Presseinformationen


Letzte Natura 2000 - Station eröffnet

Dass der "Vogelpastor" Christian Ludwig Brehm sich um den Erhalt von Arten stark machte, ist belegt. So verfasste er unter anderem viel beachtete Aufsätze über den Schutz der Kreuzotter oder der Krähen. Alfred Brehm wiederum gelang es mit seinem "Tierleben", zahlreiche Menschen für die Artenvielfalt auf der Welt zu begeistern.
Dass gestern in Renthendorf die elfte und letzte Natura 2000 - Station Thüringens an der einstigen Wirkungsstätte der beiden Brehms offiziell eröffnet wurde, bezeichnete Umweltministerin Anja Siegesmund (Bündnisgrüne) als eine Besinnung auf die Wurzeln des Naturschutzes in Thüringen und eine gelungene Verknüpfung von gelebter Erinnerung an das Vermächtnis der Brehms und praktizierten Naturschutz in Form des Erhaltes der Artenvielfalt.
Träger der Station sind der Naturschutzbund Thüringen (Nabu), die Naturforschende Gesellschaft Altenburg (NGA) und der Verein Amphibien- und Reptilien in Thüringen. Der Freistaat unterstützt die Arbeit der Stationen bis 2020 mit jährlich einer Million Euro.
Siegesmund kündigte in Renthendorf an, dass es erklärtes Ziel sei, das Naturschutzgesetz so zu überarbeiten, dass die Natura - Stationen ein fester Bestandteil des Artenschutzes im Freistaat werden. "Dafür werbe ich auch bei der CDU", sagte sie in Richtung des anwesenden Landtagsabgeordneten Wolfgang Fiedler.
Primäre Aufgabe von René Sollmann, Alexander Borowski und Felix Pokrant von der Renthendorfer Natura 2000 - Station ist es, über verschiedenste Projekte die Vielfalt der Arten in Auen, Mooren und Feuchtgebieten im Freistaat zu erhalten sowie Wissen über diese Arten und ihre Lebensräume zu vermitteln. So werden unter anderem die Maiwiesen in Bad Salzungen, die als Frosch- und Vogelweiden gelten, von dem Team betreut. "Hier erfolgt eine extensive Beweidung der rund 80 Hektar großen Fläche durch Rinder", erklärte Sollmann. Man verstehe sich aber auch als fachlicher Ansprechpartner, wenn es um die Renaturierung von Flüssen, um die Gestaltung von Auenlandschaften gehe.
NGA - Vorsitzender Steffen Schmidt erinnerte daran, dass beide Brehms Mitglied in der Naturforschenden Gesellschaft gewesen seien und sich schon damals mit dem Erhalt der Arten auseinandersetzt hätten. "Es ist ein Glücksfall, dass wir mit der Brehm - Gedenkstätte einen Partner gefunden haben". Wie wichtig der Artenschutz in den Mooren, Auen und Feuchtgebieten ist, verdeutlichte Schmidt mit einer Zahl: So existieren von den einstigen im 19. Jahrhundert erfassten Kleingewässern in Thüringen gerade einmal noch fünf Prozent. Mit gravierenden Folgen. War die Bekassine, ein Wiesenbrüter, früher auch in Thüringen weit verbreitet, so ist der Schnepfenvogel wegen des Verlustes seines feuchten Lebensraumes hier kaum noch anzutreffen.
Jochen Süß, Leiter der Brehm - Gedenkstätte in Renthendorf, sagte, der Zweckverband zum Erhalt der Gedenkstätte schaffe die baulichen Voraussetzungen, damit hier auch Artenschutz in der Praxis stattfinden könne. Vor fünf Jahren hätte keiner zu träumen gewagt, dass sich die Vertreter der namhaftesten Naturschutzverbände Thüringens in Renthendorf einmal einfinden werden, um eine solche Station ins Leben zu rufen.
Thüringens Naturschutzbund - Chef Mike Jessat kündigte unterdessen an, dass sein Verband mehrere Projekte mit der Station angehen werde.

Quelle: OTZ vom 16.09.2017
EWSA fordert Naturschutzhaushalt und mehr Biodiversität in der GAP

Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) wirft der EU-Kommission und den EU-Mitgliedstaaten mangelnden politischen Willen für einen besseren Naturschutz vor. Mehrere EWSA-Vorschläge für einen besseren Naturschutz seien bislang auf taube Ohren gestoßen, kritisierte Ausschussmitglied Lutz Ribbe: "Wir fordern die Kommission und die Mitgliedstaaten erneut auf, die Biodiversitätsstrategie unverzüglich und konsequent umzusetzen, insbesondere die Vogelschutz- und Habitat-Richtlinie sowie die Wasserrahmenrichtlinie, die einen erheblichen Beitrag zum Schutz der biologischen Vielfalt leisten".
Für das Natura-2000-Schutzgebietsnetz müsse es einen eigenen EU-Haushalt geben. Dafür seien nach Expertenmeinung etwa 10 Milliarden Euro jährlich zu veranschlagen. Zudem müsse bei der Reform der Gemeinsamen Landwirtschaftspolitik (GAP) die Verwirklichung der Biodiversitätsziele im Mittelpunkt stehen. Biodiversitätsschutz müsse als "bereichsübergreifende Thematik" begriffen werden, um uneinheitliche Regelungen in anderen Politikfeldern zu vermeiden.
Der EWSA betont, dass es für die Erhaltung der Biodiversität nicht an Gesetzen, Richtlinien, politischen Erklärungen oder Handreichungen mangelt. "Das Problem ist, dass wir arm an Umsetzungen sind. Der gesamte Rechtsrahmen ist das Papier nicht wert, auf dem er geschrieben ist, wenn er nicht in konkrete Maßnahmen umgemünzt wird", hält Lutz Ribbe abschließend fest. "Die Kommission verfügt über die Mittel und Instrumente, vor allem im Rahmen des Europäischen Semesters, die Mitgliedstaaten zur Einhaltung ihrer Verpflichtungen anzuhalten. Für uns ist dieses Scheitern ein Zeichen dafür, dass es an politischem Wille und Zusammenarbeit seitens der Kommission und der Mitgliedstaaten fehlt".
Im November des vergangenen Jahres hatte der EWSA eine Stellungnahme zur Biodiversitätspolitik der EU abgegeben. Lutz Ribbe ist naturschutzpolitischer Direktor von EuroNatur und seit 1998 EWSA-Mitglied.

Quelle: www.dnr.de
Orchideen retten

NABU Thüringen startet Projekt zum Erhalt von Orchideenstandorten im Saale-Holzland-Kreis

Orchideen erfreuen sich in der Bevölkerung einer großen Beliebtheit. Mit ihren verschiedensten Blütenformen begeistern sie Jung und Alt. Der NABU Thüringen startet jetzt im August ein Projekt, um Orchideenstandorte im Saale-Holzland-Kreis langfristig zu sichern. Bislang werden Orchideenwiesen oft durch eine aufwendige und kostenintensive Mahd gepflegt. "Wir wollen in einem Modellversuch testen, ob es mittels naturnaher extensiver Beweidung möglich ist, für die Pflege von Orchideenstandorten ein ökonomisch tragfähiges Konzept zu entwickeln", berichtet Carolin Frötschner, die das Projekt zusammen mit Friedhelm Petzke für den NABU Thüringen koordiniert. Beide haben ein persönliches Interesse an heimischen Orchideen und Trockenrasen und studierten Landschaftsarchitektur beziehungsweise Biologie.
Bei den Projektgebieten handelt es sich um Flächen südlich von Rodias im FFH-Gebiet Nr. 130 "Reinstädter Berge - Langer Grund" und bei Frauenprießnitz im FFH-Gebiet Nr. 243 "Frauenprießnitzer Holz und Laase". In den beiden Regionen kommen unter anderem seltene Orchideenarten wie Frauenschuh, Bienen-Ragwurz und verschiedene Knabenkräuter vor. "Da die Flächen teilweise stark verbuscht sind, müssen wir im ersten Schritt den Erhaltungszustand maschinell wieder herstellen. Dies bedeutet wir müssen mähen und den Baumaufwuchs entfernen. Um die Umsetzung der Maßnahmen langfristig und nachhaltig abzusichern, müssen Gespräche mit den Flächeneigentümern und -pächtern geführt werden und flächenbewirtschaftende und landwirtschaftliche Betriebe in die Nutzungs- und Pflegekonzepte
eingebunden werden", erklärt Friedhelm Petzke. Die Maßnahmen werden dementsprechend in enger Abstimmung und Kooperation mit Landwirten und der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde durchgeführt. Abschließend soll durch eine Erfolgskontrolle die Artenzusammensetzung auf den beweideten Flächen geprüft und die Auswirkungen der Maßnahmen kontrolliert werden. "Die Beweidung von Orchideenstandorten ist oft mit Vorurteilen belastet. Es wird befürchtet, die Tiere könnten den Orchideen schaden, wir wollen dies überprüfen", so die beiden Experten.
Die Gebiete bei Frauenprießnitz und Rodias wurden ausgewählt, da sie gefährdeten Lebensraum beinhalten, welcher geschützt und erhalten werden soll. Die dort vorkommenden Kalktrockenrasen und Kalkhalbtrockenrasen sind durch Nutzungsaufgabe und mangelnde Pflege in Ihrem Bestand sonst bedroht. Das Projekt mit dem Namen "OrchideenWeiden - Modellprojekt zur Etablierung von Weidelandschaften zum Erhalt von Orchideenstandorten im Saale-Holzland-Kreis" ist ein von der Europäischen Union und dem Land Thüringen gefördertes ENL-Projekt (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums) und läuft vom 1. August 2017 bis zum 31. Juli 2020. Hier investieren Europa und der Freistaat Thüringen in die ländlichen Gebiete.

Quelle: NABU Thüringen - Pressedienst
Viele Helfer gesucht !

