Vogelschutz


Erste Ergebnisse "Stunde der Gartenvögel" 2011

Bis zum 20. Mai 2011 wurden folgende Beobachtungen registriert:
In 34 Gärten und Parks des Saale - Holzlandkreises wurden insgesamt 1160 Vögel gezählt.

Platz 01: Star 128 Vögel
Platz 02: Amsel 98 Vögel
Platz 03: Haussperling 96 Vögel
Platz 04: Mehlschwalbe 91 Vögel
Platz 05: Kohlmeise 88 Vögel
Platz 06: Blaumeise 72 Vögel
Platz 07: Elster 61 Vögel
Platz 08: Grünfink 58 Vögel
Platz 09: Hausrotschwanz 55 Vögel
Platz 10: Rauchschwalbe 54 Vögel
Platz 11: Feldsperling 41 Vögel
Platz 12: Mauersegler 28 Vögel
   
Feldlerche 6 Vögel

Vor allem bei den Bodenbrütern, wie bei der Feldlerche, zeigt der Pfeil nach unten. Aber auch sonst recht häufige Arten wie der Hausperling und die Amsel zeigen ebenfalls einen negativen Trend, während bei der Rauchschwalbe, beim Hausrotschwanz und beim Feldsperling ein leichter Trend zur Zunahme festzustellen ist.

Christiane Steinhardt
Beobachtungen zur "Stunde der Gartenvögel" vom 13.05. bis 15.05.11

Die 36 Teilnehmer an der Vogelstimmenwanderung des NABU SHK am 14. Mai hatten ihre Freude an den vielen Beobachtungen zur heimischen Vogelwelt auf dem TÜP Rothenstein. Die beiden Ornithologen Dr. Jochen Wiesner und Rudolf Heyer aus Jena konnten den begeisterten Wanderfreunden zahlreiche Vogelarten vorzeigen, die entweder als Brutvögel oder als Nahrungsgäste in der reich strukturierten Offenlandschaft des ehemaligen Truppenübungsplatzes vorkommen.
So konnten zahlreiche Feldlerchen beoachtet werden. Auch der seltene Wendehals und die Goldammer wurden verhört, wie auch das Schwarzkehlchen, der Baumpieper sowie Schwarzspecht, Grünspecht und Buntspecht, die als Brutvögel einzustufen sind. Gastvögel wurden auch gesehen, darunter der Turmfalke, die Mehlschwalbe, der Mauersegler und der Steinschmätzer.
Gartenrotschwanz - Vogel des Jahres 2011

Mit der Wahl des Gartenrotschwanzes als Vogel des Jahres 2011 möchten der NABU Bundesverband und sein bayerischer Partner, der Landesbund für Vogelschutz Bayern, auf die Bedeutung und Gefährdung des vor allem in Gärten, Parkanlagen und Streuobstwiesen sowie in lichten Wäldern und halboffenen Landschaften vorkommenden Vogels hinweisen.
Der Appell richtet sich aber auch an die NABU - Aktiven vor Ort, also an uns als Mitglieder des Kreisverbandes, sich im nächsten Jahr verstärkt dem Rotschwanz zu widmen. Daher haben wir uns vorgenommen, dem Gartenrotschwanz unsere Aufmerksamkeit zu widmen, die mit ganzjähriger Öffentlichkeitsarbeit, Erfassen der Bruten in Gärten von Mitgliedern des Naturschutzbundes Saale - Holzland - Kreises und in den von uns seit Jahren betreuten Schutzgebieten einhergehen soll.
Auch unsere NAJU - Kindergruppe Kahla wird bei dem kommenden Kinderwettbewerb "Erlebter Frühling" dem Gartenrotschwanz als Frühlingsboten ihre Referenz erweisen.
Materialien zum Vogel des Jahres wie Broschüren, Aufkleber, Plakate und Faltblätter zum "Erlebten Frühling" können in der Landesgeschäftsstelle des NABU Thüringen in Leutra, unter Tel. 03641 / 605704 bestellt werden.

