Nabu zur Verfügung, das Landratsamt gibt eine Unterstützung für die Freiwilligen dazu. "Jedoch sind wir auch auf Spenden angewiesen. Die Zäune sind nicht billig, außerdem ist es schon ein gehöriger Aufwand, alles täglich zweimal zu kontrollieren und zu entleeren", wirft Rudolf Heyer ein". Seit rund acht Jahren führen wir diese Aktion durch. Dabei wird immer darauf geachtet, wo besonders viele Kröten unterwegs sind, gegebenenfalls wird deshalb auch an anderen Stellen ein Schutzzaun errichtet", so Christiane Steinhart. Was auf den ersten Blick leicht aussieht, hat es dennoch in sich. Die Zäune müssen an der viel befahrenen Straße ausgerollt und anschließend so straff befestigt werden, dass keine Amphibie darunter hindurch kann. In recht kurzen Abständen werden Eimer in das Erdreich eingelassen, in denen die Tiere beim Versuch, die andere Straßenseite zu erreichen, aufgefangen werden.
Quelle: OTZ vom 28.03.2011
Der Sichtachsenblick oder wie man gestandene Bäume fällt
Im Schloßpark zu Hummelshain wurden mit der ausdrücklichen Genehmigung des Naturschutzamtes des Landratsamtes Eisenberg 2 Roteichen und 1 Lärche durch das zuständige Forstamt gefällt. Dem Bürgermeister von Hummelshain Stephan Diesler gefällt das. Warum? Nun, um Sichtachsen zwischen den beiden Schlössern frei zu machen, die es vor fast hundert Jahren mal gegeben hatte. Die Roteichen und die Lärche standen im vollen Saft, waren gesund und sehenswert mit hohen, astfreien Stämmen und die Sicht zu den Schlössern war eigentlich nur im Sommer etwas verdeckt. Trotzdem weg damit. Am Rande der Stoyswiese in Jena wurden auch eine Menge Buchen umgelegt vom Stadtförster Olaf Schubert, um eine neue Sichtachse zu schaffen. Die Menge der Bäume wurde nach dem Prinzip pi mal Daumen festgelegt und hier wurde das zuständige Fachamt für Naturschutz der Stadt Jena nicht benachrichtigt. Auch dort kennt man das Wort Sichtachse nicht! Ist das jetzt der neue Trend, sich von nicht genehmen Gewächsen zu befreien?
Es reicht! Die Axt regiert! Auch an der Saale wurden im Februar bei Rothenstein viele, das Ufer der Saale stabilisierende, Bäume umgelegt. Die Angler aus Rothenstein vom Verband Angeln und Naturschutz Thüringen (VANT) mit Gerhard Kemmler an der Spitze konnten wohl noch verhindern, dass alle gefällt wurden. Selbst ins Wasser gewachsene Weidenbüsche, die den Fischen bei Hochwasser lebensnotwendiger Unterstand sind, wurden unter der Fahne des Hochwasserschutzes entfernt! Die eigentlichen Abflusshindernisse, wie Schwemmsand unterhalb der Saalebrücke, geht man wohl nicht an? Hier wird an Symptomen operiert anstatt das Nadelöhr "Brücke" zu beseitigen. Denn die alte Stahlbrücke endete früher nicht umsonst auf dem Hochwasserschutzdeich an der Kirche und sorgte so für einen freien Hochwasserabfluss. Extremwetterlagen nehmen zu und der Standard eines 100 jährigen Hochwassers ist schon längst überholt. So jedenfalls die Erfahrungen in Sachsen. Wir vom NABU und vo m VANT als anerkannte Naturschutzverbände in Thüringen sind entsetzt und gleichzeitig frustriert vom Erfindungsgeist der Sichtaxt-Vertreter in Stadt und Land.
Klaus Götze, Vorsitzender NABU SHK e.V.
Gerhard Kemmler, Vizepräsident des VANT Thüringen e.V.
![]() Foto: Hans Kraußer, NABU SHK |
![]() Foto: Hans Kraußer, NABU SHK |
Obstbäume suchen "Pächter"
Bis in die 70er Jahre hinein waren die alten knorrigen Obstbäume noch vielerorts an den Feldwegen und Straßen anzutreffen. Sie dienten der Versorgung der Dorfbewohner. Damals konnten die Bürger einen Baum ihrer Wahl "pachten", meist im Rahmen einer Versteigerungsaktion. Diese Bäume sind nunmehr weitestgehend Opfer des Straßenbaus und der Intensivlandwirtschaft geworden oder sterben an Altersschwäche. Selten werden Obstbäume neu gepflanzt. Die Nachfrage nach alten Obstsorten ging in den 70er und 80er Jahren stark zurück. Die Bürger und Gemeinden waren nicht bereit den erhöhten Aufwand für ein Stück dörflicher Kultur-geschichte auf sich zu nehmen.
Diese Tradition gilt es zu bewahren und die alten Obstkulturen, zum praktischen und ideellen Nutzen junger und alter Familien, zu erhalten. Alte Hochstamm Obst-bäume haben vielfältige Funktionen: Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten, ca. 4000; ausgleichender Einfluss auf das örtliche Klima; Windschutz und Erholung sowie Bereicherung des Landschaftsbildes.
Auf 2,5 ha Wiesenfläche werden derzeit in Jena und Camburg 200 Obstbäume (Äpfel, Birnen, Pflaumen und Kirschen) neu gepflanzt. Da es sich um Hochstämme handelt, ist mit einem Ertrag in ca. 5 bis 10 Jahren zu rechnen. Ein Teil der Bäume wurde selbst, auf dem Lebensgut Cobstedt, veredelt. Dafür wurden Reiser verwendet, deren Mutterbäume im regionalen Umfeld wachsen oder die irgendwo in Deutschland entdeckt wurden. Für diese jungen Obstbäume werden Personen gesucht, die Interesse an der Pflanzung, Entwicklung und langfristigen Ernte an einem Baum ihrer Wahl haben. Interessierte Personen melden sich bitte unter: 036421-23497.
Langfristig werden dort auch Projekte zur Umweltbildung umgesetzt. Es wird ein Naturlehrpfad mit Baumtafeln, Hinweisschildern auf die einzelnen Obstsorten, Sitzbänken und ein grünes Klassenzimmer entstehen. Für den Erhalt alter Obstkulturen und den Aufbau eines Sortengartens werden noch weitere Flächen oder Wiesen gesucht.
Wildes Landleben
Naturschutzjugend mit vielen interessanten Kinder - Angeboten
Ein Wochenende lang Fledermäuse belauschen oder Frösche am Teich beobachten, das können Kinder mit der Naturschutzjugend (Naju) Thüringen. Die hat für 2011 wieder jede Menge interessante Angebote für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die gern in der Natur sind und sich für deren Schutz einsetzen wollen, zusammengestellt. Die Angebote richten sich an Kinder ab sechs und junge Leute bis 26 Jahre.
Bei den Veranstaltungen zu verschiedenen Themenschwerpunkten kann man z. B. ein Wochenende auf einen Bio - Bauernhof verbringen oder an einem der traditionellen Orni - Camps teilnehmen und dabei viel über die einheimische Vogelwelt lernen.
Das einfache Leben mit und in der Natur kann man bei den verschiedenen Kursen des Projektes "Wildlife - Waldleben" erfahren. Hier sind die Teilnehmer beispielsweise im Wildlife - Ferienlager eine Woche lang draußen in der Natur unterwegs und versuchen, mit so wenig wie möglich auszukommen. Sie schlagen ihr Abenteuer - Biwak auf, das aus Naturmaterialien gebaut wird. Natürlich kommen bei den Camps Spiel und Spaß nicht zu kurz.
In den Sommerferien veranstaltet die Naju ein Zeltlager für Kinder und für alle, die es nach großen Abenteuern gelüstet, noch eine zweieinhalbwöchige Wildnistour nach Schweden. Jugendliche ab 14 Jahren sind dazu eingeladen.
Wer dann Lust bekommen hat, sich aktiv bei der Naju einzubringen, der hat die Möglichkeit an verschiedenen Arbeitskreisen teilzunehmen, wie zum Beispiel am Arbeitskreis Wildlife. Der Arbeitskreis trifft sich mehrmals im Jahr, um Projekte zu besprechen und natürlich auch selbst die Natur zu erfahren.
Mehr über die Offerten der Naturschutzjugend kann man erfahren im Internet unter www.NAJU-Thueringen.de oder telefonisch (03641) 215410.