Traditionell, wie in den letzten 20 Jahren, beginnt am 19. August 2017 die Landschaftspflege mit der Mahd der großen Wiesen im Löschtal des NSG TÜP Rothenstein. Es steht viel Arbeit an, weil auch die Biomasse von der Fläche beräumt werden muß. Der Einsatz ist am Sonnabend, 19. August geplant.
Wir treffen uns um 8.00 Uhr an der Schießhalle oberhalb SCONTO Rothenstein.
Dauer des Einsatzes etwa 4 bis 5 Stunden. Jede Hand wird gebraucht, weil insgesamt 2,5 ha gemäht und abgeharkt werden müssen. Bitte feste Schuhe anziehen.
Für Essen und Trinken zum Frühstück wird gesorgt.
Leiter der Biotoppflegemaßnahme: Gerd Beil

Nicht vergessen:

Mahd und Beräumung Löschtalwiese im NSG TÜP Rothenstein
Termin: 19. August früh 8.00 Uhr
Treffpunkt: Schießhalle oberhalb SCONTO Rothenstein
Dauer: ca. 4 bis 5 Stunden


Mit freundlichen Grüßen
Silvester Tamás, Vorsitzender


Bauernverband verschließt die Augen vor Artenschwund in der Agrarlandschaft

NABU Thüringen fordert Umsteuern in der Landwirtschaftspolitik

Der NABU Thüringen reagiert mit Unverständnis auf die jüngste Reaktion des Thüringer Bauernverbandes auf eine Pressemitteilung des Thüringer Umweltministeriums. In dieser hatte das Ministerium völlig zu Recht und mit konkreten Fakten auf die tiefgreifenden Auswirkungen der industrialisierten Landbewirtschaftung auf die Artenvielfalt hingewiesen. Laut NABU verschließt der Thüringer Bauernverband mit seiner Pressemitteilung die Augen vor dem unbestreitbaren Artenschwund in der Agrarlandschaft.
"Die Industrialisierung der Landwirtschaft hat dazu geführt, das auf weiten Teilen der landwirtschaftlich genutzten Fläche kaum noch Hecken und Baumreihen vorhanden sowie Bäche und Flüsse begradigt, eingetieft und arm an ökologischen Nischen sind. Die Bezeichnung Kulturlandschaft ist in einigen Teilen Thüringens schon kaum noch angemessen", sagt Martin Schmidt, der stellvertretende Landesvorsitzende des NABU Thüringen. "In zahlreichen Studien ist nachgewiesen, dass eine strukturarme Landschaft in Verbindung mit dem weiterhin umfangreichen Einsatz von Düngern und Pestiziden sowie der anhaltenden Verengung der Fruchtfolge auf wenige Nutzpflanzen zu einem massiven Rückgang der Artenzahl aber auch der Anzahl der Individuen geführt hat".
Die alarmierenden Zahlen zum Beispiel zum Verlust von Vögeln, die vor allem in der Agrarlandschaft leben, wurden bereits in einer im August 2016 veröffentlichten Studie "Tracking Progress Towards EU Biodiversity Strategy Targets: EU Policy Effects in Preserving its Common Farmland Birds" bekannt. Sie zeigt, dass die EU mit ihrer Vogelschutzrichtlinie und ihren Agrarumweltprogrammen zwar einen wichtigen Beitrag zum Erhalt vieler Vogelarten auf Feldern und Wiesen leistet, den dramatischen Artenschwund aber nicht umkehren kann. Hauptursache dafür ist eine durch die EU-Agrarförderung immer intensiver werdende Landwirtschaft, bei der die Förderung größtenteils nach dem Gießkannenprinzip mittels pauschaler Flächenprämien ohne konkrete Natur- und Umweltleistungen für die Gesellschaft erfolgt. "Zurzeit werden mit den sogenannten Direktzahlungen in großem Umfang Steuergelder an die Landwirtschaft ausgereicht, ohne dass damit besondere Anforderungen verbunden sind. Das bedeutet die Betriebe bekommen alleine dafür Geld, dass sie sich an die geltenden Rechtsnormen wie das Wassergesetz und die Düngemittelverordnung halten", erklärt Martin Schmidt. Diese Art der Fördermittelausgabe ohne gesellschaftlichen Mehrwert hält der NABU für nicht mehr zeitgemäß. Dass sich etwas ändern muss, zeigt auch die am 2. Mai 2017 beendete Bürgerbefragung der EU - Kommission zur künftigen Agrarpolitik. Mehr als 320.000 Menschen haben daran teilgenommen und verlangen einen grundsätzlichen Wandel der EU - Agrarpolitik hin zu einer verantwortungsbewussten, fairen, nachhaltigen und gesunden Landwirtschaft für Mensch und Natur. Agrarsubventionen müssen in Zukunft naturverträglich verteilt werden.
Gerade der Bauerverband sträubt sich gegen dringend notwendige Veränderungen, wie eine ökologische Umgestaltung der Agrarförderung oder die Einführung ungenutzter Uferstreifen an Gewässern. "Wir können es uns als Gesellschaft nicht mehr leisten, Steuergelder für umweltschädliche Landnutzungsformen auszugeben", so Martin Schmidt der stellvertretende NABU-Landesvorsitzende. Zu solchen schädlichen Nutzungen zählen die Naturschützer die Ackernutzung in den Gewässerauen oder die großflächige Anwendung von Totalherbiziden wie Glyphosat. Dennoch sieht der NABU die Landwirte als wichtige Partner bei der Erhaltung der Artenvielfalt. Dazu muss die Agrarförderung aber so umgestaltet werden, dass diejenigen Landwirte belohnt werden, die Blühstreifen anlegen, Wiesen und Weiden extensiv bewirtschaften, Trockenrasen mit Schafen beweiden oder in anderer Weise Flächen so nutzen, dass sie auch den Anforderungen von Natur- und Umweltschutz gerecht werden.