Gartenrotschwanz

Aktion "Lebensraum Kirchturm"

Auszeichnung der Kirchen Schlöben - Schöngleina am 3. Oktober

Im Rahmen des diesjährigen Erntedankfestes am 3. Oktober 2010 wurden die Kirchgemeinden Schlöben und Schöngleina durch den stellvertretenden Vorsitzenden des NABU SHK e.V., Herrn Christian Wendler, mit der Urkunde für die erfolgreichen Aktionen "Lebensraum Kirchturm" in der Schlöbener Kirche vor zahlreich erschienenen Gemeindemitgliedern und Gästen ausugezeichnet.
Die gemeinsam vom NABU Bundesverband und dem Beratungsausschuß für das Deutsche Glockenwesen vor wenigen Jahren ins Leben gerufene Aktion "Lebenssraum Kirchturm" hat nun auch den Saale - Holzland - Kreis erreicht. Aus unserer Sicht hat sich die Kirchengemeinde Schlöben / Schöngleina diese Auszeichnung redlich verdient, denn die Kirchen beider Ortschaften sind Herbergen von mehreren, europaweit geschützten Fledermausarten und auch die Schleiereule, eine seltene, vom Aussterben bedrohte Eule, brütet seit vielen Jahren im Schlöbener Kirchturm. Aber auch die selten bei uns brütende Dohle zieht ihre Jungen in der Schöngleinaer Kirche groß wie auch der Turmfalke, der dem Landwirt bei der Mäusebekämpfung hilft. Unser Dank gilt daher Pfarrer Elsässer, der um den Mangel an Wohnraum für diese Tiere weiß und ihnen in der Zukunft steten Zuzug garantiert und zukommen läßt. Er war es auch, der unseren Mitgliedern Günther Oehmigen aus Eisenberg und Jürgen Till aus Kahla die Anbringung der selbst gebauten Schleiereulenkästen und Kästen für die Dohle als auch Nistkörbe für die Turmfalken erlaubte. Diese Quartiere, vor einigen Jahren installiert, wurden von den Vögeln angenommen. Die Fledermäuse fühlen sich in den sommerwarmen Giebeln und unter den Dächern der Kirchen sehr wohl und ziehen dort ihren Nachwuchs in aller Stille auf. Ergänzt werden die positiven Entwicklungen zum Erhalt der biologischen Vielfalt im dörflichen Bereich durch das hohe Engagement von Frau Almuth Egert die es verstanden hat, einen naturkundlichen Verein im Ort Schlöben zu gründen. Unter Ihrer Regie wurden im Pfarrgarten ein Teichbiotop sowie ein Insektenhotel angelegt und in der Umgebung der Gemeinde wurden 52 Nistkästen als Bruthilfen für Singvögel installiert. Das ist aller Ehren wert! Wir vom Kreisverband haben uns deshalb gefreut, Herrn Pfarrer Elsässer und Frau Egert, die Urkunden zur erfolgreichen Aktion "Lebensraum Kirchturm" überreichen zu dürfen. Wir wünschen ihnen weiterhin viel Freude bei der Beobachtung und praktischen Arbeit im Sinne des Naturschutzes und guter Zusammenarbeit mit dem NABU des Landkreises.

Klaus Götze, Vorsitzender


Unser stellv. Vorsitzender Christian Wendler bei der Übergabe der Auszeichnung (Foto: R. Heyer, NABU SHK)

Vogel - Leitartenerfassung in alten Dörfern und neuen Wohngebieten

In den letzten Jahren wurden von uns hinsichtlich der Beurteilung der Bedeutung neuer Siedlungsgebiete in unmittelbarer Nachbarschaft ornithologische Beobachtungen der Brutvögel in den alten Dörfern und nach der Wende erbauter Wohngebiete durchgeführt.
Bei den Vergleichen stellte sich heraus, dass erhebliche Defizite zwischen den bäuerlich geprägten, ökologisch ausgestatteten Dörfern und den zumeist sich als Gartenstädten präsentierenden neuen 0815 Wohngebieten ergeben. Das drückt sich in der Leitartenzahl aus, wobei nach FLADE (1994) 7 - 9 Leitarten in den Dörfern vorkommen und nur etwa die Hälfte davon in Neubaugebieten. Hinzu kommt, dass auch die Brutdichte und Individuenzahl in den neuen Wohngebieten wesentlich niedriger als in den alten Dorfkernen ist.
Bei der Mehrzahl der neuen Wohnanlagen läßt sich feststellen, dass sie sich kaum harmonisch an die alten Dorfkerne anpassen wie z. B. in Ölknitz und bäuerliche Strukturen verloren gingen. Auch 20 Jahre nach der Wende werden aus unserer Sicht immer noch zu viel Flächen neu versiegelt und städtebauliche Fehler gemacht. Gleichzeitig macht es Sinn, die Flächennutzungsplanungen der Gemeinden und Städte mit einem echten Bedarfsnachweis abzustimmen, um Leerstand zu vermeiden und die Innenentwicklung zu fördern. Dazu gehört nach unserem Verständnis auch die steuerliche Bevorteilung von Bauwilligen im urbanen Bereich.
Kauf weiterer Flächen