Quelle: OTZ
Rote Liste wird in Thüringen immer länger
Naturschützer Mike Jessat zeichnet ein drastisches Bild: "Die Rote Liste gefährdeter Arten in Thüringen wird immer länger", sagt der Landesvorsitzende des
Naturschutzbunds Deutschland (NABU). Jede zweite Vogelart müsse um ihr Fortbestehen bangen.
Ähnlich sei die Lage bei Säugetieren wie Fledermaus oder Luchs. Von den Amphibienarten wie Kröten oder Fröschen seien heute sogar zwei Drittel in Gefahr. Für die Misere macht Jessat die Landespolitik und den fortschreitenden Raubbau an der Natur verantwortlich. Die Regierung müsse den Raubbau an der Natur schnellstens eindämmen, fordert er. In Thüringen steht ein einzigartiger Reichtum an Tier- und Pfanzenarten auf dem Spiel. Etwa 55.000 verschiedene Arten sollen laut Expertenschätzungen hier leben. Damit ist der Freistaat eines der artenreichsten Bundesländer - bei gerade mal 4,5 Prozent Flächenanteil an der gesamten Bundesrepublik. Zwei Drittel der deutschlandweit verbreiteten Arten finden sich auch im Freistaat wieder. Einzelne Tierarten gibt es vermutlich sogar nur noch in Thüringen. Dazu zählt etwa die Fledermausart Kleine Hufeisennase, die wegen ihrer akuten Gefährdung an der Waldschlösschenbrücke in Dresden kurzerhand für einen Baustopp sorgte. Die Zierliche Tellerschnecke und der Waldfeuchtrasen-Graskleinfalter sind schon ausgestorben.
Einfalt statt Vielfalt
"Die Grünflächen werden übernutzt", schimpft Jessat. Offene Auen, wo sonst 500 Arten auf kleinstem Raum gelebt hätten, seien in den vergangenen Jahren fast komplett durch Felder ersetzt worden. "Sumpfvogel, Bekassine, Libellen - alles weg", schüttelt Jessat resigniert den Kopf. Auf den heutigen Ackerflächen werde alles "totgespritzt". Das Rebhuhn, einst das meist verbreitete Ackerhuhn im Freistaat, sei vertrieben worden. Und im Wald sei aus Vielfalt längst eine Monokultur aus Fichten geworden - zugunsten der Forstlobby. Jessat sagt: "Biologische Vielfalt gibt es nur noch in Naturschutzgebieten". Der NABU dringt nun auf eine zügige Umsetzung des Koalitionsvertrages. Darin hatten CDU und SPD erklärt, 25.000 Hektar oder fünf Prozent der gesamten Waldfläche aus der wirtschaftlichen Nutzung herauszunehmen. Alles andere sei "nur Makulatur", sagt Jessat. Bislang sind 9.000 Hektar, darunter der Nationalpark Hainich, vor Eingriffen geschützt. Die Regierung agiere "zu zaghaft". Der Schalter müsse schnellstmöglich umgelegt werden, macht Jessat Druck. Erfolge seien erst 100 Jahre später zu erkennen.
Grüne kritisieren fehlende Strategien
Auch die Grünen sind alarmiert. "Die Landesregierung spielt auf Zeit", vermutet Grünen-Umweltexperte Frank Augsten. Dabei dürfe keine weitere Tier- oder Pflanzenart verschwinden. Landesweit würden immer mehr Siedlungen entstehen, das Verkehrsaufkommen nehme zu. Er forderte konkrete Strategien für die landesweit 212 Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebiete und mehr Biotopverbunde. Der Straßenbau dürfe keine weiteren Lebensräume zerschneiden. Das Umwelt-ministerium weist die Vorwürfe von sich. "Wir stellen uns der hohen Verantwortung", sagt Ministeriumssprecher Andreas Maruschke. Die Bachmuschel sei vor dem Aussterben bewahrt worden. Der bereits ausgerottete Biber sei zurückgekehrt. Auch beim Orchideenschutz gebe es Erfolge. Beim Fünf-Prozent-Ziel sei Thüringen bundesweit Vorreiter. Bis 2029 - also in 18 Jahren - sollen 25.000 Hektar aus der Nutzung herausgenommen werden, versichert Maruschke. Zudem arbeite man an einer "Strategie zur Erhaltung der Biologischen Vielfalt". Inhalte konnte er nicht nennen. Mitte dieses Jahres soll die neue Ausgabe der Roten Liste erscheinen.
Quelle: OTZ
NABU Thüringen ruft zum Mitmachen bei der "Stunde der Wintervögel" vom 6. bis 9. Januar auf
Vom 6. bis 9. Januar findet erstmals deutschlandweit eine "Stunde der Wintervögel" statt. Auch der NABU Thüringen ruft Naturfreunde auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden. Gezählt werden soll ausschließlich im Siedlungsbereich, also nicht im Wald oder im freien Feld. "Am Besten richtet man sich jetzt schon eine Futterstelle ein, an der die Vögel im Januar gut beobachtet werden können", empfiehlt Kirsten Schellenberg, die Landesgeschäftsführerin des NABU Thüringen.
Im Mittelpunkt der Aktion stehen vertraute und oft weit verbreitete Vogelarten, wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen. Aber wo genau kommen Sie vor, wo sind sie häufig und wo selten geworden, wie wirkt sich der Klimawandel auf die Wintervögel aus? "Je genauer wir über solche Fragen Bescheid wissen, desto besser können wir uns für den Schutz der Vögel einsetzen", betont Schellenberg.
Eine besondere Qualifikation, außer Freude und Interesse an der Vogelwelt, ist für die Teilnahme nicht nötig. Unter den Teilnehmern werden zahlreiche Bücher, Futtersäulen und andere Sachpreise verlost. Die Auswertung der Meldungen wird ab dem 6. Januar 2011 live im Internet zu verfolgen sein. Und so funktioniert die "Stunde der Wintervögel": Von einem ruhigen Plätzchen aus wird von jeder Vogelart die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde entdeckt wird. Die Beobachtungen können im Internet unter www.stundederwintervoegel.de gemeldet oder auch per Zählkarte per Post an den NABU geschickt werden. Zur Unterstützung stehen online eine Zählhilfe, Porträts der häufigsten Arten sowie Tipps zur sinnvollen Winterfütterung und zum vogelfreundlichen Garten zur Verfügung. Teilnahmeschluss ist der 17. Januar 2011. Für Kinder gibt es eine eigene einfache Zählkarte zur "Stunde der Wintervögel", die vom Jugendverband NAJU herausgebracht wurde und auf der Aktionsseite heruntergeladen werden kann.
An der Schwesteraktion "Stunde der Gartenvögel" im Mai zur Erfassung der in Deutschland brütenden Arten nehmen regelmäßig mehr als 40.000 Naturfreunde teil. Einen ähnlichen Erfolg erhofft sich der NABU nun von der Zählung jener Arten, die es auch bei Kälte und Schnee bei uns aushalten.
Weitere Infos und den Meldebogen erhalten Sie ab dem 3. Januar unter anderem beim NABU Thüringen, Leutra 15, 07751 Jena, Tel.: 03641/605704, E-Mail: Lgs@NABU-Thueringen.de oder auf www.NABU-Thueringen.de.
Quelle: NABU - Thüringen, Pressedienst
Schenken im Sinne der Natur
Der NABU Thüringen empfiehlt Nistkästen als Weihnachtsgeschenk
Weihnachten steht vor der Tür und viele Naturfreunde stellen sich jetzt die Frage - was kann ich Sinnvolles schenken.
Der NABU Thüringen empfiehlt, die langen Abende vor Weihnachten für den Bau von Nistkästen für Vögel zu nutzen. Mit etwas Holz und handwerklichem Geschick
lassen sich leicht neue Domizile für unsere kleinen Freunde basteln. Mit etwas Phantasie können kinderleicht kunstvolle Bauten entstehen, die für jeden Garten eine
Bereicherung sind und bei richtiger Gestaltung ein ganz persönliches Geschenk werden. Ein Nistkasten muss normalerweise nicht gestrichen werden. Wer dies
jedoch möchte, kann es gerne tun, dem Ideenreichtum sind dabei fast keine Grenzen gesetzt. Vom Hundertwasserstil über Fachwerk bis hin zum Logo des
Lieblingsvereins, alles ist möglich. Um die Gesundheit der Tiere nicht zu gefährden ist allerdings wichtig, dass auf chemische Holzschutzmittel und Nitrolacke verzichtet wird. Auch sollten nur die Außenwände zum Schutz vor Feuchtigkeit und Pilzbefall gestrichen werden. Geeignet sind Leinöl oder umweltfreundliche Farben bzw. Lasuren. Naturbelassenes Holz kann aber auch ohne Farbe hübsch gestaltet werden. Schon mit einer simplen Lötlampe lassen sich tolle Effekte auf dem Holz erzielen, mit einem Lötkolben Buchstaben und Ornamente einbrennen. Innen sollten Nistkästen unbehandelt und möglichst rau bleiben.