Quelle: NABU - Pressedienst
NABU - Mitglieder sind empört über trockengelegte Teiche im Rotehofbachtal

Die Frösche und Kröten aus den Teichen im Rotebachtal sitzen auf dem Trockenen. Vergeblich sucht man dort nun die kleinen Kaulquappen, denn noch nicht mal eine Pfütze im Uferbereich ist übrig geblieben.

Klaus Götze wollte die Nachricht kaum glauben: Zwei der Teiche im Rotehofbachtal, die zu den klassischen Laichgewässern von Erdkröten, Teichfröschen & Co. gehören, liegen trocken. "Normalerweise würden dort jetzt im Uferbereich zwischen den Binsen Kaulquappen herumschwimmen, die in den letzten Tagen aus dem Laich geschlüpft sind", sagt das langjährige Nabu - Mitglied und Ehrenvorsitzender des Kreisverbandes im Saale - Holzland. Doch in den beiden großen Teichen kurz vor der Rotehofbachmühle stehen dafür die Chancen schlecht. Nicht einmal kleinere Pfützen im Uferbereich sind im Schlamm geblieben, in denen der Nachwuchs von Laubfrosch und Erdkröte eine kleine Überlebenschance hätte.
Die Entrüstung der Naturfreunde ist zu verstehen: "Unsere Mitglieder haben nicht nur einen ganzen Sonnabend im März hart gearbeitet, um einen knapp drei Kilometer langen Schutzzaun im Rotehofbachtal aufzubauen, sie waren dort in den Folgetagen auch täglich morgens und abends unterwegs, um Frösche und Kröten diverser Arten aus 250 Eimern hinter dem Zaun einzusammeln und zu den Teichen auf der anderen Seite der Landstraße zu schaffen", sagt Götze. Dass einer der Teiche dann wenige Tage, nachdem die Krötenschutzzäune abgebaut wurden, abgelassen wurde, sei unverständlich, sagt er im Gespräch mit dieser Zeitung. "Der Artenschutz hat hier doch gleich verloren", schimpft der passionierte Naturfreund und fragt, ob das denn mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt gewesen sei.
Eine Nachfrage in der zuständigen Abteilung im Landratsamt ergab, dass dies offenbar nicht so ist. "Vom Ablassen der Teiche jetzt zur Laichzeit wusste man in der Unteren Naturschutzbehörde nichts", sagt Elke Scholz, die zuständige Abteilungsleiterin. Allerdings sei das insgesamt ein schwieriges Thema, denn zum einen seien dem Amt oft die Pächter der vielen kleinen Gewässer nicht bekannt, zum anderen sei die rechtliche Seite sehr unübersichtlich. Eindeutige Verbote könne es zudem nicht geben, denn die Teiche seien ja bewirtschaftet. "Aber wir werden der Sache auf den Grund gehen", verspricht sie.
"Dass die Teiche bewirtschaftet werden und die Pächter sie dafür auch abfischen und ablassen müssen, das wissen wir", sagt Volkmar Schmeißer, stellvertretender Nabu - Vorsitzender im SHK und verantwortlich für die Krötenschutzaktion. Deshalb sei man mit den Pächtern im Rotehofbachtal auch schon viele Jahre im Gespräch. "Weil wir wissen, dass die beiden großen Teiche auch in jedem Frühjahr abgefischt werden, haben wir uns entschieden, dorthin keine Amphibien mehr umzusetzen", erklärt er. Glücklicherweise gebe es in dem Gebiet zwischen Geisenhain und Wolfersdorf auch einige kleinere unbewirtschaftete Teiche. "Dorthin haben wir die Tiere in diesem Jahr geschafft." Was allerdings mit den Tieren passiere, die von der anderen Seite aus dem Wald kommen, wisse er nicht.
"Wir haben beim Abfischen keine Kröten gefunden", versichert Steffen Hickethier aus Lemnitz, der den zuletzt abgelassenen Teich bewirtschaftet. Er sei schon viele Jahre hier im Rotehofbachtal zugange, und wenn in den Keschern neben den kleinen Fischen Kröten oder Frösche gefunden worden seien, dann hätten die Fischer sie in andere Gewässer gebracht, erzählt er. Dass es nicht immer einfach sei, die Interessen von Naturschützern und Fischzüchtern in Übereinstimmung zu bringen, räumt er ein. Die Teiche im Rotehofbachtal seien Überwinterungsteiche. Die dort im Vorjahr eingesetzten kleinen Fische müssten im Frühjahr in Teiche umgesetzt werden, in denen sie ausreichend Platz zum Wachsen haben, erklärt er. Schließlich sollen sie einmal auf den Tisch der Kunden kommen.
Eine weitere Nachfrage bei Maik Pucher in Moßbach, der bei Wolfersdorf in mehreren Teichen Karpfen hält, bringt eine Erklärung für den zweiten trocken liegenden Teich: "Der Einlaufschieber war defekt, weshalb wir den Teich schon vor dem Winter abgelassen haben und nun umfangreich reparieren mussten", berichtet er. Doch darüber habe man den Nabu informiert. In den nächsten Tagen solle das Wasser im großen Teich wieder angestaut werden.