Mit dem Kauf weiterer 50 Hektar in diesem Sommer wird die Flächengröße der NABU eigenen Flächen auf dem TÜP auf insgesamt 145,1 Hektar ansteigen. Damit werden vor allem Wiesen und Weiden gekauft, die für bedrohte Bodenbrüter existenziell wichtig sind.
Kormoran - Vogel des Jahres 2010

Die Wahl des Kormorans zum Vogel des Jahres 2010 mag bei manchem Kopfschütteln, bei anderen Verwunderung oder gar Befremden ausgelöst haben, ist es doch gerade diese Vogelart, die seit Jahren zu heftigsten Kontroversen zwischen Vertretern der Fischerei und Anglerverbänden auf der einen, und Ornithologen sowie Naturschutzverbänden auf der andren Seite sorgt. Die genannten Reaktionen zeigen dabei aber nur, dass das Anliegen "Vogel des Jahres" von Einzelnen, besonders sich lautstark äußernden Vertretern beider Seiten, nicht verstanden worden ist.
Mit dem Vogel des Jahres soll ebenso wie mit anderen Arten, die zum Tier oder der Pflanze des Jahres ausgewählt werden, nicht stimmungsvoll eine Art benannt werden, die uneingeschränkt Symphatieträger ist. Es geht hierbei vielmehr darum, für eine Jahr eine möglichst vielen deutschen Bundesländern verbreitete Art stellvertretend für viele andere Arten in den Mittelpunkt des Interesses zu stellen und damit zu hinterfragen, wie sich ihre Bestände unter den Bedingungen der modernen Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft sowie den vorliegenden gesetzlichen Verordnungen entwickelt haben. Bislang wurden fast ausschließlich Vogelarten gewählt, die auf Grund ihrer Seltenheit, ihrer Lebensweise oder ihrer Färbung unangefochten als Symphatieträger des Naturschutzes galten und deshalb kaum Widerspruch erzeugten. Doch warum nun nicht auch eine Art, die diesen Vorstellungen nicht entspricht? Gerade der Kormoran ist ein gutes Beispiel, wie Organismen nach Jahren der Verfolgung auf veränderte Umweltbedingungen bei gleichzeitigem gesetzlichen Schutz reagieren, so lange es die Lebensraumkapazität erlaubt, wird sich jede Art uneingeschränkt vermehren. Erst der Druck der Umwelt, Mangel an Nahrung, Licht, Brutraum, Feindruck, Parasiten, aber auch die eigene Populationsgröße usw., bremst diese Entwicklung und führt zur Herausbildung des sog. biologischen Gleichgewichts und damit auch zur Erhaltung der Art. Doch häufig wird bei starker Vermehrung rasch ein die Population steuernder Eingriff des Menschen gefordert. Nur mit einer derartigen Handlungsweise wird verhindert, dass sich ein neues Gleichgewicht durch die Entwicklung geeigneter Gegenspieler entwickeln kann.
Im Fall des Kormorans führten Eutrophierung der Seen und Küstengewässer mit der daraus resultierenden Massenentwicklung von mittelgroßen Fischarten sowie der künstliche Fischbesatz von Flüssen und Teichen durch Anglerverbände und Binnenfischeibetrieben für eine stabile Nahrungsbasis im Verlauf des gesamtem Jahres. Früher überfischten die Kormorane einzelne natürliche Gewässer und waren gezwungen abzuwandern. Auch hatte der Kormoran in Mitteleuropa außer indirekt sich selbst keinen wirklichen Feind, der seine Beute nachhaltig reguliert. So ist der der Kormoran dazu geeignet, uns zum Nachdenken über den Umgang mit der Natur anzuregen, um unsere Verantwortung für alle Organismen, auch die auf und im Wasser lebenden, besser gerecht zu werden.

Dr. Dietrich von Knorre
Dohlenbruten

Sehr erfreulich war in diesem Jahr der Brutnachweis von zwei Brutpaaren in Schlöben. Dort haben die Dohlen im Frühjahr die Turmfalken aus ihrem Nistkasten verdrängt und erst nachdem die Jungen ausgeflogen waren, haben die Turmfalken mit ihrer Brut begonnen, die ebenfalls erfolgreich war. Diese Beobachtung machte Jürgen Till aus Kahla.

Turmfalkenbruten

Nach den Beobachtungen von Jürgen Till brüteten auch die Turmfalken 2009 im Landkreis recht erfolgreich in Silbitz, Etzdorf, Kahla, Schöngleina, Orlamünde, Albersdorf, Thiemendorf und Grosspürschütz.