Die so liebevoll gestalteten Nistkästen können dann ihren Platz unterm Weihnachtsbaum finden. Als Geschenk für ambitionierte Bastler eignet sich aber auch die
NABU-Bauplansammlung für Nisthilfen.
Wer Weihnachten Nistkästen selbst bauen möchte, der findet dazu eine ausführliche Informationen in der Broschüre „Wohnen nach Maß“, die beim NABU Thüringen
gegen eine Gebühr von 3,50 Euro inklusive Porto, am besten in Briefmarken, bestellt werden kann.
Alle Vogelfreunde sind darüberhinaus noch zur großen Zählaktion "Stunde der Wintervögel" vom 6. bis 9. Januar aufgerufen. Informationen und Zählkarten zur
Aktion gibt es unter www.NABU-Thüringen.de.
Quelle: NABU - Thüringen, Pressedienst
Die Elsbeere ist der Baum des Jahres 2011
Baum des Jahres 2011 proklamiert - "wertvoll, aber kaum bekannt"
Berlin. Dr. Silvius Wodarz, Präsident der Stiftung Baum des Jahres hat am 28.10.10 in Berlin die vom Kuratorium Baum des Jahres gewählte Elsbeere (Sorbus torminalis) zum Baum des Jahres 2011 ausgerufen.
In Deutschland ist die Elsbeere selten geworden, seitdem man sie nicht mehr als Brennholz nutzt. Die Energie aus fossilen Brennstoffen wie Kohle, Öl und Gas verdrängte den alt gewohnten Energiebaum. Heute fristet die Elsbeere im wahrsten Sinne in unseren Wäldern nur noch ein Schattendasein.
Elsbeere - wo wächst die denn?
Vom Kaukasus bis nach Südengland, von Marokko bis nach Polen reicht das Verbreitungsgebiet der Elsbeere. Schwerpunkte des natürlichen Vorkommens finden sich in Frankreich und auf dem Balkan. In Deutschland ist die Elsbeere einerseits selten geworden, dafür aber fast überall vertreten, nur nicht im Nordwestdeutschen Tiefland.
Es gab schon mal bessere Zeiten für die Elsbeere: Bis ans Ende des 19. Jahrhunderts bewirtschaftete man viele Wälder speziell für den Brennholzbedarf. Die Elsbeeren wurden gehauen, wenn sie etwa bierdeckeldick waren, und schlugen dann wieder aus dem Stock aus. Das nannte man "Niederwaldwirtschaft". Da die Elsbeere zusätzlich Wurzelbrut bildet, deren Triebe nach einem Jahr bereits 1 m lang sein können, hat sie hierbei gute Startchancen.
Wollte man auch einzelnes Bauholz erziehen oder Bäume mit speziellen Holzeigenschaften fördern (wie z.B. die Elsbeere wegen ihrer Härte), ließ man diese bei der Brennholznutzung stehen: "Mittelwald" nennt man diese Bewirtschaftungsform. Hier bekam die Elsbeere durch die Freistellung mehr des von ihr so sehr benötigten Lichts und konnte zusätzlich Wurzelbrut entwickeln, sich also die Konkurrenz der Stockausschläge anderer Bäume "vom Stamm halten".
Seit Brennholz keine so große Rolle mehr spielt, gibt es kaum noch "Mittel- und Niederwaldwirtschaft". Durch den heute allgemein üblichen "Hochwald" werden die Schattenbaumarten gefördert. Eingemischte Lichtbaumarten wie die Elsbeere werden zurückgedrängt. Hier zeigt sich ein erstes Problem, warum die Elsbeeren heute so selten geworden sind.
Der Klimawandel dürfte aber dazu führen, dass einige Schatten ertragende Baumarten (wie die Buche) Probleme bekommen und die Elsbeere somit wieder konkurrenzkräftiger wird: Sie erträgt Trockenheit im Sommer besser als die auf ähnlich gut nährstoffversorgten Böden wachsende Buche. Also sollte man schon jetzt beginnen, Elsbeeren zu pflanzen!
Die Struktur macht’s
Elsbeerenholz ähnelt mit seinem leicht ins rötliche gehenden Farbton der Birne, ist aber oft geriegelt (d.h. der Faserverlauf ist wellig und erweckt durch die hierdurch hervorgerufene Lichtbrechung den Anschein einer Hell-Dunkel-Zeichnung quer zur Faser) und deshalb strukturreicher als Birnenholz.
Zäh und elastisch, fest und gut polierbar, ist das Elsbeerenholz gleichzeitig hart und schwer. Es wurde früher gerne für besonders stark beanspruchte Teile (zum Beispiel im Leiterwagenbau, in der Klaviermechanik etc) verwendet. Heute werden aus Elsbeere Furniere für Möbel hergestellt; es sind Einzelstücke, da dieses Holz so selten ist. Seine samtige Oberfläche bietet eine besondere haptische (d.h. durch den Tastsinn fühlbare) Holz-Erfahrung, deshalb wird es auch "Seidenholz" genannt.
Die Preise liegen im Durchschnitt deutlich über den ansonsten höchstbezahlten Holzarten Bergahorn und Nussbaum. So wurde ein Rekordpreis von ca. 20.000 €/fm für einen französischen Elsbeerenstamm erzielt. Allerdings sind die Preise der Elsbeere von Stamm zu Stamm stark schwankend - die Struktur des Holzes ist sehr unterschiedlich, ungeriegelt wirkt es etwas blass.
Warm und trocken
Seltene Baumarten werden generell von den Rehen besonders gerne verbissen oder vom Bock gefegt, der starke Wildverbiss ist damit ein weiteres Problem bei der Verjüngung der Elsbeere.
Da die Konkurrenzfähigkeit der Elsbeere auf (sommer-)trockenen, kalk- und nährstoffreicheren Standorten deutlich zunimmt, kann man sie dort auch ohne hohen Pflegeaufwand als Mischbaumart im Wald erhalten. Staunasse Böden verträgt sie hingegen nicht. Kurz gesagt: Wo Wein wächst, fühlt auch die Elsbeere sich wohl. Nicht umsonst liegen ihre Hauptvorkommen in Deutschland an Rhein, Ahr, Mosel, Neckar und Saale. Doch auch im Spessart und auf der Rhön gibt es noch einige Elsbeeren-Vorkommen.
Auf optimalen Standorten kann die Elsbeere Stammdurchmesser von über einem Meter erreichen.
Weiße Blüten
Einige Baumarten benötigen Jahrzehnte, bis sie zum ersten Mal blühen, bei der Elsbeere dauert es 20 bis 25 Jahre. Ende Mai bis Anfang Juni erscheinen "Trugdolden" mit jeweils etwa 40 weißen Einzelblüten. Selbstbestäubung funktioniert bei der Elsbeere nicht.
Damit zeigt sich ein weiteres Problem, weshalb Elsbeeren so selten sind: Sie dürfen nicht allzu weit voneinander entfernt stehen, die bestäubenden Insekten (überwiegend Käfer und Hautflügler wie Bienen) müssen mindestens zwei Elsbeeren anfliegen, damit es funktioniert. Aber selbst bei Fremdbestäubung liegt die Absterberate der Samenanlagen noch bei rund 80%. Es bleibt also nicht viel übrig - ein Grund, weshalb die Vermehrung oftmals über Wurzelbrut geschieht.
Damit gibt es also vier Gründe für die Seltenheit der Elsbeere: Wenig alte Bäume aufgrund der nicht mehr üblichen Nieder- und Mittelwaldbewirtschaftung, wenige Früchte (die zudem nach dem Abfallen auch gerne von Mäusen gefressen werden), sowie aufgrund der Seltenheit starker Verbiss der wenigen aufwachsenden Sämlinge erst durch Mäuse und wenn sie trotzdem zu kleinen Bäumchen geworden sind, durch Hasen und Rehe sowie schließlich die Tendenz, Landschaften "auszuräumen", um an landwirtschaftlich genutzten Flächen beschattende Bäume zu entfernen.