Quelle: TLZ Jena vom 22.04.2017
Es gibt immer weniger Insekten. Das ist schlecht für die Landwirtschaft, aber man kann auch etwas dagegen tun.

Es ist schwierig zu messen, aber eindeutig zu beobachten: Die Zahl der Insekten ist in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Das weiß jeder Autofahrer, der sich freut, nicht mehr dauernd die Windschutzscheibe schrubben zu müssen. Politiker und Wissenschaftler sind dagegen alarmiert. Nicht nur die absolute Zahl der Insekten, auch die Zahl der Arten geht zurück. Das zeigen regionale Stichproben; ein flächendeckendes lnsekten-Monitoring gibt es in Deutschland nicht. Der Agrarbiologe Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig sagt über das Insektensterben mit wissenschaftlicher Zurückhaltung: "Es gibt sehr viele Anhaltspunkte, die dafür sprechen".
Die Folgen sind schon zu sehen. Ohne Insekten keine Äpfel und Tomaten: Etliche Nutzpflanzen müssen bestäubt werden, um Früchte zu tragen. Bienen, Schmetterlinge, Fliegen, Käfer und Hummeln, aber auch unbekanntere Arten wie die Fransenflügler erbringen somit eine immense Wirtschaftsleistung. Allein für die Biene schätzt der Deutsche lmkerbund sie auf mindestens zwei Milliarden Euro im Jahr. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks von der SPD sagt deshalb, es liege "im ureigensten Interesse der Landwirtschaft, die biologische Vielfalt zu schützen".
Insekten sind unentbehrlich für das Gleichgewicht der Natur. Sie zersetzen organische Stoffe im Boden, fressen Schädlinge und sind selbst Futter für Vögel. Wenn Blaukehlchen, Kiebitz und Rebhuhn nichts mehr zu fressen finden, gefährdet das auch diese Arten. Agrarbiologe Settele sagt: "Wir brauchen die Artenvielfalt, um uns ein Potential für die Zukunft zu erhalten. Nur mit vielen Arten bleibt das gesamte System anpassungsfähig". Von den ethischen Argumenten für den Erhalt von Heimat und Natur ganz abgesehen.
Fachleute beziffern den Rückgang der Insekten-Biomasse seit Mitte der neunziger Jahre auf bis zu achtzig Prozent. Dabei beziehen sie sich meistens auf eine Krefelder Studie. Ehrenamtliche hatten dafür zwischen 1989 und 2014 an 88 Orten in Nordrhein-Westfalen fliegende Insekten in Fallen gesammelt, bestimmt und gewogen. In Fallen, in denen 1995 noch 1,6 Kilogramm Insekten landeten, waren es zuletzt nur noch 300 Gramm oder weniger. Dafür gibt es mehrere Ursachen. Der Klimawandel verändert Lebensräume, so dass Eindringlinge heimische Arten verdrängen. Besonders wichtig ist die Art, wie Landwirtschaft betrieben wird. Wenn große Felder bewirtschaftet werden, gehen zum Beispiel Nistplätze für Wildbienen verloren. Und damit auch Erträge: Die sind nämlich höher, wenn Wild- und Honigbienen Felder gemeinsam bestäuben. Zudem werden heute auf weiten Flächen nur wenige Sorten angebaut. Dadurch fehlt es Insekten an abwechslungsreichem Futter. Wenn sie immer die gleichen Pollen fressen, kann der Mangel sie krank machen - und so ihre Zahl verringern.
Für politischen Zündstoff sorgen vor allem die Pestizide. Sie sind für die intensive Landwirtschaft notwendig, damit diese für ausreichende und sichere Nahrung sorgen kann. Allerdings kritisiert etwa der Naturschutzbund Deutschland (Nabu), dass Bauern insbesondere sogenannte Neonikotinoide oft rein vorbeugend verwenden. Mit diesen Wirkstoffen, die mit dem Nikotin verwandt sind, wird Saatgut gebeizt. Die Pflanzen, die aus dieser Saat wachsen, sind gewissermaßen gegen Schädlinge geimpft. Neonikotinoide schaden aber auch Nützlingen wie den Bienen, weshalb die Aussaat von damit behandeltem Getreide in Deutschland seit kurzem verboten ist.
Über ein Verbot dreier wichtiger Neonikotinoide berät auch die EU-Kommission: Die Stoffe, für die derzeit ein Moratorium gilt, könnten dann auf Dauer verboten sein. Den deutschen Grünen geht das nicht weit genug. Der Bundestagsabgeordnete Harald Ebner sagt: "Wir brauchen eine Strategie, wie wir langfristig vom chemischen Pflanzenschutz wegkommen". Dabei könne es helfen, die Fruchtfolgen besser zu erforschen, also den sinnvollen Wechsel von Sorten über die Jahre hinweg. Künftig könnten außerdem Roboter Unkraut oder sogar Schädlinge bekämpfen. Vielversprechend erscheinen Forschern und Umweltpolitikern auch Drohnen, die Nützlinge wie Schlupfwespen aussetzen, um Schädlinge zu fressen. Das Bundesumweltministerium sähe es gerne, wenn mehr Ackerflächen auf Öko umgestellt würden. Dort heißt es aber auch: "Viel schöner wäre es, wenn auch die konventionelle Landwirtschaft noch mehr Naturschutz betreiben könnte". Agrarbiologen halten die immer beliebteren Blühstreifen am Feldrand für sehr wirksam, um das lnsektensterben zu stoppen. Fachleute und Politiker empfehlen Ähnliches im Kleinen auch für Hobbygärtner und Stadtbewohner. Biologen raten zudem, den Rasen nicht komplett zu mähen, mit Hecken und unaufgeräumten Ecken Lebensräume zu schaffen - und möglichst auf Insektensprays zu verzichten.