Nicht zu hoch hinaus
Die natürliche Verbreitung der Elsbeere zeigt, dass sie wärmeliebend, ja sogar hitzeverträglich ist. Deshalb wächst sie bei uns weitgehend auf südexponierten, gerne auch steilen Hängen mit starker Sonneneinstrahlung. Die benötigte Wärme begrenzt auch ihre Höhenverbreitung: Bei mehr als 700 m über NN trifft man sie kaum noch an. Nur in den ersten Jahren ist die Elsbeere schattentolerant; schon bald benötigt sie viel Licht. Deshalb wächst die Elsbeere eher an Waldrändern oder in der freien Landschaft als mitten im Wald. Ohne massives Eingreifen der Förster hat die Elsbeere im Wald keine Chance. Wachsen die Nachbarbäume ihr über die Krone (nur selten wird die Elsbeere über 25 m hoch und die Jahrestriebe erreichen durchschnittlich keine 50 cm Länge, also weniger als ihre direkten Konkurrenten wie Ahorn oder Eiche), ist es um sie geschehen.
Kein Baum gleicht dem anderen
Was schon beim Holz gilt, stimmt auch für die Blätter der Elsbeere - sie gleichen sich nicht wie ein Ei dem anderen. Manche wirken wie zu groß ausgefallene Weißdorn-Blätter, bei anderen sind die untersten Lappen viel stärker abgespreizt oder sogar zu einem eigenständigen Fiederpaar geworden, losgelöst vom übrigen Blatt. Junge Blätter sind auf beiden Seiten behaart, später sind nur noch die Blattnerven behaart, während die Oberseite glänzend dunkelgrün wird.
Die Borke ist anfangs aschgrau und glatt. Etwa ab dem 30. Lebensjahr reißt sie auf. Dann bilden sich durch nach außen aufgebogene Borkenschuppen die für alte Elsbeeren charakteristischen "Elsenlöckchen".
Fest verwurzelt
Nach einem Start mit einer Pfahlwurzel wird ein Herzwurzelsystem mit einigen starken Wurzelsträngen ausgebildet. Der Durchmesser des Wurzelsystems ist deutlich größer als der der Krone - so kommt es bei Elsbeeren praktisch nie zu Verlust durch Sturmwurf. Und man kann festhalten, dass die Elsbeere (neben ihrer Fähigkeit, Sommertrockenheit zu überstehen) auch in Hinsicht auf zunehmende Stürme dem Klimawandel gegenüber besser gewappnet ist als viele ihrer jetzigen Konkurrenten (Buche, Ahorn).
Edle Früchte
"Sorbus torminalis" nennt man die Elsbeere wissenschaftlich - tormina, "Bauchgrimmen" - also die Frucht gegen Bauchschmerzen, gegen "weichen Leib", wie man Durchfallerkrankungen früher bezeichnete. Sie wurde auch gegen Cholera und Ruhr verwendet und wird deshalb regional auch "Ruhrbirne" genannt.
Im September, manchmal auch erst im Oktober sind die ca. ein Zentimeter großen Früchte reif. Anfangs sind sie gelblich, verfärben sich aber dann rötlich und in der Vollreife braun mit heller Punktierung. Sie sind anfangs hart, werden eine Woche nach der Ernte teigig. und schmecken recht trocken, mehlig und säuerlich.
Die Ernte ist äußerst zeitaufwendig und anstrengend, da die Früchte nicht abfallen, sondern von langen Leitern aus hoch im Baum geerntet werden müssen. Elsbeeren lassen sich auch als Marmelade verarbeiten und man kann getrocknete Früchte im Müsli essen. Auch wird aus Elsbeeren ein ganz spezieller Edelbrand hergestellt, der schon aufgrund der schwierigen Ernte nicht ganz billig ist: Etwa der vierfache Preis gegenüber anderen Edelbränden ist üblich, also werden es leicht über 300 € pro Liter.
Im Herbst leuchtet’s rot und gelb
Die Elsbeere eignet sich sehr schön für die Anpflanzung in größeren Gärten und in Parks sowie in der freien Landschaft, hat sie doch nicht nur im Frühling eine angenehm duftende Blüte zu bieten, sondern jetzt im Herbst auch eine fulminante Herbstfärbung: Ihr leuchtendes, zuweilen feuriges Rot geht über in orange und schließlich gelbe Töne.
Gerade in der freien Landschaft können sich Elsbeeren zu sehr eindruckvollen Baumgestalten entwickeln. Daher empfiehlt die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz und Schirmherrin der Elsbeere Frau Prof. Dr. B. Jessel ganz besonders die Pflanzung, den Schutz und die Pflege dieser Baumart in der offenen Landschaft.
Elsbeere im Herbst (Bild freigegeben durch o.g. Stiftung)
Schon wieder frei laufende Hunde auf Flächen des NSG Rothenstein beobachtet
Wiederholt wurden an den niederschlagsfreien Wochenenden im Oktober frei laufende Hunde, bis zu drei an der Zahl, auf den Flächen im NSG "Spitzenberg - Schießplatz Rothenstein - Borntal" beobachtet. Die Herrchen der Hunde ignorieren sowohl die rechtsgültige Verordnung des NSG als auch die Schafe in ihrem Gatter, was zur Beunruhigung und Verängstigung der Tiere führt. Auch die sich jetzt auf den Flächen aufhaltenden Rebhühner werden durch Hunde aufgescheucht und verfolgt. Aber auch in der Flur außerhalb von Schutzgebieten nimmt nach Informationen aus der Bevölkerung das unangeleinte Hundespazierengehen immer größere Maße an. Dadurch wird sich manch älterer Mensch überlegen, ob er noch in der freien Landschaft spazieren geht. An dieser Stelle möchten wir an die Vernunft der Hundeherren appelieren, ihre Hunde draußen immer anzuleinen.
Christian Wendler, stellv. Vors.
Nach der UN-Artenschutzkonferenz sollen Taten folgen
Nagoya/Berlin (dpa) - Die von vielen Umweltschützern begrüßten Beschlüsse der UN-Artenschutzkonferenz in Japan haben für Deutschland und andere Länder konkrete Folgen. Der Präsident des Naturschutzbundes Deutschland (NABU), Olaf Tschimpke, sieht nun die Bundesregierung in der Pflicht.
Im Deutschlandradio Kultur verwies er am Samstag darauf, dass das Abkommen von Nagoya für Deutschland bedeutet, in den nächsten zehn Jahren eine naturverträgliche Landwirtschaft und Fischerei auf den Weg zu bringen, die den Artenschutz berücksichtige.
Die Delegierten hatten sich unter anderem darauf verständigt, in den nächsten zehn Jahren etwa 17 Prozent der Landfläche und 10 Prozent der Meeresfläche unter Schutz zu stellen. Die Überfischung der Meere und die Überdüngung der Äcker sollen künftig eingestellt werden. Würden diese Ziele tatsächlich umgesetzt, hätte das vielfach einen grundsätzlichen Wandel der Landwirtschaft zur Folge. Tschimpke ist zuversichtlich, dass die Bundesregierung die Beschlüsse von Nagoya umsetzt. «Sie haben ja auch anspruchsvolle Ziele gewollt - Deutschland hat sich da immer nach vorne aufgestellt», sagte er dem Sender.
Mehrere Umweltverbände hatten das beschlossene Maßnahmenpaket zum Erhalt der Natur als «historischen Ergebnis» begrüßt. Der NABU sprach von einem «Meilenstein im internationalen Naturschutz». «Das ist ein starkes Signal an die Weltgemeinschaft, die Artenvielfalt und damit die eigene Lebensgrundlage zu sichern», sagte der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger. Zuvor hatten Vertreter aus 193 Staaten beschlossen, den Verlust der Artenvielfalt bis zum Jahr 2020 zu stoppen.
Nach dem Gesundheitszustand der Erde, wie er im aktuellen «LivingPlanet Report» der Umweltstiftung WWF beschrieben wird, sind die Artbestände in den Tropen seit 1970 um 60 Prozent geschrumpft. 70 Prozent aller Fischbestände sind von Überfischung bedroht. Täglich gehen zahlreiche Tier- und Pflanzenarten verloren, weil ihr Lebensraum zerstört wird. Forschen bleibt oft keine Zeit, sie vorher zu sammeln oder zu erkunden.
Das Übereinkommen über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD) hatte bereits im Jahr 2002 das Ziel ausgerufen, den Verlust der Biodiversität bis 2010 signifikant zu verringern. Dieses Ziel gilt inzwischen als weitgehend verfehlt. Der WWF wies darauf hin, dass weltweit jährlich 670 Milliarden Euro an Staatshilfen in solche Branchen fließen, die großen Anteil an der Zerstörung der Natur haben. Dies müsse gestoppt werden.