Quelle: FAZ vom 04.04.2017
Saisonauftakt am NaturErlebnisHaus Leutratal

Mit dem Frühling beginnt auch am NaturErlebnisHaus Leutratal eine neue Saison. Daniel Werner, der Bildungsreferent der Naturschutzjugend Thüringen schwärmt: "Auf dem Gelände sprießen die Frühjahrsblüher, wie Lerchensporn, Aronstab und Windröschen, unterm Dach haben sich die ersten Kleinen Hufeisennasen einquartiert und am Bach neben dem Haus brütet die Wasseramsel". Die Artenvielfalt verdankt das Objekt der Naturschutzjugend und dem NABU Thüringen, die das NaturErlebnisHaus Leutratal als gemeinsames Projekt führen. Ab sofort kann die Gruppenunterkunft am Wanderweg der "Horizontale" bei Pösen, in der Nähe von Jena, auch von Vereinen und Naturbegeisterten genutzt werden.

Mehr Informationen: www.naturerlebnishaus-leutratal.de.

Quelle: NABU Thüringen


Gräfenthaler Luchs stammt aus dem Harz
Die Arbeit zum Luchs zeigt Erfolge

Die Nachweise für die Anwesenheit von Luchsen in Thüringen sind äußerst spärlich. Es sind häufig Zufallsbegegnungen oder indirekte Hinweise in Form von Rissfunden, Kot, typischen Luchsrufen oder Spuren im Schnee. Genetischen Untersuchungen haben jetzt ergeben, dass der 2015 bei Gräfenthal nachgewiesene Luchs aus dem Harz stammt, verkündet heute der NABU Thüringern in Jena.
"Bereits im März 2015 konnten wir in Zusammenarbeit mit ThüringenForst einen Luchs bei Gräfenthal nachweisen. Die Bilder aus einer automatischen Wildtierkamerafalle waren eindeutig, ein Luchs streift durchs Revier", erzählt Silvester Tamás der Sprecher der Landesarbeitsgruppe Luchs beim NABU Thüringen. "Zudem konnten wir Spuren, Losung und Fellhaare sichern. Die Fellhaare wurden vom Naturkundemuseum Mauritianum Altenburg ans Senckenberg-Labor für Naturschutzgenetik in Gelnhausen geschickt und dort untersucht".
Die Auswertung des genetischen Materials belegt nun, dass der Luchs bei Gräfenthal ursprünglich aus dem Harz stammt. "Das Tier muss also mehr als 150 Kilometer weit nach Südthüringen bis ins Grenzgebiet zu Bayern gewandert sein. Damit wird deutlich, dass die Abwanderung von Luchsen aus dem Harz auch über die Thüringer Mittelgebirgslagen zu den bayerisch-böhmischen Luchsvorkommen möglich ist", sagt Silvester Tamás. Die Experten sind sich einig, diese Erkenntnis ist nicht ohne Bedeutung für Thüringen. Der Freistaat als Grünes Herz Deutschlands stellt ein zentrales Bindeglied für die isolierten Luchspopulationen in ganz Europa dar. Damit der überlebenswichtige Austausch von Luchsen zwischen den bislang noch isolierten europäischen Luchspopulationen insbesondere über Thüringen besser gelingt, macht sich der NABU Thüringen zukünftig stark für den Luchs und dessen Schutz sowie für die Vernetzung seiner potentiellen Lebensräume.
Hauptsächlich die verdichtete Verkehrsinfrastruktur, aber auch die illegale Bejagung machen dem Luchs das Leben schwer und verhindern so, dass er sich erfolgreich über die Grenzen seiner bisher bekannten Vorkommensgebiete, dem Harz und den bayerisch-böhmischen Waldgebieten, ausbreiten kann. Die seltenen Pinselohren werden immer wieder überfahren oder auf hinterhältige Weise mittels Gift und durch Abschuss getötet. "Die Gesellschaft hat heute die Verantwortung es dem einstmals durch den Menschen ausgerotteten Luchs wieder zu ermöglichen, sich gefahrlos in unseren Wäldern und über unsere Straßen bewegen zu können", fordert der Experte des NABU. Aus Sicht der Naturschützer dürfen auch potentielle Rückzugsräume für den Luchs nicht durch Großbauprojekte gefährdet werden. "Pauschale Behauptungen, wie der Luchs störe sich aufgrund seiner großen Lebensräume nicht am Bau von Pumpspeicherwerken und Windenergieanlagen in den waldreichen Mittelgebirgslagen, verkennen unsere Verantwortlichkeit für diese streng geschützte Art", so Tamás. Wie empfindlich Luchse auf menschliche Verkehrs- und Siedlungsstrukturen reagieren, belegt eine aktuelle norwegische Studie, veröffentlicht im Journal of Zoology 297, 87-98, 2015. Demnach wählen Luchsweibchen ihren Wurfbau für die Jungenaufzucht gezielt so, dass menschliche Siedlungen und öffentliche Straße möglichst weit entfernt liegen. Dafür nehmen sie sogar ein deutlich geringeres Nahrungsangebot in Kauf.
Bislang ist noch zu wenig über den Luchs in Thüringen bekannt. Ebenso bestehen noch zahlreiche Wissenslücken, Vorurteile und Sorgen. Eine erfolgreiche Rückkehr des Luchses nach Thüringen wird sich deshalb zuerst in den Köpfen der Menschen entscheiden. Darum braucht es Aufklärung und Akzeptanz in Bezug auf die majestätische Katze und ihre Lebensweise. Der Luchs lebt als scheuer Jäger und erbeutet überwiegend Rehe, Hasen und Rotwild, selten auch mal ein Lamm. Amtlich bestätigte Schäden durch den Luchs an Weidetieren werden im Freistaat bereits durch kulante Regelungen entschädigt. Der NABU Thüringen ist seit 2010 mit einem eigenen Aktionsplan zum Luchs aktiv und wird die Informationsarbeit zum Luchs in Thüringen zukünftig deutlich voranbringen. Der Aufbau eines Netzwerkes an Luchsfreunden soll dazu beitragen die Erkenntnisse zu Vorkommen und zur Lebensweise des Luchses im Freistaat erheblich zu verbessern. Der NABU Thüringen, der Landesjagdverband Thüringen und die Thüringer Land esanstalt für Umwelt und Geologie arbeiten bereits seit Beginn dieses Jahres in einem durch das Thüringer Umweltministerium koordinierten Monitoringprojekt zusammen.