Streitpunkt in Nagoya war vor allem die Aufteilung von wirtschaftlichen Gewinnen aus biologischen Wirkstoffen zwischen Ursprungsländern und Industrie. Künftig sollen Gewinne aus biologischen Rohstoffen - etwa in der Medizin - gerecht zwischen den Ursprungsländern und Nutzern aufgeteilt werden.
«Das Nagoya-Protokoll ist ein historisches Ergebnis», sagte der Chef der Umweltorganisation WWF (World Wide Fund For Nature), Jim Leape. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) sieht in den Beschlüssen «ein weltweites Aufbruchsignal». In Japan habe die Staatengemeinschaft eine überfällige Trendwende eingeleitet, um den Raubbau an der Natur zu stoppen.
Für den japanischen Umweltminister Ryu Matsumoto ging «ein langersehnter Traum» in Erfüllung. Umweltverbände bestätigten, dass sich die Gastgeber - unter anderem weil sie einen eigenen Entwurf eingebracht hatten - sehr für den Erfolg der Konferenz stark gemacht hätten.
Die Biodiversitäts-Konvention hat drei Hauptanliegen: den Erhalt der biologischen Vielfalt, deren nachhaltige Nutzung und die faire Verteilung der biologischer Ressourcen.
Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 30.10.2010
Schlöben und Schöngleina in Aktion "Lebensraum Kirchturm" ausgezeichnet
In den Kirchen von Schlöben und Schöngleina gehen nicht nur Gläubige ein und aus, die Kirchen werden auch von viel kleineren, fliegenden Lebewesen frequentiert. Schlöben. "Die Kirchen beider Ortschaften sind Herbergen von mehreren europaweit geschützten Fledermausarten", berichtet Klaus Götze, Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) im Saale-Holzland-Kreis.
Auch die Schleiereule, eine seltene, vom Aussterben bedrohte Eule, brütet seit vielen Jahren im Schlöbener Kirchturm.
Und die selten hierzulande brütende Dohle zieht ihre Jungen in der Schöngleinaer Kirche groß wie auch der Turmfalke, der den Landwirten bei der Mäusebekämpfung hilft.
Dafür, dass in den beiden Kirchen Fledermäuse und Co. ein sicheres Domizil finden, bedankte sich der Nabu bei den Akteuren vor Ort mit einer Auszeichnung im Rahmen der Aktion "Lebensraum Kirchturm", die am Sonntag im Rahmen des diesjährigen Erntedankfestes verliehen wurde.
Die gemeinsam vom Nabu Bundesverband und dem Beratungsausschuss für das Deutsche Glockenwesen vor wenigen Jahren ins Leben gerufene Aktion "Lebensraum Kirchturm" hat damit auch den Saale-Holzland-Kreis erreicht. Die Kirchengemeinde Schlöben Schöngleina habe sich diese Auszeichnung redlich verdient, betonte der stellvertretende Nabu-Vorsitzende Christian Wendler.
Der Dank galt besonders Pfarrer Stephan Elsässer, "der um den Mangel an Wohnraum für diese Tiere weiß und ihnen steten Zuzug garantiert und zukommen lässt."
Elsässer sei es auch gewesen, der den Nabu-Mitgliedern Günther Oehmigen aus Eisenberg und Jürgen Till aus Kahla das Anbringen selbst gebauter Schleiereulenkästen und Kästen für die Dohle als auch von Nistkörben für die Turmfalken erlaubte. Diese Quartiere seien von den Vögeln gut angenommen worden. Die Fledermäuse fühlten sich in den sommerwarmen Giebeln und unter den Dächern der Kirchen sehr wohl und ziehen dort ihren Nachwuchs in aller Stille auf, hieß es anlässlich der Auszeichnung.
Nicht zu vergessen das Engagement von Almuth Egert. Sie hat einen naturkundlichen Verein in Schlöben gegründet. Unter ihrer Regie wurden im Pfarrgarten ein Teichbiotop sowie ein Insektenhotel angelegt und in der Umgebung der Gemeinde 52 Nistkästen als Bruthilfen für Singvögel installiert.
Quelle: otz.de
Einladung zum Vortrag über vorbeugenden Klimaschutz
Thema: Leistet die Kohlendioxidverbringung in den Untergrund einen Beitrag zum Klimaschutz?
Vortragsort: Maua, Gasthaus "Goldenes Schiff"
Termin: Freitag, den 24.09.2010, um 19 Uhr
Referent: Diplomgeologe Norbert Kasch, Universität Jena
Im Rahmen unserer Vortragsreihe lädt der Kreisvorstand des Naturschutzbundes Saale - Holzland ganz herzlich zu diesem hochinteressanten Vortrag ein.
Herr Kasch ist beruflich mit der Problematik der Lagerung von CO² aus Kohlekraftwerken in unterirdischen Speichern beschäftigt und wird aus seiner Sicht über die geologischen Bedingungen und technischen Möglichkleiten, aber auch über die Risiken einer möglichen CO² - Speicherung im Untergrund referieren. Bei der zunehmenden Nutzung der Kohleverstromung erhält die Thematik besondere Brisanz. Auf der anderen Seite ist das Kohlendioxid das Gas, welches maßgeblich zur Erderwärmung und Klimaänderung beiträgt. Sie können mit diskutieren und Fragen stellen. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!
Der Vortrag ist kostenlos.
Mit freundlichen Grüßen
Klaus Götze, Vorsitzender
Eichsfelder Hornissenbeauftragter: Tiere sind stechfaul und harmlos
![]() |
Rainer Hanke ist seit vielen Jahren der Hornissenbeauftragte des Nabu-Obereichsfeld. Der Naturschutzexperte ist unter der Telefonnummer: (0170) 3812101 zu erreichen. Foto: Otto Roth |
Eigentlich sind sie Wespen und auch noch die größten ihrer Art. "Hornissen sind die größte einheimische soziale Faltenwespenart", sagt Rainer Hanke. Er muss es wissen, denn er ist seit Jahren der Hornissenbeauftragte des Nabu-Obereichsfeld. Wer Probleme mit Hornissen oder Wespen hat, wendet sich an ihn.
Angst brauche man vor Hornissen nicht zu haben, wenn man einige Grundregeln beachte. "Keine ruckartigen Bewegungen und ihnen nicht zu nahe kommen", das schon reiche aus, um mit den Tieren auszukommen. Die Hornissen seien durchaus wehrhaft, aber nicht angriffslustig, sie gehörten zu den stechfaulen Sorten und bevorzugten Wespen, Fliegen und Spinnen als Nahrung. "Beim Bäcker oder Fleischer sind sie kaum anzutreffen. Dort zieht es vielmehr die Wespen hin. "Wespen haben einen schlechten Ruf, weil sie vor allem den Kaffeetisch und die Grillfeier belagern. Die Leidtragenden sind die Hornissen, die an sich harmlos sind.
Hornissen sind besonders geschützt. "Ihre Nester sollten nur dann verlegt werden, wenn es gar nicht mehr anders geht", sagt der Experte. Diese Aufgabe sollte nicht von der Feuerwehr übernommen werden, sondern von einem Fachmann. Der Besitzer des Hauses sei gleichzeitig der Besitzer der Hornissen, die sich bei ihm eingenistet haben, ob der das nun wolle oder nicht. Wenn ein Hornissennest entfernt werden soll, muss bei der Unteren Naturschutzbehörde eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden, die in der Regel auch erteilt wird. Mit einem Imkeranzug rückt Rainer Hanke den Hornissen dann zuleibe. "Das geht nicht immer reibungslos ab", spricht er aus Erfahrung.
Die Nester kommen dann in Hornissenkästen, von denen der Naturfreund mehrere bei sich zu Hause stehen hat. "In diesem Jahr werde ich wohl keinen mehr brauchen." Die Flugsaison gehe Ende August zu Ende, die Tiere sterben ab. Übrig bleibt die Königin, die sich im kommenden Frühjahr erneut paart und Eier legt, aus denen im Mai Drohnen, Arbeiterinnen und etwa 100 Jungköniginnen schlüpfen, von denen in der Regel nur fünf übrig bleiben.
Im vergangenen Jahr wurde der Hornissenbeauftragte zu zwei Einsätzen gerufen, in diesem Jahr war es nur einer, dafür aber 50 Beratungen. In 90 Prozent der Fälle konnte Rainer Hanke die "Besitzer" überzeugen, die Nester an den Häusern zu belassen. Der ursprüngliche Lebensraum der Hornissen sind Waldränder, Lichtungen und alte Bäume, in denen sie ihre Nester bauen. "Da der Lebensraum der Hornissen immer mehr eingeschränkt wird, brauchen wir uns nicht zu wundern, dass sie uns immer mehr auf den Pelz rücken". Schuld daran sei allein der Mensch.
Quelle: www.otz.de
Thüringer Umweltverbände lehnen Forstplan ab
Die Thüringer Umweltverbände NABU, BUND und Grüne Liga wollen ein neues Positionspapier der Thüringer Regierung zur Forstwirtschaft nicht unterzeichnen. Das teilten die Verbände und das Umweltministerium mit. Die Verbände fordern, dass der Naturwald in Thüringen, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, ausgeweitet wird. BUND-Geschäftsführer Burkhard Vogel sagte, darin sei festgelegt, dass 25.000 Hektar des Staatswaldes künftig nicht mehr forstwirtschaftlich genutzt werden sollen. Stattdessen solle auf den entsprechenden Flächen der Wald sich selbst überlassen und damit die Artenvielfalt geschützt werden. Im neuen Positionspapier sei dies jedoch nicht berücksichtigt.
NABU wirft Agrarminister Parteinahme vor
Der NABU-Vorsitzende Mike Jessat warf Umweltminister Jürgen Reinholz vor, er habe der "Sägelobby" nachgegeben. Damit habe er sich vom Koalitionsvertrag mit der SPD distanziert. In seinem neuen Positionspapier habe sich der CDU-Politiker dafür ausgesprochen, auf derselben Fläche den Wald zu bewirtschaften und gleichzeitig die Natur zu schützen. Jedoch sei bereits die nachhaltige Forstwirtschaft Standard, bei der nicht mehr Bäume gefällt werden als nachwachsen. Erst ein naturbelassener Wald mit Bäumen, die über 120 Jahre alt sind, ermögliche eine große Artenvielfalt. Viele Tiere, zum Beispiel Insekten, Fledermäuse und Vögel seien bereits vom Aussterben bedroht.
Die Landesgeschäftsführerin der Grünen Liga, Grit Tretzel, sagte, die Verbände forderten weniger, als die EU und der Staat vorgeben würden. Nach einem Beschluss der Bundesregierung sollen bis 2020 fünf Prozent der gesamten Waldfläche der natürlichen Entwicklung überlassen werden. "Wir nehmen bei den 25.000 Hektar nur fünf Prozent des Staatswaldes als Berechnungsgrundlage", sagte Tretzel.
Umweltministerium weist Vorwürfe zurück
Das Umweltministerium wies die Vorwürfe zurück. Ein Sprecher sagte, in dem Positionspapier seien konkrete Zahlen bewusst ausgelassen worden. Damit solle der Dialog überhaupt erst in Gang gebracht werden. An dem Koalitionsvertrag werde festgehalten. Bei den auszuweisenden 25.000 Hektar sollten vorrangig Steillagen oder kleinere Waldgebiete berücksichtigt werden.
CDU und SPD halten Kritik für unbegründet
Auch die naturschutzpolitischen Sprecher von CDU und SPD, Egon Primas und Eleonore Mühlbauer, bezeichneten die Kritik als unbegründet. Die im Koalitionsvertrag festgeschriebenen Ziele seien unabhängig von dem Positionspapier zu betrachten. Reinholz sagte am Montag, das Verharren auf Extrempositionen nütze keinem, "weder dem Wald, noch seinen Besuchern, Besitzern oder der Holzindustrie". Der im Frühjahr 2009 ins Leben gerufene Dialog solle mit allen Interessengruppen weitergeführt werden.
Die Einzelheiten zum Positionspapier will Reinholz am Donnerstag bekannt geben. Dann soll dieses im Rahmen eines Festakts unterzeichnet werden. Es beschäftigt sich u.a. mit dem ökologischen Waldumbau, der Bewirtschaftung und dem Tourismus. Bislang haben etwa 40 Beteiligte aus Forst- und Landwirtschaft, Holzindustrie, Naturschutz, Tourismus und öffentlicher Verwaltung die Vereinbarung unterzeichnet. Neben den Umweltverbänden wollen auch zwei Sägewerke nicht unterschreiben.
Derzeit in Thüringen 10.000 Hektar naturbelassen
Den Verbänden zufolge sind in Thüringen derzeit 10.000 Hektar Wald naturbelassen. Der BUND-Geschäftsführer schlägt für die zusätzlich geforderten 15.000 Hektar das Biospährenreservat Vessertal vor. Eine weitere Möglichkeit sei, ein Teil des vorderen Thüringer Waldes, der die Wartburg umgibt, der Natur zu überlassen.
Quelle: www.mdr.de
Crossen: Ahornallee soll verschwinden
Dass die historische Ahornallee neben der Elsterbrücke, die das Bild der Gegend prägt, im Zuge des Straßenbaus gefällt werden soll, nehmen sie dafür gern in Kauf, wie sich bei der Crossener Gemeinderatssitzung zeigte. Natur- und Heimatfreunde dagegen fürchten ums Ortsbild.
Im Zusammenhang mit der Sanierung der Elsterbrücke sollen auch die etwa 300 Meter lange Straße bis zu den Bahnschienen erneuert und ein Gehweg dazu gebaut werden. Das hat der Crossener Gemeinderat schon im März in einer Dringlichkeitssitzung beschlossen. VG-Vorsitzender Martin Bierbrauer nennt es "ein Glück", dass der Landkreis mitspielt.
Nickelsdorfer Einwohner wie Ratsmitglied Heidelinde Laube (CDU) hoffen, dass sie endlich ein Stück glatte Straße bekommen. Dass die historische Ahornallee neben der Brücke, die das Bild der Gegend prägt, im Zuge des Straßenbaus gefällt werden soll, nehmen sie dafür gern in Kauf, wie sich bei der Gemeinderatssitzung am Montagabend zeigte. Die Bäume seien alt, krank und würden nach dem Straßenbau eingehen.
Natur- und Heimatfreunde wie der Crossener Julius Stummhöfer, Nabu-Mitglied und Sohn einer Gemeinderätin, sehen die Sache ganz anders. Sie meinen, die 100-Jährigen Bäume würden auch noch mal 100 Jahre überdauern. Das historische Bild der Brückenallee gehe verloren. Stummhöfer fragt, wieso die Straße auf 5,50 Meter ausgebaut und das Pflaster durch Asphalt ersetzt werden muss, obwohl die Brücke selbst einspurig bleibt. Er nennt den Gemeinderatsbeschluss "rechtlich äußerst bedenklich", da zuvor kein Gutachter beauftragt worden sei, der den Zustand der Bäume bewertet. Im Sitzungsprotokoll vom 29. März ist dazu tatsächlich zu lesen, dass der Gemeinderat (mit Ausnahme der Fraktion "Die Linke") die Zustimmung zum Fällen der Bäume bereits gegeben hatte, als der Bürgermeister "im Nachgang" zusicherte, dass ein Experte den Gesundheitszustand der Bäume prüfen werde, dass sie aber schon krank aussähen. Der Nabu im Landkreis hält die Bäume aber für "vital und gesund".
Umweltamtsleiter Klaus Schirmer stützte sich indes gegenüber OTZ auf die Einschätzung eines Baumpflegeunternehmens, wonach es an den Bäumen Schäden gibt. Kerngesund sei generell so gut wie kein Straßenbaum wegen Unfällen oder Auftausalz. Wenn die Straße in Crossen nicht gebaut werde, würden wohl Kronensanierungen oder andere Pflegemaßnahmen reichen.
Crossen habe zwar eine Baumschutzsatzung, doch gelte die nicht in dem Außenbereich. Mit ihrem Beschluss habe die Gemeinde ihr Ja zum Baumfällen signalisiert. Eine Entscheidung dazu werde derzeit in Schirmers Amt vorbereitet. Der Auffassung, dass das Ortsbild nach dem Fällen verschandelt aussieht, kommentierte er mit dem Halbsatz "Wo sie recht haben. . ."
Hilmar Schack, Sachgebietsleiter im Straßenbauamt, sagte gegenüber OTZ, dass "die Geschichte" mit dem Bäumefällen wegen des Gehwegs notwendig werde, den die Gemeinde unbedingt haben wollte. Ansonsten reiche der Platz nicht aus. Die Wurzeln der Bäume würden aber auch beim Straßenbau in Mitleidenschaft gezogen, so dass spätere Schäden nicht auszuschließen sind. Bleiben sie unter der Straße, könnten sie den Asphalt anheben. So argumentierten auch Befürworter des Bäumefällens in der Gemeinderatssitzung. Der Nabu verweist auf die vielen Alleen in Mecklenburg und Brandenburg und hofft auf eine neue Straße, ohne die Baume zu fällen. Das sei nur noch per Gerichtsentscheid möglich, so Wolfgang Maruschky (FDP).