Quelle: NABU Thüringen
Feldvögel in Europa weiter stark bedroht

Den Feldvögeln in Europa geht es immer schlechter. Das geht aus einer Studie verschiedener Forschungseinrichtungen und Umwelterbände hervor, die in der in der Fachzeitschrift "Conservation Letters" erschien. Die bestehende EU-Naturschutzgesetzgebung kann die Verschlechterung durch die Agrarindustrie nicht aufhalten. Umweltverbände fordern deshalb einen Richtungswechsel in der Agrarpolitik.
Die Wissenschaftler untersuchten in Studie, den Rückgang von Feldvögeln in Europa und die Auswirkungen der EU-Naturschutz- und Agrarpolitik. Sie kamen zu dem Schluss, dass die Vogelschutzrichtlinie und die Agrarumweltprogramme einen wichtigen Beitrag zum Erhalt vieler Vogelarten leisten, den Artenschwund durch die EU-Agrarförderung immer intensiver werdende Landwirtschaft aber nicht umkehren kann.
"Wieder einmal halten wir einen eindringlichen Beleg in Händen: Die EU setzt mit ihrer Agrarpolitik des 'Immer mehr und immer größer' die falschen Signale. Europa braucht dringend einen Richtungswechsel, hin zu einer Agrarpolitik, die Naturschutzleistungen der Landwirte fördert und angemessen honoriert. Nicht die erfolgreichen Naturschutzrichtlinien brauchen einen grundlegenden Fitness-Check, sondern die EU-Agrarpolitik", sagte Olaf Tschimpke, Präsident des NABU.

Quelle: eu-koordination.de
Der Schleichersee - Geradezu Starnberger See - Qualität

Vom "Schlammtümpel" zum vorzeige ­ Badesee: Das Südbad punktet nicht nur mit einem atemberaubenden Panorama-Blick auf die umliegenden Berge Jenas, sondern mittlerweile seit mehreren Jahren in Folge auch mit einer hervorragenden Wasserqualität. Wie es aktuell um den Schleichersee steht, haben wir bei Dr. Jens Götze von der Wasserkontrolle erfragt.

Wie ist es um die Gesundheit des Schleichersees in diesem Sommer bestellt?
Jens Götze: Die gemessenen Werte bestätigen es auch in diesem Jahr: Der Schleichersee ist eines der saubersten Naturbäder in ganz Thüringen. Die erhobenen Chlorophyll-A und Orthophosphat-Werte belegen, dass ein Algenwachstum im See zurzeit so gut wie gar nicht stattfindet. Auch die mikrobiologische Qualität des Wassers ist geradezu sensationell gut: keine Colibakterien, keine Enterokokken. Alle Ergebnisse liegen weit unter den Grenzwerten der EU-Badegewässer-Richtlinien. Trinkqualität hat das Wasser nicht, aber es ist nicht weit davon entfernt.