Quelle: OTZ vom 07.07.2010
Orchideen- und Vogelstimmenwanderung
Am kommenden Samstag, den 19. Juni 2010 um 8 Uhr, findet die in diesem Jahre letzte Orchideen- und Vogelstimmenwanderung im NSG "Spitzenberg - Schießplatz Rothenstein - Borntal" statt. Diese Wanderung ist vor allem für Familien mit Kindern von 6 bis 8 Jahren gedacht. Die Leitung übernimmt der erfahrene Ornithologe Herr Rudolf Heyer aus Jena. Dauer der Tour ca. 3 Stunden. Treffpunkt ist der SCONTO - Parkplatz Rothensein.
Spenden werden gerne entgegen genommen.
Klaus Götze
Vorssitender NABU SHK e.V.
Ölpest breitet sich unter Wasser aus
Wissenschaftler haben unter der Oberfläche des Golfs von Mexiko einen gewaltigen Ölschwaden entdeckt. Er ist 120 Kilometer vom Ort entfernt, an dem die Bohrinsel "Deepwater Horizon" sank.
Die Ölpest im Golf von Mexiko breitet sich weiter aus. 120 Kilometer von der havarierten Ölplattform "Deepwater Horizon" entfernt stießen Forscher auf einen unter der Wasseroberfläche treibenden, kilometerlangen Ölschwaden. James Cowan von der Louisiana State University sagte der Washington Post, die Öltröpfchen darin seien "so groß wie dicke, nasse Schneeflocken". Erst am Donnerstag hatten Forscher der University of South Florida berichtet, östlich des Öllecks einen kilometerlangen Schwaden tief unter Wasser entdeckt zu haben.
Der Kampf gegen die größte Ölpest der US-Geschichte läuft derweil weiter. Der Ölkonzern BP sei mit seinem Versuch, die sprudelnde Quelle im Golf von Mexiko mit Schlamm zu verschließen, "grundsätzlich im Plan", es werde aber wahrscheinlich erst am Sonntag Klarheit herrschen, sagte BP-Manager Doug Suttles. Der Konzern arbeite mit "Technologien, die vorher nie eingesetzt wurden", sagte BP-Chef Tony Hayward.
US-Präsident Barack Obama sagte, man habe es angesichts der Umweltschäden mit einem "Langzeit-Projekt" zu tun, auch wenn der Ölfluss einmal gestoppt sei. Obama ordnete deshalb eine Verdreifachung der Einsatzkräfte entlang der betroffenen Küsten an. Zuvor hatte er mit einem Hubschrauber das Mississippi-Delta überflogen. "Am Ende trage ich die Verantwortung für die Lösung dieser Krise", sagte er.
Bislang sind insgesamt 20.000 Helfer im Kampf gegen die Ölpest im Einsatz. Nach langer Verzögerung begannen einige von ihnen am Samstag mit den Reinigungsarbeiten im ökologisch sensiblen Marschland von Louisiana, wo vor eineinhalb Wochen Öl angeschwemmt wurde.
Obama sprach auf Grand Isle, einer besonders schwer betroffenen Insel vor Louisiana. Die dortige Tourismuswirtschaft beklagt wegen geschlossener Strände massive Einnahmeausfälle, die gerade an diesem langen Wochenende zum Tragen kämen. Am Montag ist in den USA der Feiertag Memorial Day, für die Amerikaner der Auftakt des Sommers. Mehr als 35 Millionen Menschen planen einen Kurzurlaub. Für die Strände auch an der Golfküste eine wichtige Einnahmequelle.
Quelle: Die Zeit online
Gib dem Wolf eine Chance!
Ein faszinierender Beutegreifer steht vor den Toren Thüringens

In Thüringen wurde der letzte Wolf im 19. Jahrhundert erlegt. Wann wird er hier wieder heimisch sein?
Einst war der Wolf neben dem Menschen das am weitesten verbreitete Säugetier. Er besiedelte große Teile der gesamten Nordhalbkugel und war nahezu überall in Eurasien und Nordamerika zu finden. Doch der Mensch ließ dem großen Beutegreifer kaum eine Chance. Als vermeintliche Gefahr für Mensch, Wild und Vieh wurde der Wolf vehement bekämpft und in Mitteleuropa fast ausgerottet. Heute kommt der Wolf nur noch in einem Drittel seines ursprünglichen Territoriums vor.
![]() Spielende Wolfswelpen |
Nach rund 150 Jahren wurden im Jahr 2000 in Deutschland erstmals wieder Wolfswelpen von einer in Freiheit lebenden Wölfin geboren. Die Geburt der Jungwölfe in der sächsischen Oberlausitz war der vorläufige Höhepunkt einer Entwicklung, die bereits ab Mitte des letzten Jahrhunderts mit vereinzelt einwandernden Wölfen aus den östlichen Nachbarländern begann. Wölfe gelten als Langstreckenwanderer und so dauerte es nicht lange und in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Niedersachsen, Hessen, Sachsen-Anhalt, Bayern und Nordrhein-Westfalen wurden ebenfalls Tiere nachgewiesen. Da wäre es verwunderlich, wenn sich der Wolf nicht auch in Thüringen blicken lassen würde. Von der Wolfsregion in der Lausitz bis an die thüringische Landesgrenze sind es nicht einmal 250 Kilometer. Für einen wandernden Wolf ist diese Strecke eine Kleinigkeit. |

Wie eine Studie des Bundesamtes für Naturschutz zeigt, weist auch Thüringen gute bis sehr gute Eigenschaften im Hinblick auf Ähnlichkeiten in der Biotopausstattung und Zersiedelung mit der Lausitzer Wolfsregion auf. Auf kurz oder lang besteht also eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Wolf in den Freistaat kommt. Ob er sich dann auch dauerhaft ansiedelt und wo er zu finden sein wird, entscheidet aber letztendlich der Beutegreifer selbst.
Quelle: NABU - Landesverband Thüringen
Windkraft im Einklang mit Natur, Mensch und Landschaft
NABU Thüringen fordert Einhaltung von Standards beim Ausbau von Windkraftanlagen
Thüringen plant einen weiteren Ausbau von Windkraftanlagen. Laut Koalitionsvertrag wird der Anteil der Erneuerbaren Energien bis 2020 auf 35 Prozent erweitert. Einen großen Anteil soll hierbei die Windenergie einnehmen. Der Bau von Windkraftanlagen ist jedoch nicht unumstritten. Oft schon wurden Windkraftanlagen an Standorten errichtet, die Menschen belasten, Natur beeinträchtigen oder das Landschaftsbild negativ verändern. Mit dem von Wirtschaftsminister Machnig unlängst vorgelegten Positionspapier "Potenziale der Windenergie in Thüringen nutzen" wurden verschiedene Interessenverbände erstmalig an einen Tisch gebracht.
"Windkraftanlagen haben Einfluss auf Mensch, Landschaft und Natur. Besonders bei der Auswahl der Standorte gilt es strenge Kriterien einzuhalten, die Mensch und Natur so wenig wie möglich belasten", sagt Mike Jessat, der Landesvorsitzende des NABU Thüringen. Jessat äußert sich weiter zur Problematik der Standorte: "Es muss auch große Tabuzonen geben. Beispielsweise haben in Vogelschutzgebieten, Biosphärenreservaten und in Zugkorridoren von Vögeln solche Anlagen nichts zu suchen. Ebenso sind zum Beispiel die großen Waldbereiche, die die Landschaft Thüringens besonders ausmachen, frei zu halten. Die Umweltverbände haben mit der Studie des Deutschen Naturschutzrings, dem Dachverband der deutschen Umweltverbände, einen Mindestrahmen abgesteckt, den Minister Machnig in seinem Entwurf des Positionspapieres einbezogen hat. Dieser Mindestrahmen ist ein Standard, der unbedingt eingehalten werden muss. Darunter läuft mit uns gar nichts."
Quelle: NABU - Pressedienst Thüringen
Gefahr für Kröten gebannt
Fleißige Naturschützer bauen im Saale - Holzland - Kreis kilometerlange Schutzzäune auf
Als Klaus Rücknagel und seine Helfer gestern Morgen gegen Acht an der Landstraße zwischen Wolfersdorf und Stadtroda ihr Handwerkszeug auspackten, da war es noch etwas kühl. Doch zwei, drei Stunden später schien den Männern, die im Straßengraben standen, die Sonne auf den Rücken und brachte sie ins Schwitzen.
Zu diesem Zeitpunkt hatten die zehn Nabu - Mitglieder und engagierten Naturfreunde am Waldrand bereits auf etwa zwei Kilometern Länge Krötenschutzzäune aufgebaut. Doch das waren erst zwei Drittel der Arbeit, die im Rothehofbachtal zu verrichten war. Denn hier, wo sich der kleine Bach durch die Wiesen und vorbei an mehreren Teichen windet, baut der Nabu alljährlich den längsten Krötenschutzzaun im ganzen Saale - Holzland - Kreis auf. Der junge Frank Walterhöfer aus Jena ist nicht zum ersten Mal dabei, und auch Volker Schmeißer aus Göschwitz hilft schon zum vierten Mal mit. Als Nabu - Mitglied bin ich bei solchen Aktionen dabei, auch wenn es anstrengend ist, sagt der ältere Mann, der an diesem Vormittag die Vorhut bildet und dicke Rollen des grünen Plastegewebes am Waldrand verteilt, die von den Nachfolgenden ausgerollt und an etwa halbmeterlangen Metallstäben befestigt werden. Wenn wir die Zäune nicht aufstellen würden, dann würden unzählige Lurche überfahren, und es gäbe bald keine mehr, sagt er. Auch wenn eine Kröte nicht so niedlich anzusehen sei wie ein Hase oder ein anderes Tier mit Fell, so gehöre sie doch hier her und ihr Bestand müsse erhalten werden. Schließlich geht es um die Artenvielfalt in unserer Natur, sagt er.
Kurz hinter ihm arbeiteten Roland Seime aus Jena und Günter Oehmigen aus Eisenberg und versenken im Abstand von mehreren Metern Eimer im Waldboden. Hier hinein fallen in den nächsten Tagen die Kröten, Laubfrösche oder Salamander, die aus dem lichten Wald kommen, um ihre Laichplätze an den Teichen auf der anderen Straßenseite aufzusuchen. Das fortpflanzungsbereite Erdkrötenweibchen wird ab etwa 12 Grad Celsius aufwachen, den warmen Regenguss begrüßen und dann ohne zu zögern dem Laichgewässer zustreben. Unterwegs trifft es bestimmt auf ein paarungsbereites Männchen, das sich mit aller Kraft anklammern wird, erklärt Nabu - Kreischef Klaus Götze. Die Tiere werden den Schutzzaun entlang wandern und in einen der eingegrabenen Eimer fallen. Im Rothehofbachtal wird Klaus Rücknagel ab heute zweimal täglich die Eimer über die Straße tragen und damit etwa 500 bis 600 Tieren am Tag das Leben retten. Im Leubengrund, bei Tautenburg, Eichenberg, Bucha, Quirla, Bobek, Altendorf und in anderen Ecken und Winkeln des Kreises wiederholen die Naturfreunde diese gute Tat in den kommenden drei, vier Wochen vielfach.
Quelle: OTZ vom 25.03.2010
Beim Artenschutz steht in Thüringen die Ampel auf Rot
NABU Thüringen bemängelt zu langsames Vorgehen beim Artenschutz
2007 hatte die Bundesregierung mit der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt ein Paket mit 330 Zielen und rund 430 Maßnahmen für den Erhalt der Artenvielfalt verabschiedet. Große Verantwortung für deren Umsetzung haben die Bundesländer. Eine Analyse der Umweltverbände BUND und NABU zeigt: In keinem einzigen Bundesland stehen die Zeichen für einen erfolgreichen Arten- und Biotopschutz auf Grün. Je nach Umsetzungsstand der Maßnahmen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in den einzelnen Ländern vergaben die Verbände entsprechend einem Ampel-Modell verschiedene Farben.
Thüringen schneidet bei der Bewertung sehr schlecht ab. Laut der Analyse erhielt Thüringen in der Gesamtbewertung ein klares Rot. Mike Jessat, der Landesvorsitzende des NABU Thüringen, führt dies auf die halbherzige Naturschutzpolitik der letzen Jahre zurück: "Thüringen hat nicht genügend geeignete Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität eingeleitet und es fehlte der Mut, auch großflächige Gebiete der Natur und damit dem Menschen zurückzugeben. Auf dem Hainich ausruhen reicht halt nicht."
In der Analyse wurden unter anderem der Anteil der in jedem Bundesland ausgewiesenen Wildnis- und Naturschutzgebietsflächen, die Fläche der zukünftigen Urwälder und die Gebiete, die durch die Europäische Flora-Fauna-Habitat-(FFH)-Richtlinie geschützt sind, bewertet. In die Bewertung einbezogen wurde auch die Anzahl der fertig gestellten Managementpläne für die Schutzgebiete. Außerdem wurden der Anteil der Flächen mit ökologischem Landbau und der Einsatz von Geldern für Agrarumweltmaßnahmen aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes bewertet.
Mit rot bewertet wurden in Thüringen die FFH- und Vogelschutzgebiete, die Naturschutzgebiete, der ökologische Landbau und der Fördermitteleinsatz.
"Wenn dieses Jahr ein entscheidendes für die Entwicklung der Biodiversität in Thüringen sein soll, dann muss die Landesregierung die Ärmel hochkrempeln. In der neuen Koalitionsvereinbarung sieht man gute Ansätze. Ich hoffe jedoch, dass jetzt auch die Entschlossenheit vorhanden ist, zügig etwas zu bewirken. Was erst einmal ausgestorben ist, kommt nicht so schnell wieder."
Quelle: NABU - Pressedienst Thüringen vom 18.02.2010
Von Schmetterlingen und heimischen Orchideen
18. Jenaer Naturschutzwoche an der FSU
Der Naturschutzbund (Nabu) Jena veranstaltet im 20. Jahr seines Bestehens die 18. Jenaer Naturschutzwoche.
Vor den Abendvorträgen können sich Interessenten ab 18 Uhr über die Arbeit des Nabu informieren. Es werden die neuesten Materialien wie zum Beispiel die Broschüre über den Vogel des Jahres 2010 "Der Kormoran" und der Nabu - Kalender 2010 erhältlich sein. Folgende Lichtbildervorträge, Beginn jeweils 19.30 Uhr, werden angeboten: Dienstag, 26. Januar: "Schmetterlinge und Schmetterlingsforschung in Jena und Umgebung", Referent: Dr. Frank Hünefeld (Institut für spezielle Zoologie, FSU Jena); Mittwoch, 27. Januar: "Charles Darwin - Aktualität seiner Evolutionstheorie für den Naturschutz", Referent: Dr. Dietrich von Knorre; Donnerstag, 28. Januar: "Botanische Kostbarkeiten in Thüringer Naturschutzgebieten", Referent: Dr. Werner Westhus (TLUG Jena); Freitag, 29. Januar: "Regenwälder in den Anden - Artenvielfalt und Gefährdung", Referent: Dr. Gunnar Brehm (Phyletisches Museum Jena). Die Veranstaltungen finden im Campus der FSU, Carl-Zeiss-Straße 3, Hörsaal 5 (Eingang Ernst-Abbe-Platz) statt. Gäste sind herzlich willkommen, die Teilnahme ist kostenlos, um eine Spende wird gebeten. Anfragen zu den Veranstaltungen per e-Mail: post1@nabu-jena.de.
Quelle: OTZ vom 25.01.2010
Haus Leutratal für Jugendarbeit
Naturfreunde übergeben Hütte
Die Naturschutzjugend (Naju) hat ein neues Domizil - die Wanderhütte "Haus Leutratal". Das Gebäude wurde von den Naturfreunden der Ortsgruppe Jena an den Naturschutzbund (Nabu) Thüringen und seine Jugendvereinigung übergeben. Symbolisch überreichten Günter Böhnhardt von den Naturfreunden und Dr. Goldammer vom Jenaer Glaswerk Schott das Schild der Wanderhütte an Dr. Hans Reip vom Nabu Thüringen. "Wir möchten den Staffelstab in gute Hände geben. Verbinden uns doch mit dieser Hütte viele schöne Erinnerungen und Aktivitäten", sagte Böhnhardt. Den Naturfreunden liege besonders am Heranführen junger Leute an die Natur. Nabu und Naju möchten das Haus dazu nutzen. Geplant sind u. a. Kinder- und Jugendcamps und verschiedene Umweltbildungsveranstaltungen.
Quelle: OTZ vom 04.01.2010