Wie oft wird die Wasserqualität während der Hochsaison geprüft?
Götze: Um die hohe Wasserqualität auch wirklich gewahrt zu wissen, finden alle zwei Wochen Wasseranalysen abwechselnd durch das Gesundheitsamt und unser Büro statt. Wir fahren raus auf den See und erheben mit einer speziellen Sonde, die unter anderem den ph-Wert, die Leitfähigkeit, den Sauerstoffgehalt, die Temperatur und den Redox-Wert misst, an fünf verschiedenen Stellen ein Tiefenprofil.

Die Sichttiefe ist ja auch ein gern herangezogener Parameter, um die Wasserqualität in einem Badesee zu prüfen? Wie ist denn da der aktuelle Stand?
Götze: 2,20 Meter sind es derzeit - deutlich über dem Sollwert. 2013 unmittelbar nach der Entschlammung waren es sogar mehr als 3 Meter. Das ist super, geradezu Starnberger See - Qualität. Man muss sich nur vor Augen halten: In den 1990er Jahren hatten wir hier häufig über die Saison hinweg eine Sichttiefe von stets weniger als einem Meter - manchmal sogar weniger als 80 cm.

Ist dies ein unmittelbares Ergebnis der Entschlammung vor vier Jahren?
Götze: Ja - der Schlamm fehlt den Algen als Nährstofflieferant. Infolge der 8.000 Tonnen abgetragenem Schlamm ist nur noch ein sehr begrenztes Algenwachstum wahrnehmbar. Und durch die vielen natürlichen Wasserzuflüsse, die Frischwassereinspeisung und die Fontäne erreichen wir ein bleibend nährstoffarmes und damit sauberes Wasser für die Badegäste.

Was für Fische leben denn derzeit im Schleichersee?
Götze: Um die Atmosphäre eines naturbelassenen Sees beizubehalten, wurden nach der Entschlammung wieder Fische eingesetzt - aktuell haben wir Karpfen und Schleie im See, die am Boden "gründeln" und uns den Bestand an Turmschnecken so gering wie möglich halten. Und durch die enge Zusammenarbeit mit dem Anglerverein, die uns regelmäßig melden, wieviel Fische eingesetzt bzw. geangelt werden, haben wir auch stets einen guten Überblick darüber, wieviel Fische im See leben. Der See als Ökosystem funktioniert insgesamt ja nur dann, wenn auch Fische darin sind, nur eben nicht zu viele - sonst wird das Wasser zu trübe.

Und wie steht es um den Pflanzenbewuchs im See? So manchen Badegast treibt ja immer wieder die Angst um, an einer "Schlingpflanze" hängen zu bleiben.
Götze: Wenn der See eine so gute Sichttiefe hat und der Boden auch wirklich die Sonne abbekommt, dann ist es ganz normal, dass dort Pflanzen wachsen. Das ist allerdings wirklich nur völlig harmloses Löffelkraut - das natürlich auch nach oben wächst. Die Bädergesellschaft ist aber dabei, dieses regelmäßig "abzufischen". Da wird eine richtige Ernte eingefahren: Die gehen im Schwimmbereich mit einem Rechen durch und reduzieren das Kraut dann wieder so weit, dass kein Badender mehr "Sorge" um seine Füße haben muss...

Quelle: www.stadtmagazin07.de
Glyphosateinsatz bleibt bis Ende 2017 erlaubt

Die EU-Kommission hat gestern die Lizenz für Glyphosat um anderthalb Jahre verlängert. Heute läuft die Genehmigung aus und die EU-Mitgliedstaaten konnten sich vergangene Woche zum vierten Mal nicht auf eine gemeinsame Position einigen.
Bis zum Ablauf dieser Verlängerungsfrist - spätestens Ende 2017 - soll die europäische Chemikalienagentur Echa eine neue Bewertung des Unkrautvernichtungsmittels vorlegen. Glyphosat gilt nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als krebserregend, die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sehen das anders. Zudem schade der Giftstoff der Artenvielfalt und dem Boden.
Der Beschluss der EU-Kommission ermöglicht es den Mitgliedstaaten, freiwillige nationale Einschränkungen zu erlassen. Allerdings würden die nur öffentliche Flächen betreffen.
Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger bezeichnete die Glyphosat-Entscheidung als Affront gegen viele überzeugte Europäer. Nachdem die EU-Kommission es vier Mal nicht geschafft habe, den Widerstand der Mitgliedstaaten gegen das Pestizid zu brechen, drücke sie jetzt dessen Weiterverwendung durch.
Auch der NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller kritisierte die Verlängerung: "Statt sich am Vorsorgeprinzip zu orientieren und bis zum Beweis der Unbedenklichkeit für Gesundheit und Umwelt Glyphosat zu verbieten, haben sich EU-Kommission und die meisten Vertreter der Mitgliedstaaten offenkundig von den Interessen der Agrarindustrie leiten lassen".

Quelle: eu-koordination.de